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Artikelübersicht

M0130
Das Jüngste Gericht
von Martinus

12.1 Das Jüngste Gericht ist eine letzte krampfhafte Zuckung einer veralteten und sterbenden Weltanschauung
Wir leben in einer Zeitepoche, in der die Weltentwicklung in einer sehr kritischen Phase ist. Die Reste früherer primitiver Moralbegriffe, die stimulierend oder fördernd sind für Diktatur, nationale Machtentfaltung, Eroberungslust, Militarismus, prunkvolle Paraden usw., befinden sich sehr in einer Renaissance. Dass dieses mittelalterliche System der Alleinherrschaft mit seinem totalen Mangel an Zensur glänzende Kanäle für die Entfaltung von primitiven Bewusstseinstendenzen despotischer Machthaber schafft, ist natürlich eine Selbstverständlichkeit. Wer wagt es, der Todesstrafe zu trotzen, indem man dem "Alleinherrscher" widerspricht? –
Wir sehen deshalb auch, dass primitive Bewusstseinstendenzen wie Intoleranz, Rassenhass, Religionsverfolgung, Gefängnis oder Todesstrafe für alle "nicht autorisierten" Meinungen oder Auffassungen in großem Ausmaß an Boden gewinnen und geradezu Freiräume innerhalb der diktatorischen Machtzonen gefunden haben, in denen sie als Idealismus betrachtet werden.
Es ist klar, dass mit der Ausbreitung solcher Machtfaktoren in der Welt jegliche Arbeit für internationalen Völkerfrieden und internationales Völkerverständnis stagniert, für jedes demokratische Streben hin zu einem gemeinsamen Völkergericht, einem internationalen höchsten Gericht, das mit der Autorität und Macht versehen ist, die Anarchie zu verbannen, in der sich alle Nationen noch befinden oder von der sie bedroht sind, wo gleichzeitig die Menschheit unter einem nie zuvor gesehenen Aufrüstungswahnsinn verarmt. Krankheit, Demoralisierung, Revolution, Mord, Selbstmord, Totschlag und Verstümmelung, Geistesschwäche, Geisteskrankheit, Mittellosigkeit und Lebensüberdruss sind alle Faktoren, die in besonderem Grade große Teile der Menschheit des zwanzigsten Jahrhunderts prägen. Und die Sache wird dadurch nicht besser, dass das erwähnte Aufblühen der vorzeitlichen, primitiven Kräfte sich in dem so hoch gepriesenen, kulturell entwickelten Europa konzentriert und also in der Nähe der Herzregionen der Weltkultur versucht, seine todbringenden Dunstschwaden über die übrige Welt zu verbreiten. Ganz gewiss sind die genannten Kräfte gemäß der höchsten okkulten Analyse in den Zonen der Erde so ausgelebt und veraltet, dass sie die Welt niemals mehr ganz beherrschen werden. Dies verhindert jedoch nicht, dass sie sich, wie erwähnt, gerade heute in neuem Aufblühen befinden. Dieses Aufblühen wird also als ein letztes krampfhaftes Zucken einer veralteten und sterbenden Weltauffassung verlaufen, einer Bewusstseinsschicht mit tierischen und tötenden Traditionen. Dies ist der Todeskampf des Tierreichs in der erdenmenschlichen Bewusstseinszone. Wir sind dabei, das "Jüngste Gericht" oder den Anfang vom "Ende der Welt" zu erleben. Wir leben in den "letzten Zeiten".
12.2 Jesu Aussagen über das Jüngste Gericht, das Ende der Welt und die letzten Zeiten
Was bedeuten das "Jüngste Gericht", das "Ende der Welt" oder die "letzten Zeiten"? – Ja, die Antwort finden wir in der Aussage Jesu, wo er sagt:
"Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen.
Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet.
Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken.
Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist.
Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.
Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben?
Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben?
Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.
Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!
Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht.
Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen?
Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ich auch mir nicht getan. Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben." (Mt 25,31-46)
12.3 Das "Jüngste Gericht" ist der "Tag der Weisheit"
Hier haben wir also die Aussage eines kosmischen Wesens über das "Jüngste Gericht". Dass diese Aussage eine Buchstabenform hat, die dem Einfältigen passt, und eine hinter der Buchstabenform verborgene geistige Form oder Wahrheitsseite, die für den Hochintellektuellen erkennbar und mit ihm in Harmonie ist, werde ich im Folgenden versuchen, den Lesern zu zeigen.
Was ist die "Herrlichkeit des Menschensohnes"? – Die "Herrlichkeit des Menschensohnes" kann nur die vollkommene Mentalität oder das vollkommene Bewusstsein des Menschensohnes sein und die darauf basierte entsprechend vollkommene oder fertige Wesensart, die ihn, wie bekannt, "eins mit dem Vater" gemacht hat. Eine größere "Herrlichkeit" kann man sich wohl nicht vorstellen? – Ist nicht jede beliebige andere Form der Herrlichkeit demgegenüber nur eine Art "Gold" und "Glanz", der Zufriedenstellung der Eitelkeit und des Ehrgeizes des gewöhnlichen Erdenmenschen angepasst?
Die zuerst genannte Herrlichkeit ist also das Fundamentale in der Manifestation des "Jüngsten Gerichts". Aber diese Herrlichkeit in Form der Wesensart Jesu ist wiederum dasselbe wie "der Heilige Geist". Wenn Jesu Wesensart, Mentalität oder "der Heilige Geist" sich wieder auf Erden zeigt, dann werden also "alle Völker" darauf aufmerksam.
Da diese Wesensart jedoch die Offenbarung des höchsten Wissens ist, d.h. die höchste Kenntnis vom Leben an sich und dessen Sinn, wird die Offenbarung dieses Geistes auf der Welt also in Wirklichkeit eine Entschleierung der Harmonie oder Disharmonie jedes Menschen mit den Gesetzen des Lebens. Es wird sichtbar, wer mit dem Leben in Kontakt ist und wer damit in Disharmonie ist. Es entstehen also zwei Gruppen Menschen auf der Welt. "Der Heilige Geist" scheidet in der Tat "die Schafe" von "den Böcken". Er fällt also ein "Urteil" über die Menschen. Das ist jedoch kein "Strafurteil". Es ist nur ein Nachweis, eine göttliche Analyse der Menschen und ihrer Schicksale, ihrer Widerwärtigkeiten und ihrer Glücksgefühle. Es "verurteilt" die Menschen nicht zur "ewigen Qual" oder zum "ewigen Leben". Es ist nur eine Aufklärung darüber, wer zur "ewigen Qual" geht und wer zum "ewigen Leben" geht. Als "Urteil" betrachtet ist es nur eine intellektuelle Erklärung darüber, wer wer ist, und kann also ausschließlich nur "Weisheit" sein. Diese "Weisheit" ist gemäß "Livets Bog" wiederum kulminierende Liebe. Der Tag des "Jüngsten Gerichts" ist also der Tag der "Weisheit", d.h. also wiederum indirekt der "Tag der Liebe".
12.4 Am Tag des Jüngsten Gerichts werden die Leiden oder die Finsternis in gewaltiger Entfaltung sein, wie gleichzeitig das Licht ebenso stark konzentriert hervortreten wird
Was die Menschen am "Tag des Jüngsten Gerichts" "verurteilt", sind also ausschließlich ihre eigenen Taten. Die Weisheit sagt ja: "Was der Mensch sät, wird er ernten." Wenn jemand Schmerzen und Unannehmlichkeiten erleidet, sind diese ja identisch mit dem, wozu er sich bereits selbst aufgrund seiner Wesensart seiner Umgebung gegenüber im Voraus verurteilt hat, indem er dies "gesät" hatte, wie auch das Angenehme oder "Gute" auf die gleiche Weise entstanden ist.
Die Bibel berichtet also, dass eine Zeit kommt, in der diese "Ernte" besonders konzentriert ist, was wiederum bedeutet, dass sie während eines viel kürzeren Zeitraums stattfindet, als es sonst der Fall ist. Das bedeutet also eine Zeitperiode, in der die Leiden und die Finsternis in gewaltiger Entfaltung sind, wie gleichzeitig das Licht ebenso stark konzentriert hervortreten wird.
Wie bereits erwähnt, ist dieses starke Licht das "zweite Kommen" Christi. Dieses "zweite Kommen" ist also, wie wir bereits hervorgehoben haben, die Offenbarung "des Sprechers des Heiligen Geistes", die den Menschen die höchste Weisheit bringen soll, die Christi "erstes Kommen" den Menschen aufgrund ihres noch primitiven Zustands nicht geben konnte. Dass dieses Licht zu einem Zeitpunkt kommen muss, an dem der mentale Himmel voller Wolken ist, ist natürlich eine Selbstverständlichkeit. Was sollte sonst die "Wolken" auflösen? Es ist ja immer die Sonne, die Licht- und Wärmequelle, die die Atmosphäre aufhellt. Und gerade hierauf bezieht sich die Beschreibung "Und sie werden den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen", wenn sie einen Sinn ergeben soll.
Das "zweite Kommen" Christi geschieht also mehr auf den "Wolken" als sein "erstes Kommen", das eine rein physische, körperliche Demonstration in Form der Kreuzigung war. Dieses "erste Kommen" war ein "Jüngstes Gericht" in Miniatur. Es war eine praktische Demonstration des Einzugs des "Jüngsten Gerichts" in das Bewusstsein des einzelnen Menschen. Es war eine Vorführung dessen, wie der entwickelte Mensch das "Jüngste Gericht" oder die Leiden entgegennimmt und durch sie die "Auferstehung" oder die Vollkommenheit erreicht. Es war eine Anweisung dessen, wie der Erdenmensch das "Jüngste Gericht", wenn es beim "zweiten Kommen" Christi auf die ganze Menschheit gerichtet ist, entgegennehmen soll. Das "Jüngste Gericht" ist die Wanderung der Menschheit nach Golgatha. Nur durch den "blutigen Schweiß der Angst" von "Gethsemane" werden die Menschen für das Licht, für die "Auferstehung", empfänglich.
12.5 Der Todeskampf des Tierreichs in der Mentalität der Erdenmenschheit
Die einfachen und deutlichen Worte der Bibel über den "Tag des Jüngsten Gerichts" sind demnach keine Verkündigung einer Realität, die im buchstäblichen Sinne an einem einzelnen bestimmten physischen Tag ausgelöst wird, wie die Menschheit natürlich auch nicht in zwei buchstäblichen Reihen aufgestellt wird, um von einem Wesen "verurteilt" zu werden, das auf einem rein materiellen Thron sitzt, der mit physischem Gold und Glanz geschmückt ist. Eine solche Machtherrschaft gehört nur dem primitiven Menschen an. Sie ist der höchste Begriff, den er sich von Macht und Herrlichkeit bilden kann. Deshalb muss die kosmische Herrlichkeit des "Jüngsten Gerichts" notwendigerweise mit diesem Begriff symbolisiert werden. Sonst wäre die Erzählung ja ohne jeglichen Inspirationswert für dieses Wesen. Wir sehen geradezu noch heute viele Menschen, die sich hartnäckig an die Buchstabenform der Erzählung vom "Jüngsten Gericht" klammern, weil sie ausschließlich nur dadurch ihre Inspiration bekommen können.
Der "Tag des Jüngsten Gerichts" ist also die Begegnung der Menschheit mit der Kulmination der Wirkungen fehlerhafter Lebensführung, Laster und Ausschweifungen über Generationen hindurch. Da diese Realitäten den Kontrast ausmachen zu jeglichem Wohlbefinden, Glück und Gefühl von Behagen, muss eine solche Begegnung Leiden bedeuten. Da dieses Leiden der Todeskampf des Tierreichs in der Mentalität der Erdenmenschheit ist und da ein solcher Kampf in der Regel gewaltiger ist als eine gewöhnliche Kraftentfaltung, wird dieser Todeskampf also eine ganz ernste Angelegenheit, ja, ein Drama, desgleichen die Welt noch nicht gesehen hat, eine Kulmination der Auslösung von genialen Mordprinzipien, die kraft der bewussten Ausnutzung von Pestbazillen, Todesstrahlen, Giftgas zu dem gewöhnlichen Kriegsmaterial Gemeinden, Städte und Länder entvölkern wird. Ein solcher neuer Weltbrand wird keine Sieger oder Besiegten hinterlassen. Er wird keinem Volk oder Staat eine Ersatzpflicht abpressen. Er wird nämlich nicht nur eine zerrissene Menschheit zurücklassen, die auf dem Altar des tötenden Prinzips eine Bagatelle von 10 Millionen Gräbern errichten musste wie im Krieg 1914-1918, sondern auch ein Drittel der Menschheit als Leichen, abgesehen von den gewöhnlichen Scharen von Invaliden, Witwen, Vaterlosen, Ruinierten und Obdachlosen, die im Kielwasser eines Krieges folgen, aber in diesem Fall also in einem noch weit größeren Maßstab.
12.6 Die eigene Erzählung der Bibel über den "Tag des Jüngsten Gerichts"
Ich kann hier in einem so kleinen abgeschlossenen Artikel keine nähere Einzelheiten der großen Kriegsprozesse darlegen, die Hand in Hand mit den eigenen katastrophalen Entfaltungen der Natur die Mentalität der Erdenmenschen dahin verwandeln, einen "neuen Himmel" und eine "neue Erde" auszudrücken (d.h. ein neues und innerlicheres Verhältnis zur Gottheit und eine absolut liebevolle oder gerechte Verteilung oder Administration der materiellen Werte der Erde, sodass man von Armut, Not und Mittellosigkeit nichts mehr weiß). Ich muss mich daher hier damit begnügen, auf ein paar Verse in der Erzählung der Bibel über den "Tag des Jüngsten Gerichts" hinzuweisen. Der erste Vers lautet wie folgt:
"Der erste Engel blies seine Posaune. Da fielen Hagel und Feuer, die mit Blut vermischt waren, auf das Land. Es verbrannte ein Drittel des Landes, ein Drittel der Bäume und alles grüne Gras.
Der zweite Engel blies seine Posaune. Da wurde etwas, das einem großen brennenden Berg glich, ins Meer geworfen. Ein Drittel des Meeres wurde zu Blut. Und ein Drittel der Geschöpfe, die im Meer leben, kam um, und ein Drittel der Schiffe wurde vernichtet.
Der dritte Engel blies seine Posaune. Da fiel ein großer Stern vom Himmel; er loderte wie eine Fackel und fiel auf ein Drittel der Flüsse und auf die Quellen. Der Name des Sterns ist ‚Wermut'. Ein Drittel des Wassers wurde bitter, und viele Menschen starben durch das Wasser, weil es bitter geworden war."
In der zweiten Strophe heißt es:
"Da wurden die vier Engel losgebunden, die auf Jahr und Monat, auf Tag und Stunde bereitstanden, um ein Drittel der Menschheit zu töten.
Und die Zahl der Reiter dieses Heeres war vieltausendmal tausend; diese Zahl hörte ich.
Und so sahen die Pferde und die Reiter in der Vision aus: Sie trugen feuerrote, rauchblaue und schwefelgelbe Panzer. Die Köpfe der Pferde glichen Löwenköpfen, aus ihren Mäulern schlug Feuer, Rauch und Schwefel.
Ein Drittel der Menschen wurde durch diese drei Plagen getötet, durch Feuer, Rauch und Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorkamen.
Denn die tödliche Macht der Pferde war in ihren Mäulern und in ihren Schwänzen. Ihre Schwänze glichen Schlangen, die Köpfe haben, mit denen sie Schaden zufügen können." (Offb 8,7-11, 9,15-19)
12.7 Die Mission des Tages des Jüngsten Gerichts ist es, die Menschen an die vergessene Liebe zum Nächsten zu erinnern
Selbst wenn man diese Auszüge der Verkündigung über die Katastrophen des "Jüngsten Gerichts" nicht buchstäblich auffassen möchte, kann man dennoch nicht umhin, dass sie Ereignisse solcher Dimensionen beschreiben, dass es ihresgleichen in der ganzen Geschichte der Menschheit nicht geben wird.
Einen Ozean von Herzensblut und Tränen wird es die Menschheit kosten, um mit den Gesetzen des Lebens in Kontakt zu kommen. Nur durch die Trauer über die Sünde gegen unseren Nächsten führt der Weg zur "neuen Erde und zum neuen Himmel". Es ist die Mission des "Jüngsten Gerichts", die Menschen an die vergessene Liebe zum Nächsten zu erinnern.
Dass diese Erinnerung von so drastischer Natur sein muss, wird mehr und mehr verständlich, wenn man sich klar macht, dass die theoretische Erinnerung an dieses Thema jahrhundertelang wöchentlich von Tausenden Kanzeln auf der ganzen Welt wiederholt worden ist, gleichzeitig damit, dass ehrliche Reformatoren, Propheten, Evangelisten, Sektengründer und andere Moralisten in großer Anzahl versucht haben und es immer noch versuchen, die Weltmentalität auf die Nächstenliebe hinzudrehen, ohne im Geringsten irgendeinen hemmenden Einfluss auf den kriegerischen Mordwahnsinn, der jetzt vorbereitet wird, bekommen zu haben. Nichts auf der Welt befindet sich in einem so kolossalen Aufblühen wie die moderne Kriegstechnik. Die Hauptproduktion aller erdenmenschlichen Schöpferkraft und allen technischen Könnens wird zugunsten der Ertüchtigung der Völker im gegenseitigen Töten geopfert. Und davon lässt sich die Menschheit durch keinerlei Form von materiellem oder religiösem, theoretischem Einfluss abbringen. Hier sind realistische und starke Erfahrungen notwendig. Gott muss direkt mit jedem einzelnen Menschen sprechen, der noch auf die Macht des Schwertes schwört. Diese Sprache ist das "Jüngste Gericht".
12.8 Durch das Gesetz der Anziehung und Abstoßung wird die gesamte göttliche Administration und Schöpfungsmethode organisiert
Um die Mission und wahre Analyse des "Jüngsten Gerichts" zu verstehen, ist es natürlich eine Voraussetzung, dass man versteht, dass das jetzige physische Erdenleben jedes Wesens nur ein einzelnes Glied in einer unendlichen Kette von Leben ist, die dieses Wesen erlebt hat, und dass es sich also mitten in einem ewigen Dasein befindet. In den Erdenleben, die seinem jetzigen Erdenleben vorausgegangen sind, hat es durch seine Wesensart die Ursachen seines jetzigen Lebens hervorgerufen oder durch seine Wesensart die Ursachen seines jetzigen Schicksals hervorgerufen, wie es durch seine Wesensart in seinem jetzigen Leben die Ursachen des Schicksals hervorruft, das es in seinem kommenden Leben erhalten wird. Von diesem Gesichtspunkt aus gesehen erhält das Problem des "Jüngsten Gerichts" einen Sinn.
Durch das Gesetz der Anziehung und Abstoßung wird die gesamte göttliche Administration und Schöpfungsmethode organisiert. Dieses Gesetz bewirkt, dass Hunde Welpen und Katzen Kätzchen gebären und dass Menschen auf dieselbe Weise bei Menschen geboren werden. Aber nicht nur auf dem Geburtsbereich ist dieses Gesetz maßgebend. Es liegt auch der bekannten Tatsache zugrunde, "gleich und gleich gesellt sich gern" und "zu jedem Topf passt ein Deckel". Es bedingt also, dass verwandte Arten verwandte Arten aufsuchen. Infolgedessen bewirkt dieses Gesetz im Leben auch, dass Menschen derselben Entwicklungsstufe vorzugsweise einander aufsuchen, Anhänger derselben Parteien werden, politischen als auch religiösen. In dieser Aufteilung in Parteien, Sekten und Gemeinschaften beginnen wir bereits, ein rein materielles Erscheinen der zwei Gruppen, der "Schafe" und der "Böcke", zu ahnen. Das heißt wiederum, dass Menschen mit der Neigung zu denselben moralischen Anschauungen, derselben Mentalität und Wesensart immer mehr zusammen in Gruppen konzentriert werden. Diese Gruppen, in ihrer fundamentalsten Form, sind die Nationen. Die Individuen jeder einzelnen Nation haben also etwas in ihrer Mentalität, das mit der Mentalität der übrigen Individuen derselben Nation verwandt ist. Dies hat bewirkt, dass sie in demselben Reich geboren wurden.
12.9 Die "Schafe" und "Böcke" des Jüngsten Gerichts
Unter den Nationen findet jedoch auch eine Gruppierung statt. In dieser werden die Nationen in zwei große Gruppen aufgeteilt. Diese zwei Gruppen sind die "Schafe" und die "Böcke" des "Jüngsten Gerichts". Die eine Gruppe sind die Nationen, die noch auf die Macht des Schwertes schwören, Nationen, deren Bevölkerungen die Ungeheuerlichkeiten des Krieges noch nicht zur Genüge ausgelebt haben, sondern in blindem Eifer dem "Machtprinzip" anstatt dem "Rechtsprinzip" huldigen. Für diese Wesen ist die "Macht" das "Recht". Die andere Gruppe sind die Nationen, deren Bevölkerungen den Krieg ausgelebt haben, Wesen, die zur Genüge Erfahrungen von der Torheit des Kriegs bekommen haben. Für diese Wesen ist das "Recht" die "Macht". Sie sind die "Schafe" auf der "rechten Seite".
Jedoch würde sich diese Wesen in einer entsetzlichen Situation befinden, wenn es innerhalb ihrer Gruppe nicht eine Anzahl Wesen gäbe, die noch dem Schwertprinzip huldigen können, denn sonst würde die erste Gruppe die letztere völlig unterdrücken und verstümmeln. Aber diese bis zu einem gewissen Grad militärisch eingestellten Menschen bilden quasi einen schützenden Schild oder Panzer für den Kern der Gruppe, der ja aus Wesen besteht, in deren Mentalität der Krieg völlig verbannt ist. Wenn es also in der Gruppe der "rechten Seite" Kriegswesen geben kann, beruht das auf dem Umstand, dass sie im Großen und Ganzen von den Wesen der "linken Seite" dadurch abweichen, dass sie hauptsächlich nur darauf eingestellt sind, das Schwert für die Verteidigung wirklicher internationaler, den Frieden fördernder Ideale zu verwenden, was man absolut nicht von der anderen Gruppe sagen kann, die das Schwert ausschließlich nur im Dienste nationaler, egoistischer Erscheinungen gebraucht, auch wenn sie sich liebend gern darauf beruft, für "den Frieden zu kämpfen". Aber das stimmt ja auch gut mit der Prophezeiung über das "Jüngste Gericht" überein. Diese Gruppe hat sich ja in hohem Grad darauf berufen, dem Welterlöser geholfen zu haben, d.h. für die Friedensideale gekämpft zu haben, obwohl sie in Wirklichkeit nichts anderes als Unfrieden gestiftet hat. Die Morde, Totschläge und Verstümmelungen, die sie durch ihre Kriegsideale verursacht, führt sie ja direkt gegen die wirklichen christlichen Ideale aus. Diese Gruppe wird die "ewige Qual" erhalten.
Hier muss man sich daran erinnern, dass, weil die Bibel nicht in besonderem Grade darauf basiert, den Menschen Aufklärungen über die "Reinkarnation" zu geben, man überhaupt keinen Begriff von einem kommenden neuen zeitlichen Dasein hat. Infolgedessen wird alles, was sich auf das Dasein außerhalb des jetzigen physischen Lebens bezieht, als "ewig" bezeichnet. Wenn erzählt wird, dass die Wesen der "linken Seite" der "ewigen Qual" entgegengehen sollen, bedeutet das in Wirklichkeit nur, dass sie in einem neuen physischen Dasein zu den Wirkungen ihrer jetzigen tötenden Wesensart übergehen sollen.
Wenn die Wesen der "rechten Seite", deren Wesensart ja als der höchste Grad von Bescheidenheit bezeichnet wird, weil sie es ja so gewohnt waren, zu geben und zu helfen, dass sie es gar nicht bemerkt hatten, dem Welterlöser damit geholfen zu haben, dem "ewigen Leben" entgegengehen sollen, dem "Reich, das für sie bestimmt war" usw., bedeutet das, dass auch ihr Schicksal in einem kommenden neuen physischen Dasein liegt, wo sie die Wirkungen ihrer jetzigen liebevollen oder entwickelten Wesensart ernten werden.
12.10 Die Menschen werden durch die Reinkarnation auf Basis des Gesetzes der Anziehung und Abstoßung voneinander getrennt
Die Menschen befinden sich also bereits mitten in ihrem "ewigen Dasein". Sie erleben jedoch zurzeit eine Epoche, in der sie ganz besonders voneinander geschieden werden. Dieses Trennen ist in großem Ausmaß durch Auswanderung geschehen und geschieht noch in einem gewissen Grad durch Rassenverfolgung. Das fundamentale subtile Trennen findet jedoch hauptsächlich durch die Reinkarnation statt. Menschen, die zum Leben und zur Mentalität ihrer Nation nicht passen, werden im nächsten Leben nicht in dieser Nation geboren, sondern werden auf Basis des Gesetzes der Anziehung und Abstoßung in der Nation oder in dem Volk geboren, wo das Leben zu ihrem Schicksal passt. Jeder Mensch befindet sich deshalb dort, wo er rechtmäßig in Bezug auf seine frühere Wesensart hingehört. Und dieses Prinzip in der Weltordnung garantiert, dass Eisbären normalerweise nicht am Äquator und Krokodile nicht in den eisigen Polargebieten geboren werden. Alle Wesen kommen dorthin, wo sie auf Grund der von ihrer Wesensart ausgelösten Schicksalsursachen hin sollen. Länder, die für Naturkatastrophen vorbestimmt sind, werden allmählich mit Wesen bevölkert, in deren Schicksalsauslösung und Entwicklung das Erleben der Unannehmlichkeiten der Naturkatastrophen ebenso notwendig ist, wie die Polargebiete normalerweise für die Eisbären und die Tropen für die Krokodile notwendig sind. Dasselbe Prinzip gilt natürlich auch, wenn die Rede von Wesen ist, deren Wesensart helle Schicksalsursachen ausgelöst hat. Wenn sich solche Wesen in Ländern befinden, wo das helle Schicksal nicht manifestiert werden kann, kann das Individuum natürlich nicht dort wiedergeboren werden, sondern wird an einer Stelle und in Umgebungen geboren, wo sein Schicksal rechtmäßig zur Entfaltung kommen kann. Nichts ist also dem Zufall unterworfen. Dieses Prinzip liegt dem Ausspruch Jesu von den Spatzen zugrunde: "Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters", und ebenso seinem Ausspruch: "Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt".
12.11 Nächstenliebe kennzeichnet die Wesen der "rechten Seite", die zu "ewigem Leben" gehen sollen, d.h. das Leben hier auf Erden fortsetzen sollen
Die Natur, d.h. die Gottheit, besorgt also selbst ein Auslesen der Wesen, um sie an die Aufenthaltsstätte führen zu können, die jedes einzelne Wesen besonders passend ist. Zu welcher Auswahl man gehört, hat man also mit seiner Wesensart selbst bestimmt. Um dorthin zu gelangen, der Auswahl anzugehören, die das "ewige Leben" erhält, d.h. ein helles Schicksal im kommenden Leben, ist es deshalb notwendig, dass man sich an Jesu Worte erinnert: "Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach."
Da das "Fleisch" hier das tierische Gewohnheitsbewusstsein und der "Geist" der Wille zum Guten bedeuten, heißt das Obige also, dass die Bekämpfung der noch im Menschen innewohnenden tierischen Anlagen wie Egoismus, Hass und Fleischgenuss der Weg zur "rechten Seite" des "Jüngsten Gerichts" ist. Da diese Anlagen nur durch die Geburt der Fähigkeit, "seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben", aus dem Bewusstsein des Individuums entfernt werden können, ist die Nächstenliebe ja das Kennzeichen der Wesen der "rechten Seite". Da diese Wesen jedoch zum "ewigen Leben" gehen, d.h. das Leben auf Erden fortsetzen sollen, basiert dieses Leben also auf Nächstenliebe. Aber dadurch wird das Leben vom jetzigen Leben abweichen, das auf tierischer Macht und Stärke im Dienste der Eigenliebe basiert. Da dieser alte Kulturzustand bisher die mentale, physische praktische Welt der Erdenmenschen gewesen ist, ist es also diese "Welt", die untergehen wird. Und da die neue Kultur auf Nächstenliebe basiert und damit eine neue praktische und physische Welt ausmacht, ist es also diese "neue Welt", die die "neue Erde" ist. Dass die wissenschaftliche Einstellung dieser neuen Kultur zum "heiligen Geist" den Menschen eine weit schönere und höhere Lebenseinsicht außerhalb des physischen Daseins geben wird, ist natürlich eine Selbstverständlichkeit, insbesondere da das "Jüngste Gericht" ja nicht vor dem "zweiten Kommen" Christi vollbracht werden kann, das, wie bereits erwähnt, das Sichtbarmachen des "heiligen Geistes" auf Erden ist. Da man die überphysischen Regionen und Probleme und das, was dazu gehört, als den "Himmel" bezeichnet, werden die Menschen der neuen Kultur also auch einen "neuen Himmel" haben.
12.12 Das Kennzeichen des Jüngsten Gerichts ist das zweite Kommen Christi, d.h. die Offenbarung des "Heiligen Geistes" oder der wissenschaftliche Nachweis der Nächstenliebe
Ob man versteht, dass wir zurzeit das "Ende der Welt" oder die "letzten Tage" erleben, ist also davon abhängig, ob man versteht, dass die jetzige Kultur gerade untergeht. Ob man imstande ist, den jetzigen Zustand der Welt als "Jüngstes Gericht" zu akzeptieren, ist davon abhängig, ob man imstande ist, die Trennung der "Schafe" und "Böcke" zu sehen und dass "der Heilige Geist", d.h. die Wissenschaft, das Licht und die Liebeslehre, manifestiert wird, ohne die eine neue Weltkultur, in der der Frieden wohnhaft ist, unmöglich entstehen kann. Hat man überhaupt keine Fähigkeit, diese Dinge empfinden zu können, dann wandert man tatsächlich noch blindlings, ganz gleich wie sehr man auch glauben mag, im Besitz der welterlösenden Ideale zu sein. Dann hat man die egoistischen und tötenden Tendenzen des Tieres noch in seinem Charakter. Und man wird durch die Reinkarnation und durch sein Schicksal buchstäblich in die Länder und Zonen geführt, die die "linke Seite" des "Jüngsten Gerichts" sind, um die "ewige Qual" zu erfahren, d.h. das göttliche Erfahrungserlebnis, das einem fehlt, um das Gebot, das die "Erfüllung aller Gesetze" ist, verstehen zu können.
Aber wenn man dieses Erlebnis hinter sich hat, hat man den "Lauf vollendet". Dann steht der Weg zum "neuen Himmel" und zur "neuen Erde" offen. Der "verlorene Sohn" wird wieder mit seinem göttlichen Vater vereinigt.
Das fundamentale Kennzeichen des "Jüngsten Gerichts" ist also das "zweite Kommen" Christi. Dieses zweite Kommen ist, wie gesagt, die Offenbarung "des Heiligen Geistes". Diese Offenbarung muss die wissenschaftliche Dokumentation der Nächstenliebe sein, denn sonst kann sie unmöglich die Basis für die "Erfüllung aller Gesetze" sein, was absolut das einzige Fundament ist, auf dem eine wahre Weltkultur in Harmonie mit den Lebensgesetzen oder mit Christi Wesensart manifestiert werden kann.
Seien Sie deshalb alle auf der Hut! Über die Welt schallt das Echo der größten Finsternis. Die "Geburtswehen" haben angefangen. Auf die Erde fällt jedoch ein Strahl des stärksten Lichts. Es ist dabei, sich in Fleisch und Blut fortzupflanzen. "Wer Ohren hat, der höre." "Wer Augen hat, der sehe. Wer die Liebe hat, begegne Gott."
Diesen Artikel mit dem dänischen Titel "Dommedag" hat Martinus für den dänischen Kosmos Nr. 12, 1938 geschrieben. Der Artikel ist auch in dem dänischen Buch "Artikelsamling 1" als 12. Artikel wiedergegeben. Die hier vorliegende Übersetzung von Liesel Lind geht von dem Buch "Artikelsamling 1" aus. Artikel-ID: M0130. Erstmals im deutschen Kosmos 1/2013 veröffentlicht.
Dieser Artikel wurde im dänischen Kosmos 2, 1999 erneut wiedergegeben. In diesem dänischen Kosmos fügte man dem Artikel folgenden historischen Kommentar hinzu: "Ebenso wie andere Artikel von Martinus handelt auch dieser von ewigen Prinzipien ohne Beziehung zu dem Jahr in dem er geschrieben wurde. Das betrifft jedoch nicht die Einleitung, die deutlich von dem Jahr 1938 geprägt ist, in welchem Hitler und Mussolini provozierend selbstbewusst auftraten. Es mag den Leser vielleicht verwundern, dass Martinus in diesem Zusammenhang von einem "totalen Mangel an Zensur" in diesen Systemen spricht. Selten war die Zensur jedoch härter, aber wie es aus dem Artikel hervorgeht, denkt Martinus hier an die fehlende Zensur die Diktatur selbst betreffend. Sie hatte freie Bahn und bald stand die Welt in Flammen. Damit hat Martinus, wie wir hier sehen, das große Hauptthema des Artikels angesprochen: Was ist das Jüngste Gericht?"

© Martinus-Institut 1981, www.martinus.dk

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