<br />
<b>Warning</b>:  Use of undefined constant STJERNESYMBOL_ALT_TEKST - assumed 'STJERNESYMBOL_ALT_TEKST' (this will throw an Error in a future version of PHP) in <b>/var/www/martinus.dk/public_html/da/artikeldatabase-old2/i_bodystart.php</b> on line <b>22</b><br />
STJERNESYMBOL_ALT_TEKST


Suchwörter:     Ganze Wörter     Wortanfang  Hilfe   

Artikelübersicht

M1596
Die Erlösung der Menschheit
Von Martinus

1. Die Pracht des Pflanzenreichs ist ein Ergebnis des kosmischen Bewußtseins einer früheren Entwicklungsspirale, umgesetzt in Automatfunktion
Das ganze Dasein oder die Aufrechterhaltung des Lebens beruht auf Handlung oder Schöpfung. Selbst die Pflanze kann nicht ohne eine Schöpfung oder einen Prozeß existieren, deren Resultat der physische Organismus ist. Im Pflanzenreich geht jedoch die Schöpfung kraft des Instinktes vor sich, der wiederum ein Rest der Vollkommenheit der Endepoche einer früheren Entwicklungsspirale ist. Deshalb sehen wir im Pflanzenreich eine größere und vollkommenere Schöpfung in Gestalt von Farben und Formen als im Tierreich. Da die Schöpfung instinktmäßig vor sich geht, geschieht sie also automatisch und nicht durch das physische Tagesbewußtsein der Pflanze. Mit dem kann die Pflanze nur ahnen. Aber mit einem so geringen Bewußtsein kann sie keine solche Pracht in Gestalt von Farben, Düften und Formen schaffen, wie sie sich offensichtlich zeigt. Wenn sich das Pflanzenwesen trotzdem einen solch prachtvollen Organismus schaffen kann, beruht das wie gesagt auf Fähigkeiten des kosmischen Bewußtseins, das es im Weisheitsreich einer früheren Entwicklungsspirale hatte. Diese Fähigkeitsfunktion ist also längst zu einer Automatfunktion geworden und existiert völlig außerhalb des physischen Tagesbewußtseins des Pflanzenwesens. Aber diese kosmische Fähigkeitsfunktion hat nur die Aufgabe, das Pflanzenwesen so weit in der physischen Entwicklung zu bringen, daß es selbst anfangen kann, tagesbewußt zu schaffen, selbst beginnen kann, an der eigenen Aufrechterhaltung des Lebens mitzuwirken. Wenn es zur Vollkommenheit in dieser Entwicklung gekommen ist, ist es keine "Pflanze" mehr, sondern ein "Tier".
2. Das Daseinsgesetz im Tierreich: "Jeder ist sich selbst am nächsten"
Das Tier ist also ein Lebewesen, das physisch tagesbewußt schaffen und seinen eigenen Lebenszustand aufrechterhalten kann, selbst wenn es bis zu einem gewissen Grade noch durch den Instinkt geleitet wird. Aber dieser Instinkt degeneriert immer mehr, nachdem das Tier tagesbewußt immer mehr physische Erfahrungen sammelt, kraft derer es im Kampf um sein eigenes Leben sein Bewußtsein zu seinem Vorteil verändern kann. Das tragende Prinzip in diesem Kampf ums Leben ist das Prinzip "Eigenliebe" oder "Egoismus". Dies ist also das höchste ungeschriebene Gesetz des Tieres, und ohne dieses würde es unmöglich existieren können. Es ist noch ein so kleines Wesen in der Entwicklung, daß es nicht in anderen Interessensphären denken kann als denen, das Leben für sich selbst, seinen Paarungstrieb und seine Nachkommenschaft aufrechtzuerhalten. Es kann hier jedoch Ausnahmen geben, besonders bei Tieren, die von Menschen verwöhnt worden sind. Aber die grundlegende Analyse kann man nicht nach Ausnahmen bilden. Die Natur des Tieres ist: "jeder ist sich selbst am nächsten" und mit dieser als unbewußtem Instinkt eingebaut erhält es also sein Leben aufrecht, gleichgültig was das anderen Tieren an Leben und Dasein, Angst und Leiden kosten mag. Die ganze Begabung des Tieres ist hierauf ausgerichtet. Es hat absolut keine Fähigkeiten für irgendeine andere Daseinsform. Für dieses Wesen gilt das fünfte Gebot "Du sollst nicht töten" absolut nicht.
3. Der Mensch praktiziert auch das tötende Prinzip
"Seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben", gilt also nicht für das Tier. Da es eine Lebensbedingung für eine ganze Tierwelt ist, zu töten um leben zu können, weil die Tiere ja von animalischer Nahrung leben müssen, würde es ja den Tod bedeuten, wenn sie das fünfte Gebot und außerdem das Gebot der Nächstenliebe einhalten sollten. Wie kann es nun sein, daß es den Menschen geboten wurde, daß sie nicht töten, sondern daß sie ihren Nächsten wie sich selbst lieben sollen? – Wenn die Menschen diese Gebote erhalten haben, muß das ja gerade deshalb geschehen sein, weil sie in gewissen Situationen ihren Nächsten töten und also weit davon entfernt sind, ihn zu lieben. Aber wenn der Mensch seinen Nächsten nicht liebt und ihn sogar töten kann, gibt es in diesem Fall ja keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier.
4. Die zwei Gesinnungen des Menschen
Wie kann es geschehen, daß die Menschen den Namen "Menschen" bekommen haben, wenn sie die gleichen tötenden Handlungen, die gleiche Lieblosigkeit wie Tiere praktizieren? – Es ist richtig, daß die Menschen in großem Ausmaß ihr Leben auf die gleiche Weise wie die Tiere durch Mord und Totschlag aufrechterhalten und in diesen Fällen genau wie die Tiere keine Nächstenliebe besitzen. Aber Seite an Seite mit diesen Menschen gibt es andere, die große Nächstenliebe in sich tragen, ja, so groß, daß sie es nicht nur nicht übers Herz bringen können, andere Menschen zu töten, sondern auch keine Tiere töten können. Sie fühlen sich nicht einmal beleidigt, was ihr Nächster ihnen auch an Unbehaglichem antun mag. Sie können andere Menschen nicht hassen oder verfolgen. Sie können niemanden verleumden oder auf andere Weise das gute Verhältnis zwischen anderen Menschen und ihrer Umgebung zerstören. Sie wollen lieber selbst leiden, als andere Menschen leiden zu sehen. Sie haben ein großes Mitgefühl mit Menschen und Tieren, die in Not sind und leiden. Es ist also leicht zu sehen, daß in diesen Menschen eine Gesinnung, eine Seite existiert, die es in den Tieren nicht gibt, und die ein diametraler Gegensatz zur Verhaltensweise der Tiere ist. Diese neue Seite ist die "menschliche", und mit ihr kommt das Tier unter den Begriff "Mensch". Je weniger der Mensch von dieser "menschlichen" Seite hat, desto mehr lebt er mit dieser tierischen Gesinnung. Da die Erdenmenschheit nicht aus Menschen besteht, die reine Menschen und damit völlig frei von der tierischen Seite sind, ist also deutlich zu sehen, daß der "Erdenmensch" zwei Seiten hat:, die "tierische" und die "menschliche".
5. Gute Menschen und böse Menschen
Einige Menschen treten mit einem sehr großen Umfang menschlicher Mentalität hervor und somit mit einem entsprechend kleineren Umfang tierischer. Andere Menschen zeigen sich mit einem großen Ausmaß tierischer Tendenzen und damit mit einem entsprechend kleineren Ausmaß menschlicher. Die erste Kategorie Menschen nennen wir "gute Menschen", während wir die letztere als "böse Menschen" bezeichnen. Wenn nun die erste Kategorie von Menschen als "gute Menschen" bezeichnet wird, kann es dazu ja nur einen Grund geben, nämlich, daß sie sich, wenn es um Zusammenarbeit und Lebenserleben geht, als angenehme, selbstlose, hilfreiche und somit freude- und lebenslustfördernde Menschen zeigen. Es folgt also Friede, Freude und Segen in ihren Fußspuren. Wo sie über die Welt gehen, verspürt man Gottes Nähe, je nach der Kapazität ihrer menschlichen Eigenschaften. Wenn die andere Kategorie von Menschen "böse" genannt wird, beruht das ebenfalls nur auf diesem Einen, daß sie unangenehm, egoistisch, unwahr und betrügerisch sind und gern in Form getarnter oder offener Räuberei und Plünderung auf Kosten anderer Wesen leben und daß sie es übers Herz bringen, die gegenseitige Sympathie und Freundschaft anderer Menschen durch Verleumdung oder auf andere Weise zu sabotieren und zu zerstören. Ja, schlimmstenfalls können sie hassen, Todesfeindschaft empfinden und andere Menschen unterdrücken, morden und töten, je nach dem Ausmaß ihrer tierischen Eigenschaften und Lieblosigkeit. Im unfertigen Menschen gibt es also noch eine tierische und eine menschliche Seite. Wir werden also alle hier auf der irdischen Ebene notwendigerweise Menschen begegnen, in denen die tierische Seite in überwiegendem Ausmaß vorhanden ist, während die menschliche Seite bislang nur eine sehr kleine Kapazität hat und sich in ihren ersten Anfängen befindet. Ebenfalls werden wir natürlich auch Menschen begegnen, in denen die menschliche Seite in überwiegendem Ausmaß vorherrscht und die tierische Seite sehr degeneriert ist, nur noch eine sehr schwache Kapazität aufweist und sich beinahe nicht mehr entfalten kann. Daß es lebenslustfördernd und wunderbar ist, mit Wesen mit hervorragenden menschlichen Seiten zu tun zu haben, besonders wenn man selbst viele von diesen Seiten besitzt, ist offenbar. Im Zusammensein mit diesen Menschen wird die Nächstenliebe und somit der Frieden mit einer so starken Kapazität leuchten und funkeln, daß man unvermeidlich "die Nähe einer höheren Welt" spüren wird und es einem vorkommen wird, wie "die frische Seeluft in der Nähe des Meeres".
6. Sympathie, die sich auf gemeinsame Feindschaft gründet
Dieses heilige oder göttliche Erleben fehlt dort, wo die Menschen einen sehr großen Anteil tierischer Verhaltensweisen in sich tragen und wo die menschliche Seite noch so gering entwickelt ist, daß sie sich beinahe nicht entfalten kann. Hier gibt es fast nur Sympathie zwischen den Partnern, wenn es darum geht, sich an einem gemeinsamen Feind zu rächen. Wir sehen deshalb, daß Menschen, die sonst nicht sehr viel Sympathie ihren Mitmenschen gegenüber hegen, solchen Menschen gegenüber, die die gleiche Rachgier oder Antipathie gegen einen anderen Menschen, einen gemeinsamen Feind verspüren, außerordentlich freundlich gesinnt sein können. In dieser gemeinsamen Sympathie unterstützen oder stimulieren diese Wesen ihre tierische Seite. Das kann schlimmstenfalls zu Mord oder Totschlag an dem gemeinsamen Feind führen. In anderen Fällen führt es nicht zu einer so drastischen Entfaltung, aber zu Verleumdung des Feindes führt es beinahe immer. Verleumdung kann jedoch schon schlimm genug sein. Sie kann zu Depression und zur Zerstörung der Nerven, zu Lebensüberdruß und Selbstmord für denjenigen führen, der der Verleumdung ausgesetzt ist.
7. Die Weltsituation
Wie verhält es sich nun mit den Menschen in der Welt? – Gibt es da nicht heiße und kalte Kriege, gibt es nicht Streiks und Krisen zwischen den Bevölkerungen der Länder? Gibt es nicht Raubmord, Diebstahl und Plünderungen sowie Racheaktionen selbst innerhalb der Bereiche der sogenannten Kulturmenschen? – Wie verhält es sich mit den Menschen, die wir selbst kennen oder mit denen wir in Berührung gekommen sind? – Sind das alles Menschen, die nur leben, um ihre Nächsten, ihre Mitwesen, Tiere und Menschen, zu segnen? – Es wäre ja wunderbar, wenn es sich so verhielte. Aber so ist es nicht. Sie sind alle zusammen mehr oder weniger unfertig, d.h. daß ein größerer oder kleinerer Teil ihrer Mentalität oder Psyche noch von der tierischen Verhaltensweise, also dem, was wir das "Böse" nennen, beherrscht wird – wie sie natürlich auch gleichzeitig mehr oder weniger menschliches Verhalten – das, was wir das "Gute" nennen – in sich haben.
8. Wir müssen alle mit Menschen mit mehr oder weniger tierischer Mentalität umgehen
Wir sind alle gezwungen, mit Menschen umzugehen, die mehr oder weniger tierische Seiten haben, da diese Seiten also in allen Menschen zugegen sind. Sie existieren in unseren Eltern und Familienmitgliedern, es gibt sie in unseren Ehepartnern und Kindern, in unseren liebsten Freunden und in allen Fremden, denen wir begegnen. Sie kommen in den Mitgliedern aller Religionen und religiösen Gemeinschaften vor, in den Päpsten, Bischöfen und Geistlichen der Erde. Sie existieren sowohl in Königen und Fürsten als auch in Bettlern und Habenichtsen. Es gibt sie in allen unfertigen Menschen.
In diesen Menschen gibt es natürlich auch einen Bereich mit menschlicher Psyche oder menschlichem Verhalten. Aber es ist nicht diese Mentalität, die Sorgen, Trauer, Kriege und Leiden verursacht. Das menschliche Verhalten kann nur segnen, d.h. allen Lebewesen zum Wohlergehen, Glück und zur Freude gereichen. Mit der menschlichen Seite kann also nur Wohlbehagen, Freude und Glück gesät werden. Und da ein Mensch das ernten wird, was er sät, wird er nach dem Säen des menschlichen Verhaltens auch nur menschliches Verhalten ernten, also Wohlbehagen, Freude und Glück. Auf die gleiche Weise kann der Mensch natürlich auch nur die Wirkungen tierischen Verhaltens, also Sorgen, Trauer, Krieg und Leiden ernten, wenn er diese Seiten selbst entfaltet hat.
9. Das absolut einzige Notwendige für das Erreichen eines glücklichen Daseins
Der Erdenmensch unterscheidet sich vom Tier dadurch, daß er zweierlei Seiten besitzt, die "tierische" und die "menschliche". Während das Tier normalerweise nichts anderes repräsentieren kann als die tierische Seite, hat der Mensch also den großen Vorteil, daß er mit seinem Willen dazu beitragen kann, die menschliche Seite in seiner Psyche zu entwickeln. Da diese Entwicklung die tierische Seite degenerieren, also dahinsiechen oder absterben läßt, wodurch er von all seinem tierischen Schicksal befreit wird, den Sorgen, dem Unglück und den Leiden, zeigt es sich hier, daß die Entwicklung des menschlichen Verhaltens das absolut Einzige ist, was im erdenmenschlichen Dasein notwendig ist. Weshalb dann nicht seine ganze Willensstärke und Kraft dafür einsetzen, die menschliche Seite zu trainieren und zum bestimmenden Hauptfaktor in seinem Verhalten zu machen? – Weshalb nicht danach streben, vom törichten tierischen Gewohnheitszustand in seinem Bewußtsein, wo man das Mosesgesetz "Auge um Auge, Zahn um Zahn" anwendet, fortzukommen? – Weshalb nicht die allergrößten Anstrengungen unternehmen, um zu der Einsicht zu kommen, daß wir notwendigerweise mit Menschen in Berührung kommen müssen, deren Verhaltensweise mehr oder weniger noch von ihren unüberwundenen tierischen Seiten beherrscht ist?
10. Unter der freundlichen Oberfläche eines jeden unfertigen Menschen lauert die tierische Seite
Die tierische Seite liegt unter der eventuell lächelnden und freundlichen Oberfläche eines jeden Menschen, die oft eine Ausstrahlung seiner rein menschlichen Seite ist. Seine eigene menschliche Seite in Kontakt mit der menschlichen Seite dieses Menschen zu haben, ist keine Garantie für wahre Freundschaft, wenn die menschliche Seite dieses Menschen nur sehr schwach ist, d.h. wenn die tierische Seite der Hauptfaktor im Verhalten dieses Wesens ist. Es ist also die tierische Seite, die jede Freundschaft, jede harmonische Zusammenarbeit sabotiert, ja kurz gesagt alle Formen von Krieg sowohl zwischen den Nationen als auch zwischen den einzelnen Individuen schafft. Die tierische Seite ist somit das "böse" Schicksal aller existierenden Menschen.
11. Die Überwindung der tierischen Seite
Die Überwindung dieser tierischen Seite im Menschen ist der Sinn des Lebens. Aber der Sinn des Lebens ist ja dasselbe wie Gottes Absicht. Die Bibel verkündet ja symbolisch, daß Gott sagte: "Lasset uns einen Menschen in unserem Abbild machen, uns gleichend". "Gottes Abbild" ist ja dasselbe wie der total vollkommene "Sonnenmensch". Das ist ein Mensch, der ausschließlich lebt, um Segen und Freude über alle anderen Lebewesen auszustrahlen, völlig unabhängig davon, was und wer diese Wesen sind. Unabhängig davon, ob sie Henker oder Engel sind. Das ist ein Wesen, das wie die Gottheit weiß, daß kein Wesen heute anders sein kann, als es gerade ist. Es ist heute nicht, wie es morgen oder in zehn Jahren sein wird. Nach den Erfahrungen, die es erst dann machen wird, kann es heute unmöglich handeln. Er weiß deshalb, daß aller Zorn, alle Bitterkeit unfertigen Wesen, Menschen, Tieren und Pflanzen gegenüber völlig töricht ist und nur aufgrund von Unwissenheit ausgelöst werden kann.
12. Unwissenheit beruht auf mangelnder Entwicklung und nicht auf mangelndem Willen
Unwissenheit ist dasselbe wie fehlende oder mangelnde Entwicklung in der Fertigschöpfung des Menschen. Aber an mangelnder Entwicklung kann kein Wesen selbst schuld sein. Sie liegt völlig außerhalb des eigenen Lebensbestimmungsrechts des Menschen. Sie ist nicht allein ein Willensakt. Der Mensch kann seinen Entwicklungsstandard nicht selbst bestimmen, so wie er bestimmt, ob er sich hinsetzen, stehen oder gehen will. Die Entwicklung wird von einer ewigen Realität in der kosmischen Struktur des Wesens reguliert, über die das Wesen selbst genauso wenig bestimmen kann wie über die Existenz seines Ichs als eine ewig unveränderliche Realität. Wie sollte ein Mensch eine menschliche Tendenz oder menschliche Fähigkeiten repräsentieren können, die sich in ihm noch nicht entwickelt haben? – Ist es hier nicht leicht zu sehen, daß dies, auf einen Menschen aus dem einen oder anderen Grund böse zu werden, extrem unlogisch und damit extrem lieblos ist? Der Mensch, der so handelt, handelt ja selbst von einer nicht menschlichen, sondern tierischen Seite aus. Das einzige, was nach und nach das unglückliche Schicksal des Menschen abschaffen kann, ist das "Menschliche" im Menschen. Um die Menschen zum Verständnis dessen zu bringen, daß die tierische Seite im Menschen die Ursache allen unglücklichen Schicksals ist, ist es gerade notwendig zu lernen, daß alle tierischen Seiten im Verhalten das absolut einzige sind, was im Universum unglückliche Schicksale, Kriege und Leiden verursacht.
13. Die körperliche Gesundheit wird von Gedankenarten der tierischen Gesinnung zerstört
Es ist nicht nur das Verhältnis zum Nächsten, das sich in Krieg und Verfolgungen zeigt, sondern auch die totale körperliche Gesundheit wird durch die Gedankenarten der tierischen Seiten sabotiert und zerstört. Die ganze Energieentfaltung, die in Gestalt von Gedankenarten durch die menschliche Psyche geht, macht die elektrische Kraft und Spannung aus, mit der der Gesundheitszustand des Organismus aufrechterhalten wird. Die Gedankenarten, die Zorn, Rachgier, Haß, Bitterkeit, Verleumdung, Eifersucht, Neid, Habsucht usw. auslösen, wirken höchst sabotierend oder krankheitsfördernd und schaffen Kurzschlüsse im elektrischen System des Organismus. Der Organismus hat sechs große Organsysteme, nämlich das Muskelsystem, das Magen- und Verdauungssystem, das Herz- und Lungensystem, das Gehirn- und Nervensystem, das Sexualsystem und das Skelettsystem. Alle diese Systeme im Organismus werden durch ihre jeweilige spezielle Art der Gedankenfunktion und durch den dadurch verursachten elektrischen Spannungszustand in den Mikropartikeln, die jene Materie ausmachen, aus der die betreffenden Organe bestehen, aufrechterhalten. Natürlich kann der physische Organismus und seine Organe durch rein äußere, materielle Ursachen beschädigt oder vergiftet werden, aber auch die Heilung solcher Schäden geschieht leichter durch die Anwendung reiner Gedankenarten.
14. Das größte Problem der Menschheit
Das größte Problem der ganzen Menschheit ist also die tierische Seite in der Psyche des einzelnen Menschen. Diese Seite bekämpft sich in gewissem Maße selbst durch das zurückkehrende tierische oder unglückliche Schicksal, zu dem die Wirkungen dieser Seite ausschließlich führen. Hierdurch entwickeln sich die humanen Fähigkeiten des Menschen. Die Menschen fangen an zu fragen: Weshalb? – Bisher haben die Religionen versucht, den Menschen auf diese Frage zu antworten, aber diese Antwort ist heute weniger ausreichend denn je. Sie enthält nicht die Aufklärungen, die wir durch die kosmischen Analysen bekommen. Wir haben hier gesehen, in welch großem Ausmaß Jesus Christus recht hatte, als er sagte, daß man seinem Nächsten verzeihen, Gott über alle Dinge und seinen Nächsten wie sich selbst lieben soll. Er sagte außerdem, daß das die Erfüllung aller Gesetze ist, und wir haben hier gesehen, daß kein Weg daran vorbeiführt.
15. Wie man die tierische Seite entweder stimulieren oder hemmen kann
Wie tilgt man nun die tierische Seite? – Ganz einfach dadurch, daß man sie in seinem Verhalten nicht gebraucht. Man muß sich selbst gründlich prüfen und darüber klar werden, in welchem Ausmaß man die tierische Seite in sich nährt und in welchem Ausmaß man die menschliche Seite in seinem Bewußtsein hungern läßt. Jedesmal, wenn man Antipathie, Entrüstung, Intoleranz, Bitterkeit und Zorn empfindet, ist man dabei, der tierischen Seite Nahrung zuzuführen. Das gleiche gilt, wenn man dazu beiträgt, jemanden zu verleumden oder herabsetzende Gerüchte über seinen Nächsten in Umlauf zu bringen, wenn man lügt oder seinen Nächsten betrügt. Wenn man Jäger oder Angler ist, fördert man auch sein tierisches Talent oder seine tierische Seite in einem außerordentlich großen Ausmaß. Wenn man Fleisch ißt oder von animalischer Kost lebt, Tiere zum Schlachten aufzieht oder um ihre Pelze zu verwenden, trägt auch dies in allerhöchstem Grad dazu bei, die tierische Seite am Leben zu erhalten. Wenn man sich für Krieg und Militär begeistern kann, macht man sich sein Schicksal selbst schwer, da das Gesetz, daß "derjenige, der zum Schwert greift, auch selbst durch das Schwert umkommen wird" unerschütterlich gilt. Alle diese Ausschläge tierischen Verhaltens sabotieren das Schicksal. Daß sie bei gewissen Gelegenheiten glänzende Karrieren sein und ökonomisch gute Ausbeute und Wohlstand geben können, ist nur der Zuckerguß über der bitteren Pille, die vorhanden sein muß, wenn die Wirkungen dieser tötenden Seite als eine Sabotage des eigenen normalen Lebenszustands in Form von Krankheiten, Unglücken und Leiden zurückkommen. Diese Rückkehr ist absolut unvermeidlich, wenn man nicht versucht, seine menschliche Seite so stark zu entwickeln, daß man damit aufhört, die tierische Mentalität in seiner Wesensart zu erhalten.
16. Die Erfüllung der Verheißung im Weihnachtsevangelium
Es ist für den Menschen keine Lebensbedingung mehr, animalische Nahrung zu sich zu nehmen oder sich in animalische Pelze zu kleiden. Es ist keine Lebensbedingung für den Menschen, zu verleumden und Eifersucht, Haß oder Rache gegenüber anderen zu zeigen. Kurz gesagt: die tötende und lebensglückzerstörende tierische Seite ist keine Lebensbedingung. Weshalb dann nicht schnellstens seiner menschlichen Seite die größte Aufmerksamkeit widmen und alles tun, um sich darin zu üben, in diesem göttlichen, lebenspendenden und freude- und lebenslustfördernden Gedankenklima zu leben?
Warum nicht danach streben, zu dienen statt sich dienen zu lassen? – Anderen Mitwesen, Menschen, Tieren und Pflanzen, zu dienen bedeutet, der Gesamtheit zu dienen. Es bedeutet, daran mitzuwirken, die Menschheit selbst zu verwandeln. Es bedeutet, dazu beizutragen, die Kriege von der Oberfläche der Erde zu tilgen. Es bedeutet, Gottes Werkzeug zu sein, der Menschheit zu helfen, herauszukommen aus dem Todesterrain und dem Jammertal des Jüngsten Gerichts und hinein in die strahlenden und leuchtenden Gefilde der Liebe, in denen der Friede und das Wohlbehagen des Weihnachtsevangeliums zu einem selbstverständlichen Wissen und Verhalten auf Erden geworden sind.
Diesen Vortrag hielt Martinus am Montag, den 17. Juli 1961 im Martinus-Center Klint. Das Manuskript wurde von Ole Therkelsen leicht bearbeitet und vom Rat gutgeheißen. Erstmals im dänischen Kosmos Nr. 6, 1993 unter dem Titel: "Menneskehedens frelse" erschienen. Artikel-ID: M1596. Übersetzung: Karin Linde. Erstmals im deutschen Kosmos 6/1995 veröffentlicht.

© Martinus-Institut 1981, www.martinus.dk

Unter Angabe des Copyrights und der Quelle können Sie gerne zu diesem Artikel verlinken. Unter Beachtung des Urheberrechts können Sie auch gerne aus dem Artikel zitieren. Kopien, Nachdrucke und andere Formen der Wiedergabe des Artikels sind nur nach schriftlicher Absprache mit dem Martinus-Institut möglich.

 


Kommentare können an: info@martinus.dk gesendet werden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.