Stern-Symbol im Menü


Lesen und suchen im Das Dritte Testament
 
 Ziff.:  
(1-288) 
 
Erweiterte Suche
   

 

Die zweite Abteilung. Fanatismus. "Rekruten" und "Lehrlinge" religiöser Gemeinschaften. Auflösungskräfte geistiger Gemeinschaften. Der erste Widerstand gegen den neuen Weltimpuls  126. Die zweite Abteilung. Mit den Analysen der Wesen der ersten Kategorie und der ersten Abteilung der zweiten Kategorie sind wir durch die äußeren Vorposten oder die Peripherie der Erdenmenschheit vorwärts zum Licht gekommen. Durch die Analysen der Wesen in den nachfolgenden Abteilungen der zweiten Kategorie werden wir nunmehr zu der großen Herde und zu den mehr allgemeingültigen Bewußtseinszuständen kommen.
      Unter den Wesen der zweiten Abteilung werden diejenigen, die am nächsten an die Wesen der ersten Abteilung grenzen, diesen in geistiger Beziehung natürlich sehr ähneln, aber die Fähigkeit zur Vernunft ist hier noch geringer im Verhältnis zum Gefühlsvermögen als bei den Wesen der ersten Abteilung. Und je mehr man sich vom Gebiet der genannten Abteilung entfernt, desto mehr macht sich dieses Verhältnis geltend. Die Wesen dieser und der folgenden Abteilungen der zweiten Kategorie repräsentieren deshalb eine lange Reihe verschiedener Formen eines fehlerhaft beherrschten und zuweilen sogar irregeleiteten Gefühlslebens. Da das Gefühlsleben dem zugrundeliegt, was wir "Religiosität" nennen, und da das genannte Gefühlsleben bei sämtlichen dieser Wesen eben im Übergewicht ist, sind sie stark religiös eingestellt. Diese Einstellung jedoch ist wieder mehr oder weniger im selben Grad unintelligenzmäßig, wie die Intelligenz bei den betreffenden Wesen im Verhältnis zum Gefühl zu klein ist. Ihre Religiosität besteht deshalb in überwiegendem Maße aus unintelligenzmäßigem Gefühl, was wieder dasselbe wie "Fanatismus" ist. Wir werden deshalb bei den Wesen innerhalb der hier geschilderten Abteilungen der zweiten Kategorie viel religiösen Fanatismus antreffen. Von den Wesen innerhalb der zweiten Abteilung finden wir viele als Mitglieder der in den späteren Zeiten entstandenen herausragenden, geistigen Gemeinschaften, Gesellschaften und Sekten. Während die Wesen der ersten Abteilung, die es als Mitglieder der genannten Gemeinschaften gibt, in vollem Kontakt mit deren Ideen, Gesetzen und Prinzipien leben, in Harmonie mit dem Geist des Urhebers der betreffenden Gemeinschaften sind und in bezug auf Entwicklung also auf eine Weise als "geborene" Mitglieder zu betrachten sind, sind die Wesen der zweiten Abteilung, die auch als Mitglieder derselben Gemeinschaften zu finden sind, nicht als "geborene" Mitglieder oder als Mitglieder aufgrund von Anlagen oder Qualifikationen zu betrachten, sondern sie sind dagegen nur Mitglieder auf Basis einer Mitgliedskarte. Sie sind eigentlich nur "Rekruten" oder "Lehrlinge" der betreffenden Gemeinschaften, was sich darin zeigt, daß sie sich noch nicht die Toleranz, Demut, Selbstlosigkeit und Moral angeeignet haben, für die der Stifter oder Urheber ihrer Gemeinschaft Ausdruck gab. Das bedeutet also wieder, daß sich ihr unausgewogenes Gefühlsleben in diesem Fall in Entrüstung und Geringschätzung gegenüber anderen Geistesgemeinschaften als ihrer eigenen auswirkt, welche sie eben überbewerten und von der sie behaupten, sie sei die einzig seligmachende. Da sie noch in hohem Grad Selbstsucht und Ehrgeiz repräsentieren, streben sie, geblendet von dem vielen theoretischen Wissen, mit dem ihre Gemeinschaft sie bereichert hat, danach, sich auf Führungsposten und Leitungsstellungen innerhalb ihrer Gemeinschaft zu erheben. Dieses angelernte Wissen, das sie in ihrer Naivität und Selbstsucht und ihrem Glauben nach als ihr eigenes Wissen betrachten, belastet sie mit geistigem Hochmut, der wieder ihre Fähigkeit zur Vernunft in einem solchen Grad überdeckt, daß sie ihre Disqualifikationen oder ihre wahre Identität als "Rekruten" oder "Lehrling" ihrer Gemeinschaft nicht sehen können. Wir können deshalb Zeuge der eigentümlichen Erscheinung werden, daß die Leitung einer solchen geistigen Gemeinschaft zuweilen ganz in die Hände dieser ihrer am wenigsten entwickelten Wesen gekommen ist und daß ihre Prediger, Redner oder Gruppenleiter ausschließlich Theoretiker sind und deshalb zuweilen Vorträge vor Zuhörern halten werden, die ihnen in Hinsicht auf die praktische Einhaltung oder Erfüllung der Traditionen der betreffenden Gemeinschaft weit überlegen sind oder Qualifikationen genug besitzen, um selbst die berechtigten oder geborenen Lehrer oder Leiter zu sein. Das Resultat hiervon wird ganz natürlich, daß sich die zuletzt genannten Wesen allmählich aus der genannten Gemeinschaft abmelden, diese danach in entsprechendem Grad ihren geistigen Wert verliert und nicht mehr Ausdruck für die Höhe des geistigen Standards sein kann, zu dem sie anfänglich durch die Hand des Urhebers bestimmt war. Wenn eine geistige Gemeinschaft so weit gekommen ist, daß intolerante, egoistische Wesen sich ihre Leitung angeeignet haben, geht sie unaufhörlich ihrer Auflösung entgegen. Intoleranz, Ehrgeiz, Egoismus und Hochmut sind somit die Auflösungskräfte der geistigen Gemeinschaften und können im schlimmsten Fall bewirken, daß solche geistigen Gesellschaften oder Zusammenschlüsse mit toten und ausgebrannten Sonnen oder Planeten zu vergleichen sind, die, wie es bei dem Mond der Fall ist, ihrer Verwitterung oder ihrem Untergang entgegengehen. Wenn die vorgenannten Realitäten allmählich in einer geistigen Gemeinschaft die Oberhand bekommen haben, dann ist das also in Wirklichkeit ein Ausdruck dafür, daß diese Gemeinschaft ihre Rolle ausgespielt hat, nun im Sterben liegt und ihre Mission bald beendigt.
      Da die Kräfte des neuen Weltimpulses schon eine längere Zeit im Verborgenen auf die Wesen der zweiten Abteilung eingewirkt haben, fühlen sie ganz gewiß, daß die Welt zu einer geistigen Erneuerung drängt und daß eine solche Erneuerung jetzt stattfindet, aber in ihrer Naivität, ihrem Hochmut und Ehrgeiz haben einzelne dieser Wesen die fast unerschütterliche Überzeugung, daß die genannte Erneuerung ausschließlich durch ihre besondere Gemeinschaft kommen kann und daß deren Stifter der Welt alles gegeben hat, was sie an geistigem Wissen braucht. Ja, der genannte Urheber wird zuweilen als Welterlöser betrachtet, als eine Art neuer Messias, sogar gegen seine eigene offensichtliche Verneinung. Solche Wesen gehen ganz gegen den Geist in ihrer eigenen Gesellschaft und werden in ihrem Enthusiasmus und in ihrer Überempfindlichkeit überall Unwillen gegen den neuen Weltimpuls fühlen, wo er sich in Ideen und Erscheinungen zeigt, die außerhalb der Terminologie und der Erwartungen ihrer eigenen Gesellschaft liegen. Der genannte Weltimpuls wird deshalb hier auf den ersten Widerstand treffen und wird hier das Wort des Nazareners bestätigen: "Und die Ersten sollen die Letzten sein".


Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an webmaster senden.