Stern-Symbol im Menü


Lesen und suchen im Das Dritte Testament
 
 Ziff.:  
(1-288) 
 
Erweiterte Suche
   

 

Die dritte Abteilung. Politiker. Der neue Weltimpuls trifft bei den eigenen Anhängern auf Widerstand. Eine Reformation auf antireligiöser Basis als Erschaffung einer neuen Revolutionsgrundlage. Kein politisches Unternehmen kann ohne geistige Basis Erfolg haben. Die Antireligiosität zerbröckelt und eine vollkommene Politik entsteht  137. Die dritte Abteilung. Wir sind hier einer Reihe von Wesen gegenübergestellt, deren Hauptinteresse Gemeinschafts- und Regierungsverhältnisse sind. Dieses Interesse kann von einer Natur sein, die sich von einer dominierenden, ja zuweilen sogar verbrecherischen Selbstsucht bis zu einer hervorragenden Selbstlosigkeit oder bis zu Idealismus erstreckt. Dieses Interesse kennt man unter dem Begriff "Politik" und ihre Ausüber als "Politiker". Je primitiver das Gefühlsleben dieser Politiker im Verhältnis zu ihrem Intelligenzleben ist, desto unedler oder selbstsüchtiger tritt ihre Politik hervor, während das Gegenteil in steigendem Maß der Fall ist, je mehr sich diese Wesen einem Bewußtseinsleben nähern, dessen Gefühl beginnt, ebenbürtig mit ihrer hervorragenden Intelligenz zu werden. Im ersten Fall werden die Wesen geradezu fanatische Anhänger von Nationalismus, Krieg und Machtmitteln, von Kapitalismus und rücksichtslosen Ausbeutungsmethoden, von Bekämpfung der Alten- und Krankenfürsorge usw. (Siehe Stück 95 "blinde Politiker".) Dagegen sind diese Wesen im letzteren Fall eifrige Vorkämpfer für Internationalismus, Abschaffung von Krieg, Entwicklung von Schul- und Unterrichtswesen, staatliche Fürsorge für alle Kranken und alle alten Wesen, kurz gesagt, sie sind uneigennützige Vorkämpfer für ein lichtes und glückliches Dasein aller Geschöpfe der Gesellschaft und sind also wirkliche Idealisten. Da die Erdenmenschengemeinschaft aus Wesen mit vielen verschiedenen Berufen oder Lebensbahnen besteht und da diese Wesen aufgrund ihres sogenannten "Stimmrechts" Einfluß auf die Leitung der Gesellschaft haben, werden die Wesen aus diesen verschiedenen Lebensbahnen und je nachdem, wie primitiv ihr Gefühl ist, nur daran interessiert sein, dieses ihr Stimmrecht oder ihre Macht zum Vorteil ihres eigenen besonderen Gewerbes zu benutzen, d.h. also zur Favorisierung einer Regierungsform oder Staatsleitung, die dieses besonders beschützen kann. Da diese Lebensbahnen viele verschiedene Grade repräsentieren, von untergeordneten und armen Arbeitern bis zu ökonomisch überlegenen und wohlhabenden Kapitalisten, und da diese nur an der Aufrechterhaltung einer Staatsleitung interessiert sind, die eben die für sie günstigen Bedingungen beschützen kann, ist es klar, daß wir Politiker höchst verschiedener Natur bekommen, Politiker, die einander vollständig diametral gegenüberstehen. So kämpfen die Kapitalisten für ihre Vorteile in der Staatsleitung, und die Arbeiter kämpfen für ihre eigenen. Die Resultate hiervon werden die sogenannten "politischen Kämpfe", die nicht immer ganz unblutig oder ohne Revolution verlaufen.
      Da der neue Weltimpuls, wie im vorigen Kapitel beschrieben, die Entwicklung in Richtung einer Vereinigung aller Staaten der Welt unter einer gemeinschaftlichen demokratischen Weltleitung führen wird, in Richtung der Abschaffung der gehobenen und niederen Klassen, der Überführung der Arbeitsvermittlung an die Weltleitung usw., wird sie also unvorteilhaft auf alle Politik wirken, die in die entgegengesetzte Richtung geht, und wird also die Repräsentanten dieser Politik zu Gegnern bekommen. Und wir müssen hier wieder an das Stück 95, "blinde Politiker", erinnern.
      Außer dem hier genannten Widerstand erhält der neue Weltimpuls auch ziemlich viel Widerstand von Wesen, die in Wirklichkeit seine eigenen Anhänger sind. Es gibt nämlich Wesen, die in außerordentlichem Ausmaß für die neuen materiellen Ideen dieses Impulses empfänglich sind, die aber noch nicht imstande gewesen sind, mit den Geisteskräften oder der religiösen Basis in Berührung zu kommen, auf welchen diese Ideen beruhen. Wenn die neuen materiellen Ideen somit in einem Teil der Erdenmenschen Eingang finden konnten, ohne daß sie für die neuen Geisteskräfte empfänglich waren, so liegt das an dem Umstand, daß sämtliche dieser Wesen eine verhältnismäßig hervorragende Intelligenz haben, die stark genug war, ihren Glauben an die allgemeine, herkömmliche geistige Auffassung vom Dasein zu unterminieren, und gleichzeitig ein Gefühlsleben hatten, das ebenfalls über die alte religiöse Basis hinausgewachsen war, ohne jedoch die neuen geistigen Grundfesten irgendwie erreichen zu können – die Grundfesten die jedoch diese Wesen instandsetzten, den Idealismus, den die neuen materialistischen Ideen enthalten, zu sehen und damit zu akzeptieren. Das Resultat hiervon mußte dann notwendigerweise sein, daß sämtliche dieser Wesen Vorkämpfer und Ausbreiter einer auf diesen neuen materiellen Ideen aufgebauten Reformation wurden, ohne sich jedoch auf der geistigen oder religiösen Basis dieser Reformation zu befinden. Und da sie aufgrund ihrer entwickelten Intelligenz imstande waren, die verschiedenen Mängel der alten religiösen Vorstellungen und Begriffe zu sehen, aber nicht imstande waren, sich irgendwelches neues Wissen auf dem religiösen Gebiet anzueignen, und da die zuvorgenannten alten Begriffe zuweilen für den Kampf dieser Wesen für die Ausbreitung der neuen materiellen Ideen hemmend waren, ist in ihrem Bewußtsein geradezu Antipathie gegen alle Religiosität entstanden. Sie wurden antireligiös. Dies hatte dann wieder eine Verfolgung der noch bestehenden und notwendigen kirchlichen Institutionen und Verhältnisse zur Folge. Zugleich hat diese ihre Antireligiosität bewirkt, daß die Verbreitung der neuen materiellen Ideen aufgrund einer viel zu unedlen Diktatur geschieht, in gewissem Maße auf der Basis von Gewaltpolitik, Mord, Totschlag und Verletzungen. Dies hat aber zur Folge, daß sie dabei sind, statt ein Reich des Friedens zu schaffen, ein neues Zwangsregiment, eine neue Form von Kriegsdiktatur und Alleinherrschaft oder eine neue Revolutionsgrundlage zu schaffen.
      Da aber die Erdenmenschheit in ihrer Entwicklung so weit fortgeschritten ist, daß Millionen ihrer Wesen nur für materielle Reformen empfänglich sind, die auf den unerschütterlichen Grundfesten des Lebens beruhen, nämlich einer absolut geistigen Basis, wird kein politisches Vorhaben zu irgendeinem endgültigen Sieg oder zu Erfolg in der Welt kommen, bevor es auf diesem göttlichen Fundament des Lebens steht. Und die reformierenden Ideen des göttlichen Weltimpulses, die bereits mehr oder weniger in Reinkultur und ohne religiöse Basis und daher mit einer revolutionären Natur begonnen haben, Umwälzungen in der Welt zu schaffen, werden denn auch zeigen, daß sie keine weitere Ausbreitung als bis zu den Teilen der Erdenmenschheit bekommen, wo man verhältnismäßig primitiv und ohne besondere Geisteskultur ist. Und dies ist der Fall, solange die Ausbreitung nur auf bloßem Materialismus, auf Macht und Diktatur beruht.
      Solche Wesen, die mehr oder weniger Vorkämpfer für die materiellen Ideen des neuen Weltimpulses geworden sind, ohne in Berührung mit den tieferliegenden religiösen oder kosmischen Kräften hinter diesen Ideen gekommen zu sein, und diese daher als Antireligiöse bekämpfen, sind somit in Wirklichkeit zugleich Vorkämpfer und Gegner der Weltreformation. Sie bekämpfen deren geistige, stimulieren aber deren materielle Energien. Da aber nichts ohne geistige Energie oder Kraft bestehen kann, neutralisieren diese Wesen somit, ohne es zu wissen, ihre eigenen Vorhaben. Da aber ihre Antireligiosität eigentlich nur auf einer fehlenden intelligenzmäßigen Auseinandersetzung mit den kosmischen Gesetzen beruht, wird ihre Antireligiosität in dem Maße zerbröckeln, wie die betreffenden Wesen, die ja im Grunde Idealisten sind, in Berührung mit einer die Intelligenz voll zufriedenstellenden Analyse der genannten Gesetze kommen. Und die Politik dieser Wesen wird dann in Reinkultur hervortreten, wird wie eine klare Quelle sprudeln und dort Oasen und Fruchtbarkeit schaffen, wo jetzt brennende Wüste, Dürre und Tod sind.


Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an webmaster senden.