M4043
Kosmische Erleuchtungsblitze und die kosmische Wahrnehmungsfähigkeit
Von Martinus
FRAGE
Bekamen Jesu Jünger ein teilweises kosmisches Bewusstsein, als Jesus starb?
ANTWORT
Sie bekamen etwas an Pfingsten. An Pfingsten gab es ein Ereignis, bei dem die Jünger so etwas wie Feuerzungen auf ihre Häupter herabkommen sahen. Und sie redeten in fremden Sprachen. Nun waren es nicht direkt fremde Sprachen, die sie sprachen. Ich rechne damit, dass sie Wissen, Denkweisen und Erklärungen brachten, die über dem Gewöhnlichen lagen. Sie bekamen dadurch also die Kraft, um die Mission, für die sie bestimmt waren, auszuführen und wir sehen, dass sie sich nicht davor fürchteten, den Märtyrertod zu erleiden. Es war ja nur Johannes, der nicht diesen Tod erleiden musste.
Das bedeutet aber nicht, dass sie kosmisches Bewusstsein hatten, denn das hatten sie nicht. Sie hatten einen kosmischen Erleuchtungsblitz bekommen. Kosmische Erleuchtungsblitze bekommt man, wenn man beginnt daran zu arbeiten, sich zu vervollkommnen, wenn man beginnt, sein finsteres Bewusstsein oder seine bösen Gedanken zu bekämpfen und danach strebt, liebevoll zu sein, danach, seinem Nächsten zu verzeihen usw. Wenn man beginnt, sich in dieser Richtung zu üben, kann man eines schönen Tages einen kosmischen Erleuchtungsblitz erleben. Das bedeutet, dass man in eine Art Stimmung kommt, deren Vibrationen mit den kosmischen Energien in Verbindung kommen, die ins Gehirn einschlagen, und dann hat man ein Erlebnis der einen oder anderen kosmischen Art. Dieses Erlebnis kann darin bestehen, dass man plötzlich erlebt, man ist unsterblich. Man kann nicht erklären, wie das geschieht, aber man weiß, man ist unsterblich. In einem anderen Fall kann man die Reinkarnation erleben. Man kann fühlen, dass man mehrere Leben gelebt hat – also als Tatsache. Auf diese Weise kommen diese kosmischen Erleuchtungsblitze, wenn man selbst an einer höheren Moral zu arbeiten beginnt. Wenn man beginnt, sich von all dem gewöhnlichen Irdischen abzuwenden, wenn man es z. B. unterlässt, Tiere zu töten und Fleisch zu essen usw., dann kann man damit rechnen, allmählich solche kosmischen Erleuchtungsblitze zu erleben. Diese Erleuchtungsblitze werden immer öfter kommen, um zuletzt, wenn der Mensch voll und ganz entwickelt ist, zu einem permanenten Bewusstsein zu werden.
Das ist das, was ich kosmisches Bewusstsein nenne, und es wird von der Intuitionsfähigkeit getragen. Diese Fähigkeit fördert ein ganzes System von Wahrnehmungsfähigkeiten, die alle zur Aufgabe haben, dem Menschen Bewusstsein auf der kosmischen Ebene zu geben. Es sind diese Fähigkeiten, aus denen heraus ich spreche. Ich habe ja nie Bücher gelesen oder Wissen von anderen erhalten. Ich habe mithilfe dieser Fähigkeit mein ganzes Wissen in mir selbst. Der Wissenschaft fehlt diese Intuitionsfähigkeit und man versteht nicht, dass sich die Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen in einer Entwicklung befindet. Die Menschen haben eine Instinktenergie, die degeneriert ist. Dann haben sie Schwereenergie, die explosive Energie, die morden und totschlagen will. Und dann haben sie die Gefühlsenergie, die der Wahrnehmung zu Grunde liegt. Wir fühlen das Licht mit unseren Augen, wir fühlen den Laut mit unseren Ohren. Wir fühlen das Essen mit unserer Geschmacksfähigkeit, mit unserer Zunge. Auf diese Weise ist die Gefühlsenergie die Grundlage für alles Wahrnehmen.
Mit diesem Fühlen oder Empfinden kann man nur physische Dinge erleben. Wissenschaftler und andere Intellektuelle Menschen besitzen Intelligenz, aber Intelligenz ist keine Wahrnehmungsfähigkeit. Man kann mit der Intelligenz nicht die Welt, die Landschaft, Städte, Eisenbahnen oder irgendwelche Dinge wahrnehmen. Sie hat eine ganz andere Mission. Die Intelligenz ist eine Fähigkeit zur Analyse. Wenn man durch seine Sinne viele Erlebnisse gehabt hat, kann man sie mit der Intelligenz analysieren und herausfinden, was sie bedeuten. Mit der Intelligenz bekommt man ein Bild, eine Erklärung, eine Analyse der Gefühlserlebnisse, die man gehabt hat. All das Wissen, mit dem Sie hier sitzen, haben Sie durch Ihr Gefühl erlebt und Sie haben es mit Ihrer Intelligenz zusammengesetzt, sodass es zu bestimmten Tatsachen, Erinnerungen usw. wird. Das macht man mit der Intelligenz.
Obwohl Wissenschaftler eine große Intelligenz besitzen, können sie nicht kosmisch wahrnehmen. Wenn sie kosmisch wahrnehmen sollen, müssen sie Intuition besitzen. Es gibt vereinzelt Anzeichen dafür, dass einige Intuition besitzen. Ich könnte mir vorstellen, dass Professor Bohr und Einstein etwas Intuition besaßen. Deshalb wurden sie herausragende Wissenschaftler. Wenn die Forscher im Allgemeinen diese Intuition aber nicht besitzen, können sie ja nichts kosmisch erleben. Sie können nichts geistig erleben. Wenn sie keine geistigen Realitäten erleben und geistige Erfahrungen machen können, können sie die Intelligenz nur dazu gebrauchen, das Materielle zu sortieren und zu analysieren. Etwas, das sie nicht erleben können, können sie nicht mit der Intelligenz analysieren. Eine große Intelligenz zu besitzen, bedeutet nicht, dass man erleben kann. Mit der Intelligenz kann man hingegen analysieren und sich begreiflich machen, was man erlebt.
Frage Nr. 217 aus dem neuen Buch Martinus beantwortet Fragen. Aus einer Fragestunde im Martinus-Institut am 22. April 1970, die auf Band aufgezeichnet wurde. Themenüberschrift und Bearbeitung der Bandabschrift von Torben Hedegaard. Vom Rat gutgeheißen am 27. Januar 2024. Artikel-ID: M4043. Übersetzung: Vincent Stadlmair.
© Martinus-Institut 1981, www.martinus.dk
Unter Angabe des Copyrights und der Quelle können Sie gerne zu diesem Artikel verlinken. Unter Beachtung des Urheberrechts können Sie auch gerne aus dem Artikel zitieren. Kopien, Nachdrucke und andere Formen der Wiedergabe des Artikels sind nur nach schriftlicher Absprache mit dem Martinus-Institut möglich.
Kommentare können an: info@martinus.dk gesendet werden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.
