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M2097
Fragestunde für Studienkreise 1970
Martinus beantwortet Fragen im Martinus-Institut am Mittwoch, den 22. April 1970

Nachfolgend lesen Sie eine Auswahl von elf Antworten, die Martinus in einer Fragestunde im Jahr 1970 gegeben hat. Es handelt sich um Antworten zu den Themen Tod, Schutzengel und geistige Welt – Themen, die in "Das Ewige Weltbild", Buch 6 behandelt werden, das 2015 in dänischer Sprache herausgegeben wurde.
Frage 2: Entwickelt man sich schicksalsmäßig auf der geistigen Ebene zwischen zwei Inkarnationen?
Man entwickelt sich nicht auf der geistigen Ebene. Von Entwicklung ist keine Rede. Die geistige Ebene ist eine Ebene des Genusses, eine Ruhe-Ebene. Dort soll man nämlich die Früchte derjenigen Entwicklung genießen, die man hier auf der physischen Ebene erreicht hat. Es ist richtig, dass es, solange man in physische Leben inkarnieren muss, eine Verbindung von einem geistigen Leben zum nächsten geistigen Leben gibt. Aber das spielt sich ja jenseits des physischen Daseins ab1.
Frage 4: Wechselt der Mensch in jeder neuen Inkarnation das Geschlecht?
Wenn der Mensch in jeder neuen Inkarnation das Geschlecht wechseln würde, wäre er jedes zweite Mal ein Mann und jedes zweite Mal eine Frau. Das ist höchst unnatürlich. Wie könnte ein sehr feminines kleines Wesen, eine kleine zarte Jungfrau, im nächsten Leben ein grober Mann, ein maskulines Wesen sein? [Großes Gelächter] Es gehört Talent dazu, eine Frau zu sein, und es gehört Talent dazu, ein Mann zu sein. Das ist nichts, was auf diese Weise wechselt.
Das sexuelle Leben hat einen Kreislauf, der sich über zwei große Entwicklungsabschnitte, über zwei Spiralkreisläufe, erstreckt. Die Wesen, die in der einen Spirale männliche Wesen sind, werden in der nächsten zum weiblichen Wesen und umgekehrt. Auf diese Weise wechselt es. Aber in Wirklichkeit betrifft es ja auch nur einen sehr kleinen Teil des Spiralkreislaufs, in dem die Wesen einpolig sind. Es handelt sich nur um das Tierreich, in dem sie sich entwickeln sollen. Die Einpoligkeit beginnt im Pflanzenreich und wächst weiter zum Tierreich. Das Tierreich ist der Kulminationsbereich der Einpoligkeit. Hier gibt es das stärkste maskuline Wesen und das ausgeprägteste feminine Wesen. Die Entwicklung schreitet dann weiter fort zu den Menschen, die immer noch etwas von den Prinzipien des Tieres haben. Dann vollzieht sich in den Menschen eine Entwicklung dergestalt, dass sie diesem einpoligen Zustand entwachsen. Aber er ist ja dasjenige, was die Ehe bedingt, die noch immer das Fundamentale im Leben des Menschen hier auf der Erde ist, auch wenn der eheliche Zustand oder dieser Paarungszustand im Begriff ist zu degenerieren und wir dies als die "Zone der unglücklichen Ehen" bezeichnen können.
Wir sehen, dass die Ehe zu Ende geht. Die Menschen leben zusammen, ohne verheiratet zu sein usw. Das alles zusammen ist etwas, was zum göttlichen Weltplan gehört. Alles das, was zur Ehe, zum Nachwuchs usw. gehört, wird aufhören zu existieren. Nur im Tierreich und hier im Reich der unfertigen Menschen existiert diese Einpoligkeit mit der Trennung zwischen dem männlichen und dem weiblichen Geschlecht. In Wirklichkeit hat jedes Wesen beide Geschlechter in sich. Im männlichen Wesen stagniert der feminine Pol und im weiblichen Wesen stagniert der maskuline Pol. Das wurde in Gang gesetzt, damit die Menschen Gutes und Böses tun können. Ohne diese Polveränderung könnte überhaupt keine Entwicklung stattfinden. Der Mensch würde niemals erleben können, was böse ist und was gut ist, und damit könnte er ja niemals das Ziel erfüllen, das zu erfüllen er bestimmt ist, nämlich zum Menschen als Gottes Abbild zu werden. Nur hier im Tierreich haben die Menschen diesen einpoligen Zustand mit dem männlichen und weiblichen Geschlecht. Durch die ganze geistige Welt hindurch, in Millionen von Jahren, sind die Wesen keine männlichen und weiblichen Wesen. Da sind sie wahre Menschen, d.h., dass sie beide Pole in sich tragen und mit diesem ihrem Zustand drücken sie aus, dass sie eben Gottes Abbild sind. Gott ist ja kein Mann und keine Frau, sondern in Gott existieren diese beiden großen zusammenarbeitenden Polkräfte gleichermaßen. Wenn man ein Mann ist, braucht man nicht zu befürchten, eine Frau zu werden. Der Mann wird nicht im nächsten Leben zur Frau und die Frau wird auch nicht im nächsten Leben zum Mann. Es kann gut sein, dass man sich das wünscht, aber danach richtet es sich ja nicht.
Frage 6: Was ziehen Abtreibungen im Schicksal des Vaters, der Mutter und des Embryos nach sich?
Wenn man an einer Abtreibung mitwirkt, erschafft man Hindernisse für seine eigene Geburt. Eine Frau, die ihren kleinen Embryo abtreibt, kommt ja selbst zu solchen Eltern oder in solche Verhältnisse, in denen sie ein Embryo sein wird, das getötet wird. Es ist von Bedeutung, wenn ein solcher Embryo getötet wird und nicht geboren werden darf. Es ist ja ein diskarnierter Geist, der geboren werden soll. Es kommen Kräfte zusammen, damit er geboren werden kann. Wenn aber nun diese Geburt verhindert wird, muss dieses Wesen zurück auf die geistige Ebene, und dann muss es von neuem versuchen, vorwärts zu kommen. Aber dann hat es einen guten Teil der Kraft verloren, die es beim ersten Versuch entwickelt hatte, und so kann es ein schwächliches Wesen werden. Der physische Organismus kann somit weniger gesund sein, also kränklich usw. Das ist das, was dem Embryo geschehen kann. Die Mutter kann wie gesagt bei Wesen geboren werden, bei denen sie selbst abgetrieben wird. Wenn der Vater mitschuldig ist, wenn er ebenfalls aktiv in dieser Sache ist und mitgewirkt hat, schuldig ist, dann kann er auch nicht erwarten, auf normale Weise geboren zu werden. Er wird vielleicht auch wiederholte Male daran gehindert werden, geboren zu werden.
Frage 7: Wie erlebt der Sterbende den Zustand, wenn er künstlich am Leben erhalten wird, z.B. bei einem Hirntod?
Es ist klar, dass das ein Leiden sein muss. Er kann ja nicht ins Licht kommen. Er ist an die physische Ebene gebunden, solange er hier am Leben ist. Eigentlich sollte er auf die geistige Ebene kommen, aber er kann dort nicht hinkommen. Es ist klar, dass das unnatürlich ist. Es ist ganz und gar verwerflich, solche Experimente zu machen. Ja, er erlebt den Tod auf eine höchst unnatürliche Weise. Man erhält ihn am Leben und verhindert den normalen Todesprozess, und das ist absolut verwerflich. Aber das kann ja nur einen Menschen treffen, der dieses Karma hat. Das trifft ja keinen Unschuldigen. Das ist nicht allein von den Ärzten abhängig. Der Mensch hat dieses Karma, er hat diesen Leidenszustand. Er ist davor nicht geschützt und deshalb kann es dazu kommen, dass er das erlebt.
Frage 15: Wo in der Spirale endet die Reinkarnation?
Die Reinkarnation endet, wenn man zum wahren Menschen geworden ist. Wenn der Mensch erreicht hat, fertig entwickelt zu sein, ist er doppelpolig, dann ist er ein wahrer Mensch. Wahre Menschen werden nicht von Frauen geboren, sie können sich durch die Materialisation einen Körper erschaffen, und sie können ihn durch Dematerialisation wieder auflösen. Innerhalb der nächsten 3000 Jahre wird die Zeit kommen, in der sich Menschen materialisieren und dematerialisieren können. Dann sind sie fertig entwickelt für die geistige Ebene. Sie gehen auf die geistige Ebene über und brauchen nicht mehr auf die Erde zurückzukommen. Dann ist die Reinkarnation beendet, und dann werden sie für Tausende und Abertausende, ja für Millionen von Jahren in höchster Vollkommenheit in den kosmischen Reichen leben.
Frage 16: Wie lange waren wir zwischen zwei Erdenleben im wahren Menschenreich?
Entscheiden wir selbst, wann wir auf die Erde geboren werden wollen? Es ist vollkommen richtig, dass Menschen zwischen zwei Erdenleben für gewöhnlich auf der geistigen Ebene in das wahre Menschenreich kommen können. Wenn sie ungewöhnlich weit entwickelt sind, werden sie das Gebiet des wahren Menschenreichs passieren, aber natürlich nicht in den höchsten Sphären, sondern in den niedrigsten Sphären, dort, wo es ihre Entwicklung zulässt. Auf dieselbe Weise kommen sie auch durch die göttliche Welt, um hiernach im Seligkeitsreich anzukommen, von dem aus sie wieder geboren werden.
Wie lange man im wahren Menschenreich sein kann, ist individuell sehr verschieden. Einige kommen überhaupt nicht ins wahre Menschenreich. Das hängt davon ab, ob sie über eine menschliche Entwicklung verfügen, wenn nicht, kommen sie in die niedrigeren Paradiese. Es gibt ja für alle Grade ein Paradies. Die Indianer haben ihr Paradies und die Buschmänner haben das ihre. Es ist ja klar, dass sie nicht alle zusammen dasselbe Paradies haben können. Sie brauchen ein Paradies, das sie verstehen, ein Paradies, das geeignet ist, sie zu erfreuen und zu inspirieren.
Es ist individuell höchst unterschiedlich, wie lange sich ein Mensch auf der geistigen Ebene befindet. Wenn ein Mensch sehr stark geistig eingestellt und geistig interessiert ist und viel geistiges Wissen hat, kann das sehr lange sein. Dann kann er ungefähr 80 Jahre oder vielleicht noch mehr auf der geistigen Ebene sein. Das setzt jedoch voraus, dass er aus Altersgründen stirbt. Wenn er aber dieses Interesse nicht hat, wenn er sehr materialistisch eingestellt ist und kein bisschen mit geistigen Dingen zu tun hat, wird er nicht so lange Zeit auf der geistigen Ebene sein, denn dort hat er nichts zu tun, er kann sich dort nichts bewusst machen, und dann wird er sehr schnell wiedergeboren. Die Tiere werden besonders schnell wiedergeboren, und primitive Menschen ebenfalls.
Kinder und junge Menschen kommen sehr schnell zurück. Soldaten, die auf dem Schlachtfeld getötet wurden, können in 4-5 Jahren geboren werden und zurückkommen.
Wie lange man sich auf der geistigen Ebene befindet, hängt also vom geistigen Zustand ab. Wenn man geistig sehr entwickelt es, hat man ja besondere Voraussetzungen dafür, sich auf der geistigen Ebene aufzuhalten. Und ist man nicht so stark geistig entwickelt, muss man zurück auf die physische Ebene, denn das ist ja der Ort, an dem man die geistigen Fähigkeiten entwickeln soll.
Frage 17: Wenn man den Wunsch hat, zwischen zwei Erdenleben ein Schutzgeist zu werden, wo wird man dann hierfür ausgebildet?
Was lernt man und wo findet die Arbeit eines Schutzgeistes statt? Anzunehmen, dass man zum Schutzgeist ausgebildet wird, hat ein bisschen etwas von einem Irrglauben. Ein Schutzgeist zu sein, ist keine Beschäftigung, die man bekommt, so wie man eine Stellung auf der irdischen Ebene bekommt. Es gibt ja gewisse Wesen in der geistigen Welt, die originäre Schutzgeister sind. Wenn aber zum Beispiel eine Mutter stirbt, kann sie ohne Weiteres ein Schutzgeist für ihre lebende Tochter oder ihren lebenden Sohn sein und von der geistigen Ebene aus helfen. Das ist etwas, was ganz nach der Sympathie und Liebe geschieht, die der Verstorbene für das Irdische empfindet. Es muss aber auch nicht die Familie sein, es muss nicht der Sohn und die Tochter sein. Ein Mensch kann auch ein Schutzgeist für eine Freundin oder einen Freund sein, wenn dieser stirbt. Das ist etwas, was automatisch geschieht, ganz nach dem Wunsch und Begehren, das man hat, und gemäß der Liebesverbindung, die man mit ihnen auf der wachen Ebene hat. Aber das ist etwas, was abnimmt, das kann nur eine kurze Zeit dauern.
Es gibt aber auf der geistigen Ebene originäre Schutzgeister. Das sind Engel. Das ist auch das, was Christus sagte: "Sind sie nicht alle Engel als Hilfe für die, die die Seligkeit erben sollen." So gibt es also Wesen, die sich um die Menschen kümmern. Wir können z.B. nicht sterben, ohne dass Schutzgeister anwesend sind, die dabei sind und uns geleiten. So wie ein Kind hier nicht geboren werden kann, ohne dass es Eltern geben muss. Die Eltern sind auch Schutzgeister für ihr Kind. Ja, das sollten sie wenigstens sein, aber das sind sie nicht immer.
Was das Lernen angeht, so lernt man nichts auf der geistigen Ebene. Man hat die Begabung, die man hier von der physischen Ebene hat. Man lernt nicht auf der geistigen Ebene, das ist eine Ebene des Genusses. Dort kann man Angenehmes mit dem Wissen erleben, das man hat, und dort kann man mit dem Wissen, das man hat, erschaffen. Dort muss man nicht lernen, muss keine Erfahrungen machen, Enttäuschungen und alles so etwas erleben. Wenn man das müsste, gäbe es auch Enttäuschungen, Leiden und Ähnliches auf der geistigen Ebene, aber das ist ja nicht sinnvoll.
Frage 18: Kann unser Aufenthalt in der geistigen Welt dadurch verlängert werden, dass wir Schutzgeister werden?
Unser Aufenthalt auf der geistigen Ebene kann nicht verlängert werden, indem wir Schutzgeister werden. Unsere Struktur, unser Karma und alles das bestimmt ja unseren Zustand, sodass wir, wenn wir dazu herangereift sind, auf der materiellen Ebene geboren werden. Das hat nichts damit zu tun, dass wir in der geistigen Welt bleiben wollen, dass wir ein Schutzgeist für diesen oder jenen sein wollen. So ist es nicht. Alles geht automatisch, wenn der Mensch allmählich dazu heranreift, wiedergeboren zu werden. Dann wird er innerlich abgestumpft, und es wird dunkler, und dann kommt der Mensch in seinen Erinnerungszustand. Die äußere Welt verschwindet, wonach er geboren wird.
Der Embryo und das kleine Kind sind sich ihrer Erinnerungen aus ihrem früheren Leben bewusst. Innerhalb des ersten halben Jahres nach seiner Geburt kann das kleine Kind sein früheres Leben erleben, es kann jedoch nichts über dieses Erleben erzählen. Wir können manchmal sehen, dass das kleine Kind so herzhaft lachen kann, dass sich der ganze Körper schüttelt. Das liegt daran, dass es diese Seligkeitserlebnisse aus der geistigen Ebene hat. Aber allmählich, wenn es anfängt, die physische Welt zu sehen, Licht und Lampen usw. zu sehen, dann vergisst es die geistige Welt. Die Aufmerksamkeit des Kindes wird von den irdischen Dingen in Anspruch genommen und sein irdisches Bewusstsein fängt an, sich zu entwickeln.
Frage 20: Wenn man seinen Körper nach seinem Tod der Wissenschaft vermacht, schadet man dann sich selbst?
Es gibt nicht den geringsten Grund, seinen Körper der Wissenschaft zu vermachen. Ich kann das nicht anders sehen, als dass das ein abnormer Zustand ist. Die Wissenschaftler sind zwar hilflos. Sie müssen aufschneiden, sie müssen hinein sehen und sie müssen beobachten. Sie können das ja nicht auf andere Weise tun. Aber wenn Sie sich zu einem kosmischen Zustand entwickeln würden, müssten sie das alles ja gar nicht tun.
Wenn man den Wunsch hat, seine Leiche der Wissenschaft zu vermachen, weil man meint, dass das nützlich sei, dann kann man das gerne tun. Aber es ist eine abnorme Handlung.
Es ist auch möglich, dass man es bereuen wird, wenn man auf der geistigen Ebene seinen Körper sieht, wie er beschädigt wird. Man hat mit seinem physischen Körper nicht abgeschlossen, nur weil man stirbt. Ein langes Leben hindurch hat man alle seine Erlebnisse durch seinen physischen Körper gehabt, und dadurch besteht eine gewisse Liebesverbindung, eine sympathische Verbindung zwischen dem Ich und diesem Körper. Man sollte also nicht glauben, dass das, was man mit seiner Leiche tut, ganz ohne Karma bleibt.
Dasselbe gilt auch für die Verbrennung der Leiche. Wenn ein Mensch seine Leiche verbrennen lässt, empfindet er auch auf der geistigen Ebene einen Fegefeuerschmerz und zugleich verringert er hier auf der wachen Ebene seinen Schutz davor, einem Feuer zum Opfer zu fallen.
Frage 22: Können uns die sogenannten Toten hier auf der Erde sehen, können Sie unsere Bedrängnisse und unsere Freuden sehen?
Unter gewissen Voraussetzungen können die Toten die Erdenmenschen sehen und beobachten, aber nur unter gewissen Voraussetzungen. Wenn es gewisse Verbindungen zwischen den Toten und den Lebenden gegeben hat, dann können die Verstorbenen ohne Weiteres sehen, beobachten und Anteil nehmen. Das ist ja auch dasselbe, was Schutzengel können. Wenn sie als Schutzengel aktiv sind, müssen sie auch sehen können. Aber das, was sie sehen, ist nicht der physische Organismus. Es ist die geistige Kopie, der astrale Organismus, den sie sehen. Der astrale Organismus tut dasselbe wie der physische, und auf diese Weise können die Toten also auf der physischen Ebene beobachten.
Frage 26: Ist es liebevoll und richtig, alte und sehr kranke Menschen künstlich am Leben zu erhalten, so wie die Ärzte es heute tun, Menschen, die ohne dieses Eingreifen schon längst verstorben wären?
Es ist zwar richtig, dass es merkwürdig aussieht, dass man alte Menschen am Leben erhält. Aber man kann doch nicht damit anfangen, die Erlaubnis zu geben, dass die Ärzte ihre Behandlung unterlassen sollen. Es muss das getan werden, was man für Menschen tun kann. Es gibt niemanden, der mit Sicherheit wissen kann, ob noch eine Besserung eintreten könnte, sodass das Wesen vielleicht noch etwas länger leben könnte. Man kann doch nicht die Erlaubnis geben, dass die Ärzte einen Menschen ohne Weiteres sterben lassen, weil sie das für richtig halten. Das geht doch nicht. Und dann kommt noch eins dazu: diese Menschen können nicht in diese Situation kommen, wenn es nicht ihr Karma ist. Sie haben selbst ausgelöst, was da zu ihnen zurückkehrt.
Es ist zwar richtig, dass vieles dafür und dagegen gesagt werden kann, und man kann der Meinung sein, dass es nicht vollkommen ist, das Leben von solchen alten, sehr kranken Menschen über Monate und vielleicht jahrelang zu erhalten, ohne dass sie wieder gesund werden. Wenn aber die Menschen nicht moralisch genug sind, kann man den Ärzten nicht die Erlaubnis geben, dass sie ohne Weiteres einen Menschen sterben lassen dürfen, wenn sie das für richtig halten. Das kann zu Betrug führen. Lassen Sie uns z.B. annehmen, dass die Erben eines reichen Menschen mit einem solchen Arzt Kontakt aufnehmen, der dann diesen Menschen sterben lässt, lange bevor er ansonsten sterben würde.
Ich meine, dass die Menschen für die kranken und alten Menschen tun müssen, was sie können. Ob sie dann leben können oder ob sie sterben, ja, das ist ihr eigenes Karma, aber dann haben die Menschen auf jeden Fall getan, was sie konnten.
Anmerkung
1. Siehe auch die Schicksalsbögen im Symbol Nr. 20, Das Ewige Weltbild, Buch 2.
Martinus beantwortete am Mittwoch, den 22. April 1970 Fragen im Martinus-Institut. Die Abschrift der Bandaufzeichnung wurde von Ole Therkelsen bearbeitet. Die Bearbeitung wurde vom Rat am 01.12.2013 gutgeheißen. Erstmals im dänischen Kosmos Nr. 2, 2015 unter dem Titel "Spørgetime for studiekredse 1970" erschienen. Artikel-ID: M2097. Übersetzung: Christa Rickus. Erstmals im deutschen Kosmos 1/2017 veröffentlicht.

© Martinus-Institut 1981, www.martinus.dk

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