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Artikelübersicht

M1474
Licht in der Finsternis
Von Martinus

1. Die Erfüllung der Weihnachtstraditionen
Wir stehen nun unmittelbar vor der großen hellen Tradition, die wir Weihnachten nennen. Für die allermeisten Menschen verbinden sich mehr oder weniger helle Erinnerungen an Weihnachten. Weihnachten ist zu einem gewaltigen mentalen und physischen Aufgebot geworden. Es ist Tradition, daß zu Weihnachten niemand hungern oder frieren soll, niemand heimatlos oder verlassen sein soll. Allen soll bestmöglich geholfen werden. Es ist zu einem allgemeinen Brauch geworden, daß alle Geschenke geben müssen und alle Geschenke bekommen müssen. Deshalb hat man in der Geschäftswelt so ungeheuer viel zu tun. Die Läden müssen geschmückt werden, die Waren müssen ausgestellt werden. Hier hat sich ein außerordentlich großes Talent entwickelt. Die Schaufenster der Geschäfte mit ihren strahlenden Lichtern und ihren herrlichen Waren sind wahre Kunstwerke, die anzuschauen ein großes Vergnügen ist, ganz abgesehen von der Flut von stimmungsvollem Licht, das sie auf die dunklen Straßen werfen, die sonst öde und einsam im Regen und Schneeregen der winterlichen Dunkelheit wirken würden. Aber jetzt sind sie mit frohen Menschen erfüllt, die auf dem Rücken und vor dem Bauch Pakete schleppen. In der Weihnachtszeit gibt es niemanden, der sich geniert, Pakete zu tragen, obwohl es viele unter anderen Verhältnissen als sehr erniedrigend empfinden würden, ein Paket zu schleppen. Alle sind – freiwillig oder unfreiwillig – von einer einzigen Sache erfüllt: die Weihnachtstraditionen zu erfüllen. Und niemand hat wohl so viel zu tun wie die Postboten. Millionen von Briefen und Paketen müssen zugestellt werden – allesamt fast ausschließlich Weihnachtsgrüße und Weihnachtsgeschenke. Niemand ist wohl mehr Weihnachtsmann als gerade die Postboten?
2. Die psychischen Kräfte hinter dem Licht in der Finsternis
Woher kommt nun die ganze Flut von Energie, die in Gestalt der Weihnachtstraditionen ausgelöst wird? Es versteht sich von selbst, daß starke psychische Kräfte hinter diesem ganzen gewaltigen mentalen Lichtaufgebot mitten in der Dunkelheit des Winters stehen. Und wie würden die dunklen Wintertage für die Menschen wohl verlaufen, wenn sie diese lichte Tradition zur Aufhellung des Gemüts und des Zusammenseins nicht hätten? Viele Menschen können in ihrem Gemüt von religiösen Dogmen und traditionellen Zeremonien gesättigt sein, aber diesem weihnachtlichen Licht in der Dunkelheit kann man nicht entgehen. Alle drängen nach Licht, nach Aufmunterung in der kalten und dunklen Zeit des Jahres, in der die Natur zur Ruhe gekommen ist. Es gibt keine schönen Blumenwiesen, keine Vogelstimmen, kein Badeleben, keine hellen Buchenwälder. Die Nacht breitet sich über viele Stunden des Tages aus hier in unseren Breitengraden und weiter nördlich noch mehr. Für viele Menschen ist es selbst mit den Weihnachtstraditionen sehr schwer, durch die Wintermonate zu kommen. Sie schaffen es nicht, ihre Stimmung zu halten. Weihnachten ist also etwas, das weit tiefer in der menschlichen Natur liegt, als man vielleicht glaubt. Die hellen weihnachtlichen Kräfte sind nichts, was von Menschen erfunden wurde. Allerdings kann man wohl sagen, daß das äußere Zeremoniell oder die Art und Weise, wie man in den verschiedenen Volksgruppen feiert, eine Auswirkung der speziellen Mentalität oder Psyche, der speziellen Erfahrungssphären ist, zu denen man gehört. Aber für alle gemeinsam ist es im Leben selbst oder in der Natur verankert, daß in einer dunklen Zeit aufgemuntert werden muss, gefeiert werden muss. Dem Nachlassen der Natur muss entgegengewirkt werden. Den tristen Auswirkungen der Nacht und der Kälte muss entgegengewirkt werden. Die Weihnachtskräfte sind also nichts, was speziell zum Christentum gehört. Lange bevor es in den Norden kam, hatte man ein Weihnachtsfest, auch wenn es in seinem äußeren Zeremoniell natürlich etwas anderes war. Aber das Ziel war dasselbe. Es ging um die Schaffung einer Aufmunterung, es war der Drang, den Winter genauso lebensermutigend und erfreulich zu machen, wie es der Sommer ist.
3. Die Notwendigkeit der Kontraste
Wenn die Menschen in einem ewigen Sommer leben würden, kämen die weihnachtlichen Kräfte niemals in dem Maße in Funktion oder zur Entfaltung, wie sie es jetzt tun. Die Menschen würden niemals sich selbst kennenlernen. Sie würden auf Dauer in totaler Unwissenheit über ihr eigenes höchstes Selbst, ihr eigenes Ich leben. Sie würden auf Dauer als unwissende und primitive Naturmenschen leben. Der Sommer ist ja die Domäne der Sonne auf der Erde. Sie beherrscht alles mit ihrem allesüberstrahlenden Licht und grenzt die Terrains der Nacht und der Kälte auf das geringstmögliche Maß ein. In diesem gewaltigen Licht und seiner Verwandlung in materielles oder physisches Leben und Wohlbefinden ist der Blick in die Größe und Unendlichkeit des Universums total geblendet. In einem ewigen Sonnenschein wäre man niemals zu Kenntnissen über ferne Welten, Sonnensysteme und Milchstraßen gelangt. Man hätte niemals astronomische Zahlengrößen in Bezug auf Entfernungen, Zeit und Raum erleben können. Man würde auf Dauer in der Vorstellung darüber leben, daß unser kleiner Planet und die Sonne, diese beiden kleinen Staubkörnchen in der Unendlichkeit des Universums, das gesamte Weltall ausmachten.
4. Durch die Dunkelheit der Nacht erleben wir die Ewigkeit
Da aber der Kreislauf bewirkt, daß es Zonen auf der Erde gibt, in denen die Jahreszeiten sehr kontrastreich manifestiert werden, so daß es eine große Domäne der Kälte und der Nacht gibt, ist ein Ausblick in die ungeheuren Tiefen des Weltalls entstanden. Um aber diese Perspektive zu verwirklichen, durch die der verwunderte Mensch nun beginnt, eine Existenz außerhalb von Zeit und Raum zu ahnen, ist also die Finsternis notwendig. Es muss eine Nacht erschaffen werden. Es ist also die Mission der Nacht, eine Aussicht auf eine Lichtflut zu erschaffen, die größer ist als die Sonne, eine Lichtflut, die aus Myriaden von Sonnen und Sternen von so enormen Dimensionen besteht, daß unsere kleine Erde im Verhältnis hierzu nur ein unsichtbares Staubkörnchen ist. Durch die Dunkelheit der physischen Nacht bekommen die Menschen also einen Zugang zum Ausblick auf das Universum, hinein in die Unendlichkeit des Weltalls, in dessen bodenlose Tiefe. Aber in die Unendlichkeit zu blicken ist dasselbe, wie Zeuge der Ewigkeit zu werden. Was bedeutet das Jahr 1949 unserer Zeitrechnung, was bedeutet die Erde mit ihrem millionenjährigen Alter im Vergleich zu jener Perspektive, die wir in der Dunkelheit der Nacht haben? In der Dunkelheit der Nacht bekommen wir also einen Horizont zugeteilt, in dem die größten zahlenmäßigen Größen, die unfassbarsten schwindelerregenden Höhen und Tiefen zu Bagatellen schrumpfen. Wir beginnen hier, mit Gedanken zu jonglieren, die über Zeit und Raum liegen. Aber mit solchen Gedanken zu jonglieren, ist doch dasselbe wie ein beginnendes Denken im Kosmos, ein beginnendes Erleben des wirklichen Lebens selbst jenseits unseres eigenen staubkornartigen Liliput-Planeten. Wir haben also in Wirklichkeit in der Dunkelheit der Nacht einen größeren Ausblick als im klaren Licht des Tages. Wir beginnen also in der Nacht das Erleben eines ganz neuen Horizonts. Es ist also die Nacht, in der wir die Ewigkeit erleben, während man im Tageslicht nur die Zeitlichkeit erlebt.
5. Die Geburt einer neuen Welt. Die Weihnachtsoffenbarung des Lebens selbst!
Es ist sehr wichtig, ein wenig über das nachzudenken, was ich hier skizziert habe, denn es kommt im Ursprung des Weihnachtsevangeliums zur Geltung. Wir befinden uns hier an den eigentlichen Quellen des Lebensflusses. In der Dunkelheit der Nacht werden wir also in eine neue Welt geboren. Diese Welt beginnt, auf unsere Sinne einzuwirken und hebt uns auf Höhen, auf denen unsere eigene bisher tagesbewusste Welt fast bis zu einem Nichts schrumpfte. Das vorher so gepriesene Weltbild mußte zugunsten der Offenbarung des wirklichen kosmischen Weltbildes, Gottes eigener Domäne jenseits von Distanzen, Zeit und Raum, in Schutt und Asche fallen. Die Erdenmenschen befinden sich also in Wirklichkeit in einer einzigen großen Weihnachtsnacht. Die große mentale Finsternis, die zurzeit über der erdenmenschlichen Sphäre brütet, ist ja jene Jahreszeit oder jener Teil des Kreislaufs, den wir als das Gebiet des Winters und der Dunkelheit bezeichnen müssen. In dieser Dunkelheit erhalten wir also auch den Ausblick auf eine Welt, die sich jenseits der Domäne von Egoismus, Hass und Krieg befindet. Gemäß den Weltgesetzen muss es auch hier in dieser Finsternis, in dieser mentalen Nacht einen Ausblick auf Sterne, Sonnen und Milchstraßen geben. Blicken wir zurück auf den mentalen Himmel der Erdenmenschheit, so sehen wir hier eine ganze Reihe von leuchtenden Namen wie Rama, Krishna, Hermes, Moses, Orpheus, Pythagoras, Platon, Konfuzius, Buddha, Mohammed, Christus und viele andere. Sie alle sind strahlende Erscheinungen gewesen und haben die Menschheit zu Höhen geführt, die sich mehr oder weniger jenseits der Domäne von Hass und Unfrieden befinden. Ihre Strahlen bringen bis zum heutigen Tage gewaltige humane Energieimpulse in die erdenmenschliche Mentalität. Der Ausblick auf sie ist der Ausblick auf die Einweihung oder Offenbarung einer kosmischen Wirklichkeit, einer Welt des Friedens von solchen Dimensionen, daß die Details und Interessensobjekte, auf denen erdenmenschliche Zwietracht, Zank und Streit basieren, zu puren gleichgültigen Staubkornpartikelchen einschrumpfen. Etwas, worüber zu streiten, einfach töricht ist, etwas, das Mord und Totschlag überhaupt nicht rechtfertigen kann. Also auch in der Finsternis der erdenmenschlichen Mentalität beginnt, wie in der Finsternis der physischen Ebene, ein Ausblick auf diese kosmische Wirklichkeit, diese kosmische Welt zu entstehen. Hier entstehen Gedanken an eine Welt des Friedens, in der Gerechtigkeit wohnt. Eine Welt, in deren Interessenssphäre es keine menschliche Kleinlichkeit, Klatsch und Verleumdung, Habgier und Verfolgung, Rache und Mord gibt, sondern eine Welt, in der Liebe zu Wissenschaft und Kunst, zu Schönheit und Freude geworden ist. Eine Welt, in der es für die Menschen ein großes Wohlbefinden geben wird. Sie sehen hier, daß das Leben selbst das größte Weihnachtsevangelium ist. Das, was in Kirchen und Schulen erzählt wird, ist in Wirklichkeit nur eine Wiedererzählung, ein mehr oder weniger gutes Plagiat der Sprache des Lebens selbst. Die wahre Erzählung ist also das Licht in der Finsternis, was wieder dasselbe ist wie die absolute und wirkliche Liebe. Die Geburt des Christuskindes in der Krippe im Stall ist nur eine einzelne Nuance der großen Weihnachtsoffenbarung des Lebens selbst.
6. Das Licht in der mentalen Nacht des Menschen
Aber diese Weihnachtsoffenbarung des Lebens selbst ist nicht nur in der Dunkelheit der Nacht, in der dunklen Zeit des Jahres und in der dunklen Sphäre des Spiralkreislaufs vorhanden, sondern sie ist auch in jeder Sorge, jeder Niedergeschlagenheit, jedem Unglück vorhanden. In jeder Dunkelheit, die in der Mentalität der Menschen aufkommen kann, besteht das Ziel der Gottheit darin, ein Licht zu offenbaren, das die dunkle Nacht der Sorgen und des Unglücks überstrahlen kann. Ja, es ist doch die Dunkelheit, die die Sterne sichtbar werden lässt. Die mentale Nacht eines Menschen, seine Zeit der Bedrängnis, ist ja nur eine Inszenierung jener Finsternis, durch die das Bild der Gottheit hervorgerufen werden kann. Hier wie in der Fotochemie gilt gleichermaßen, daß die Bilder nur in der Dunkelheit hervorgerufen werden können. Wenn sie dann hervorgerufen sind, trotzen sie jedem Tageslicht. Wenn die Weihnachtsoffenbarung in diesem oder jenem Unglück erfüllt wurde, ist das Wesen in Zukunft dieser Art von Unglück gegenüber immun. Und je mehr mentale Nächte ein Wesen durchgemacht hat, desto mehr Sterne oder Strahlen des himmlischen Lichtes sind es, auf die das Wesen dann einen Ausblick bekommen hat. Dort ist ein Licht angezündet worden, ein neuer Sonnenaufgang hat begonnen, ein neuer Tag dämmert. Es ist also die Dunkelheit der Nacht in allen Kreisläufen, in allen möglichen Situationen und Verhältnissen, in der Gott das Licht erschuf. Und als Gott sagte "Es werde Licht", schien das Licht der Weihnacht über alle Welt. Es funkelte und strahlte mit Sonne und Sternen auf der materiellen Ebene um die Wette. Und in jeder mit Sorgen und Unglück erfüllten Brust, in den schwersten Stunden jedes Wesens funkelt heute dieses von Gott selbst entzündete Weihnachtslicht. Und in diesem himmlischen Licht wird jedes Wesen jede Finsternis überwinden, wird siegreich aus jedem Gethsemane hervorgehen und zu der strahlenden Engelsschar gehören, die den Lobgesang und die Botschaft des Weihnachtsfestes weitertragen wird zu anderen Zonen und Sphären, zu anderen Hirten auf den Feldern.
Dieser Artikel beruht auf einem Manuskript, das Martinus als Vorbereitung für einen Vortrag schrieb, den er am 18.12.1949 im Martinus-Institut hielt. Reinschrift und Abschnittüberschriften von Ole Therkelsen. Vom Rat am 24.09.1996 gutgeheißen. Erstmals im dänischen Kosmos Nr. 12, 1997 unter dem Titel "Lys i mørket" erschienen. Artikel-ID: M1474. Übersetzung: Christa Rickus. Erstmals im deutschen Kosmos 4/2004 veröffentlicht.
Von diesem Vortrag existiert auch ein Artikel unter dem Titel "Lyset i mørket" (M1477), der auf einer Mitschrift basiert, die von Mogens Møller bearbeitet wurde. Des Weiteren hielt Martinus einen anderen Vortrag unter demselben Titel am Freitag den 28. Juni 1946 (M1473).

© Martinus-Institut 1981, www.martinus.dk

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