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M0618
Die geheime Macht hinter den Waffen
Von Martinus

1. Ist es der Kapitalismus, der Militarismus, die Politik oder die Geschäftswelt, die hinter der tötenden Macht steht?
Wir leben in einer Zeit, in der sehr viel von Waffen die Rede ist, von Bombenflugzeugen, Schlachtschiffen, Panzern, fliegenden Bomben, Handgranaten, Maschinengewehren, Revolvern, Bajonetten usw. Die Kulmination von Sabotage und Zerstörung in großem Stil verursacht kilometerweit Rauchwolken und Lärm in der Atmosphäre. Mordanschläge und Blutbäder, die Todesschreie ganzer Völker erschüttern die Welt. Eine Lawine des Todes geht über die Erde hinweg. Und das große Problem für die leidende Menschheit kann unweigerlich nur die Frage sein: "Wer oder was ist die tötende Macht?"
Hier wird man vielleicht antworten, daß es der "Kapitalismus", der "Militarismus", diese oder jene Form von "Politik" ist oder daß es die "Geschäftswelt" oder die Monopolisierung der speziellen Rohstoffe oder Rohmaterialien dieses oder jenes Landes ist, die die tötende Macht darstellt, so wie man vielleicht auch betonen mag, daß die Religion oder religiöse Ideen Krieg oder den Kampf um Werte auslösen können. Aber ist das nun richtig? Sind es diese Phänomene, die die tiefste Ursache der Todeslawine oder der zurzeit über die Erde hinwegrollenden Götterdämmerung sind?
2. Kapitalismus und Militarismus an sich müssen nicht kriegsfördernd sein
Ja, es ist natürlich richtig, daß diese Phänomene das äußere Erscheinungsbild ausmachen, in dem sich die Kriegs- und Kampfenergien entfalten. Aber nur weil sich ein Ding in einem dieser Phänomene entfaltet, muss es nicht an sich "böse" oder kriegsfördernd sein. Der "Kapitalismus" muss nicht an sich "böse" sein, im Gegenteil, der wahre Kapitalismus versetzt ja den "Kapitalisten" in die Lage, seinem Nächsten eine weit größere materielle Hilfe bieten zu können als irgend ein anderes Wesen. Er kann Millionenbeträge für viele verschiedene wohltätige Zwecke geben. Er kann elternlose Kinder, Kranke und andere notleidende Wesen unterstützen. Er kann Krankenhäusern, Erholungs- und Altenheimen ganze Vermögen spenden. Er kann Schulen und Ausbildungsstätten bauen lassen. Er kann also auf vielerlei Weise das Leben für seine minderbemittelten Nächsten mildern und dies in einem Maßstab, der seinesgleichen sucht. Daß der "Kapitalist" sein Kapital oder seine Besitztümer nicht in dieser Weise verwendet, sondern ausschließlich in selbstsüchtiger oder egoistischer Richtung, ja vielleicht sogar das genannte Ziel bekämpft, ihm entgegenarbeitet, ist eine Sache für sich. Das liegt also nicht am Kapital oder Reichtum. Dasselbe gilt natürlich auch im Hinblick auf den "Militarismus". Auch der ist an sich nicht "böse" oder kriegsfördernd. Im Gegenteil, er kann ja gerade selbst kriegsverhindernd sein. Er kann mit einer Macht identisch sein, die alle verbrecherischen Tendenzen im Zaum hält, er kann alle Anmaßungen und Überfälle habgieriger Länder in Schach halten. Er kann das unerschütterliche Fundament für den Schutz edler Kultur sein. Er kann die Bedingung für Gerechtigkeit oder absolut gleiches Recht für alle innerhalb von Gesellschaften sein, ja er kann das absolut unentbehrliche lebensbedingende Moment hinter jeder Form von Ruhe und Ordnung in der Gesellschaft sein, in der sich anarchistische Tendenzen zeigen. Daß der "Militarismus" eventuell nicht in dieser Weise – als "Polizei" – benutzt wird, sondern vielmehr benutzt wird, um andere, weniger bewaffnete Staaten zu tyrannisieren, zu berauben und zu plündern sowie für Terror, Unterdrückung und Erniedrigung anderer Völker und Rassen zu sorgen, ist ebenfalls eine Sache für sich. Das liegt also überhaupt nicht am "Militarismus" selbst.
3. Politik an sich ist auch nichts Böses oder Kriegsförderndes
Was die Politik betrifft, so weicht sie im Prinzip auch nicht von den beiden schon genannten Faktoren ab. Sie kann an sich eine starke Energie oder Kraftentfaltung sein, die diese Faktoren in Richtung eines Kontaktes mit der allerhöchsten moralischen Begründung führt. Wenn wir das Prinzip "Politik" näher betrachten, ist es nämlich an sich genauso wenig "böse" wie die beiden vorigen Prinzipien. Ja, sie kann sogar das höchste Ideal repräsentieren, die menschlichsten Ziele verfolgen, genauso kann sie aber natürlich auch Ausdruck für die größte Eitelkeit sein, für das Begehren, Macht zu erobern und zu besitzen, sie kann Unterdrückung fördern, Herrschaft für wenige und offene oder getarnte Sklaverei für andere schaffen. Aber eine Sache, die genauso stark im Dienste des "Guten" gebraucht werden kann, wie sie im Dienste des "Bösen" oder der Lieblosigkeit benutzt werden kann, kann nicht als eine "böse" Erscheinung beurteilt werden. Nur das, was den Gebrauch dieser Sache im Dienste des "Bösen" bewirkt, kann mit Recht Gegenstand dieser Beurteilung sein.
4. Die Geschäftswelt in Reinkultur ist ebenfalls vollkommen bar jeder Bosheit
Was das vierte der oben genannten Phänomene betrifft, das unter dem Begriff "Geschäftswelt" sozusagen die gesamte zivilisierte Welt ausschließlich beherrscht, so ist dieses Prinzip an sich oder in seiner Reinkultur auch ganz frei davon, irgendetwas in Richtung von "Bosheit" oder mentaler Finsternis darzustellen. Im Gegenteil, es bringt ja in seiner eigenen, absoluten Natur nur das große Hauptprinzip des ewigen Schöpfers selbst "Etwas für Etwas" zum Ausdruck, was wiederum bedeutet "gleicher Wert für gleichen Wert". In dieser seiner Reinkultur ist das "Geschäft" in allerhöchstem Maße etwas "Gutes". Da erhält es das ewige Gleichgewicht oder die ewige Balance des Universums aufrecht. In diesem Zustand macht dieses Prinzip jedes egoistische Ausnutzen anderer Lebewesen unmöglich. Niemand kann, wenn er diese Form des Geschäftsprinzips einhält, sich als Schmarotzer die Güter des Lebens aneignen oder bequem in Faulheit, Trägheit und Völlerei auf Kosten der Gesundheit und der natürlichen Lebensbedingungen anderer Menschen leben, so daß diese in Erniedrigung, Armut, Hunger und Not zugrunde gehen müssen. Dort, wo das "Geschäftsprinzip" nur in Form von getarntem Raub und getarnter Plünderung manifestiert wird, d.h. dort, wo dieses Prinzip als Vorwand benutzt wird, um sich – nicht etwa gleichen Wert für gleichen Wert, sondern vielmehr – mehr Wert für weniger Wert anzueignen, hat sich der betreffende "Geschäftsmann" ein Quantum Wert angeeignet, für das er nichts gegeben hat. Dieses Quantum ist also gestohlen. Und dieser "Geschäftsmann" ist kein Geschäftsmann, sondern ein Dieb. Daß die Gesellschaft diesen Diebstahl durch ihre Tarnung als "Geschäft" schützt, ändert nicht die kosmische Analyse dieses Prinzips. Im absoluten Sinne ist jede derartige Ausübung von "geschäftlicher Tätigkeit" "Diebstahl". Und dadurch, daß dieser "Diebstahl" als etwas getarnt wird, das moralisch zulässig ist, ist dieser "Diebstahl" darüber hinaus in kosmischem Sinne als "Betrug" abzustempeln. Und hier gilt das Wort des Erlösers "Wer also zu stehen meint, der gebe acht, daß er nicht fällt" wohl mehr als anderswo. (1 Kor 10,12)
5. Der totale Bankrott des autorisierten Geschäftsprinzips
Daß eine Zivilisation, die auf der Autorisierung derartiger Diebstähle und Betrügereien basiert, fast ausschließlich bedingt, daß ihre Individuen "Diebe" und "Betrüger" sein müssen, und daß sie im gleichen Umfang genauso aus "Betrogenen", "Bestohlenen" und "Ausgeplünderten" bestehen muss, ist natürlich eine Selbstverständlichkeit. Ja, beruht nicht geradezu ein außerordentlich großer Teil des Schulunterrichts und der Erziehung darauf, die einzelnen Individuen in diesem als "Geschäft" getarnten "autorisierten Diebstahls- und Betrugssystem" zu qualifizieren? Daß eine solche Zivilisation und Kultur unmöglich bestehen bleiben kann, daß sie sich vielmehr selbst in Krieg und Verstümmelung, in Erniedrigung und Untergang auflösen muss, ist wohl nicht schwer zu verstehen? Und ist es nicht geradezu eine Tatsache, daß eine Kultur nach der anderen untergegangen ist, entsprechend der Entstehung neuer und auf genialere Weise erdachter und erfundener Methoden zugunsten dieses Betrugsystems, die ihre Urheber befähigten, die Kultur der bestehenden Gesellschaft zu zerschlagen? Bezeugen nicht zahlreiche Ruinen auf der ganzen Welt zerstörte Großstädte und längst verfallene Kulturen der Vergangenheit? Und was geschieht heute vor unseren Augen? Fällt nicht die höchste und modernste Kultur, die jemals auf der Erde existiert hat, in Schutt und Asche? Ist die Welt im Augenblick nicht Ausdruck dafür, daß die Wirkungen des totalen Bankrotts des autorisierten "Geschäftsprinzips" sich entfalten und herrschen? Ist es nicht gerade das Gefühl, Objekt der allerhöchsten Form von "Ungerechtigkeit" zu sein, das wie ein unaufhaltsamer Orkan über die Erde tost und mit der allerhöchsten Anspannung von Genialität alles auslöst, was man sich an tötenden, mörderischen und verstümmelnden Erscheinungen ausdenken kann? Nichts ist heiliger und unverletzlicher. Rache, Rache und nochmals Rache an den "Verbrechern" sowie deren Vernichtung ist der große allgemeine Wunsch. In allen Lagern, in allen Kreisen, auf allen Schlachtfeldern oder Kriegsschauplätzen rufen die Menschen nach Strafe für die "Verbrecher", d.h. Gegner. Nur ein einziges großes Gefühl beherrscht die heutige Menschheit, nämlich die "Märtyrerempfindung", das Gefühl, das Objekt blutiger Ungerechtigkeit zu sein. Welche der streitenden Parteien räumt ein, von einem anderen Geist, einer anderen Einstellung oder Erkenntnis beseelt zu sein? Welche der streitenden Parteien ruft aus: "Ich habe Fehler gemacht, jetzt will ich alles wieder gutmachen, was ich verbrochen habe, will alles zurückgeben, was ich – zwar unter dem Schutz und mit Autorisierung der Behörden und der Zivilisation, aber doch – gestohlen und durch Betrug an anderen Wesen erworben habe? – Niemand! Der Sieger kann den Besiegten zwar zur Anerkennung der äußeren Kapitulation zwingen, aber keine materielle Macht, kein Terror kann die "Märtyrerempfindung" des "Besiegten" zur Kapitulation bewegen. Das Gefühl, vom Gegner ungerecht behandelt zu werden, wächst in dem Maße, in dem versucht wird, den Besiegten durch Folter, Strafe oder äußere Machtmittel zu vernichten. Hier sind wir zur größten Form von Macht gekommen, die es überhaupt im Universum gibt, eine Macht, der gegenüber die Sprengstoffe der ganzen Welt und die genialsten tötenden Mittel, geheime und öffentliche Waffen, unumgänglich kapitulieren müssen. Diese Macht ist die Macht der "Gesinnung". Die "Gesinnung" ist also eine ausführende Gewalt, eine alles besiegende geheime Macht hinter den Waffen.
6. Die Gesinnung des Menschen ist die heimliche Macht, die den Kapitalismus, den Militarismus, die Politik und die Geschäftswelt beherrscht
Die Prinzipien Kapitalismus, Militarismus, Politik und Geschäftswelt sind also an sich keine "bösen" Faktoren; sie können ebenso gut im Dienste des "Guten" wie des "Bösen" gebraucht werden. Es ist also die geheime Macht, durch die sie beherrscht und dirigiert werden, die "gut" oder "böse" ist. Da diese Macht, wie schon erwähnt, die "Gesinnung" ist und diese wieder das Gesamtprodukt der Wahrnehmungsfähigkeit sowie der hierauf beruhenden "Erkenntnisfähigkeit" des Lebewesens ist, die wiederum die Willensführung des Wesens bedingt, ist es also diese Erkenntnisfähigkeit, die die allertiefste Ursache dafür ist, ob sich die genannten Prinzipien zugunsten des "Guten" oder zugunsten des "Bösen" entfalten werden.
Es ist also ausschließlich diese Erkenntnisfähigkeit, die als "böse" oder "gut" zu bezeichnen ist, d.h. kosmisch gesehen als einer dieser beiden Kontraste zu erkennen ist. Diese Erkenntnisfähigkeit kann niemals in irgendeiner Situation beide Kontraste gleichzeitig repräsentieren. Sie kann ein Ding nicht als "gut" und gleichzeitig als "böse" erkennen. In dem Fall müsste die Willensführung ausgelöscht werden, denn sie müsste zwei entgegengesetzte Handlungen diktieren. Aber zwei Gegensätze gleichzeitig zu wollen, ist dasselbe, wie seinen Willen zu neutralisieren. Man kann nicht gleichzeitig hinauf auf das Dachgeschoß und hinunter in den Keller gehen. Beides auf einmal zu wollen, ist dasselbe, wie nichts zu wollen. Daher kann eine Willensführung nur eine Erscheinung ausmachen, zu der es ein Gegenteil geben muss. Ob dieses Gegenteil als "gut" oder als "böse" aufgefasst wird, ist also ausschließlich von der hinter der Willensführung existierenden Erkenntnisfähigkeit abhängig, die ja wieder dasselbe wie ein Fundament für die Gesinnung ist. Die Erkenntnisfähigkeit ist ein Resultat der Wahrnehmungsfähigkeit, die ja die Aufgabe hat zu registrieren, ob die Natur einer Sache "angenehm" oder "unangenehm" für das Wesen ist. In dem Maße, in dem die Sache durch die Sinne als "Behagen" erkannt wird, wird die Erkenntnisfähigkeit die Willensführung zugunsten dieser Sache beeinflussen, während das Entgegengesetzte der Fall ist, wenn die Sache durch die Sinne als "Unbehagen" erkannt wird. Diese Erkenntnis der Dinge als "Behagen" oder "Unbehagen" ist also das einzige, was die Willensführung des Wesens ändern kann.
7. Eine historische Demonstration der Dummheit der Gesinnung
Und diese Erkenntnis kann mit selbsterlebtem Wissen identisch sein und dadurch als "Tatsache" hervortreten, so wie sie auch ein bloßer von anderen Wesen überbrachter Bericht sein kann, der dort, wo er kein korrektes "theoretisches Wissen" darstellt, höchstens eine Behauptung, ein Dogma, eine Vermutung sein kann. Da diese Aneignung von Eindrücken des Lebens oder der Umgebung durch die Sinne die Erkenntnis des Wesens und die hierdurch hervortretende "Gesinnung" bildet, wird es hier zur Tatsache, welch kolossale Skala an "falschen" oder "unechten" Formen die "Gesinnung" des Wesens darstellen kann. Eine "Gesinnung" kann also ausschließlich eine konzentrierte Kombination aus bloßen überlieferten Dogmen, Berichten anderer Wesen und Behauptungen sein, zu denen sich das Wesen instinktmäßig hingezogen fühlt und deren "gläubiger" Anhänger es dadurch wird, obwohl es vollkommen davon abgeschnitten ist, diese angelernten Erscheinungen als realistisches Wissen oder Tatsache zu besitzen. Sie können daher total falsch sein, ohne daß dies etwas an der Sympathie des Wesens für sie oder am Glauben daran ändert. Sie füllen damit die "Gesinnung" des Wesens völlig aus und dirigieren ungehindert dessen Willensführung, die wieder das Verhältnis zu seiner Umgebung bedingt.
Man bedenke, welch schreiend falsches und unglückseliges Bild der Wahrheit ein solches Verhältnis verursachen kann. Ist es nicht gerade eine Tatsache, daß fanatische Dogmen, Behauptungen und törichte Vermutungen die Manifestationen ihres Urhebers zur Auslösung der schrecklichsten Verfolgung, Unterdrückung und Erniedrigung anderer Wesen haben werden lassen? Ja, sind nicht törichte Ideen, die überhaupt nichts mit wissenschaftlicher Begründung zu tun haben, zuweilen im Gehirn eines einzelnen Wesens entstanden und von dort durch dessen Willensführung weitergetragen worden, Ideen, die ganze Völker in Erniedrigungen und Unglück stürzten, die Verfolgung, Kriege und Verstümmelungen schufen, ja die das fast unlöschbare Feuer hinter jeder Form von Intoleranz, Religionsverfolgung, Machthunger waren und die des Weiteren in Form von "Religion" nicht nur blutige Tötungen von Tieren, sondern auch große blutbesudelte Zeremonien mit Menschenopferungen auf den angeblichen "Altären der Götter" auslösten? Und was hält man von den Hunderttausenden von Opfern der Inquisition auf dem "Altar des christlichen Gottes", gefördert durch Gottes eigene Priester und Hohepriester? Man bedenke, welch offensichtliche Demonstration an Dummheit der "Gesinnung" hier der Nachwelt überliefert wurde. Vor dem Angesicht der einen allmächtigen Gottheit, von der behauptet wird, die "Liebe" zu sein – und die gebietet, daß "jeder, der mit dem Schwert umbringt, selbst durch das Schwert umkommen wird", "daß der Mensch ernten muss, was er gesät hat", "daß man die rechte Wange hinhalten soll, wenn man auf die linke geschlagen wurde" ja die kurz gesagt gebietet, daß "man seinen Nächsten lieben soll wie sich selbst" –, vor dieser Gottheit stellte man einen Altar in Gestalt eines Scheiterhaufens auf, auf dem man im buchstäblichsten Sinne des Wortes seinen Nächsten bei lebendigem Leib unter dem Vorwand verbrannte, dem "alliebenden" höchsten Wesen zu behagen. Mit glühenden Zangen, knochenbrechenden Instrumenten und anderen raffinierten Folterwerkzeugen zwang man seinen unglücklichen Nächsten – das Wesen, das man in Wirklichkeit lieben sollte – hunderttausendfach in das glühende Feuer dieser "Hölle". Und man verstand sich darauf, sich Anwärter für diese Feuer zu beschaffen. Mit den Foltergeräten konnte man sich ganz gut "Brennmaterial" für diese teuflischen Scheiterhaufen beschaffen. Man bedenke, welch sadistische Atmosphäre hier zum Thron des Ewigen aufstieg. Man bedenke, was für eine neue Besudelung und Kreuzigung des erhabenen und reinen Wesens, das sich vorher schon einmal hatte kreuzigen lassen, um die "Nächstenliebe" auf Erden zu bestätigen, dies war. In seinem Namen rechtfertigte man die Dummheit seiner eigenen sadistischen Gesinnung und schmückte sein eigenes noch ziemlich grobes Gewissen mit prachtvollen Ornaten, goldenen Kruzifixen, Rosenkränzen, Psalmengesängen und Orgelbrausen aus, zündete Kerzen an usw. und damit hielt man die Suggestion vom eigenen hohen Kontakt mit dem Menschensohn aufrecht.
8. Der Welterlöser muss die Inkarnation der "Wissenschaft der Nächstenliebe" sein
Wir sehen also hier, wie die "Gesinnung" hinter der Religion oder den religiösen Kräften im Menschen bestimmt, ob diese Kräfte im Dienste des "Guten" oder des "Bösen" benutzt werden. Ja, wie wir hier gesehen haben, kann die "Religion" sogar dort im Dienst des "Bösen" benutzt werden, wo diese Benutzung den Hauptvorschriften der Religion selbst direkt widerspricht.
Aber die "Gesinnung" ist auch in Bereichen bestimmend, die vollständig außerhalb des rein Religiösen liegen. Wie viele Menschen können sich heute davon freisprechen, die eine oder andere kleine, nicht gerade schmeichelhafte und noch weniger der Wahrheit entsprechende Neuigkeit über diesen oder jenen ihrer Nächsten verbreitet zu haben, der ihnen nicht besonders sympathisch ist? Ja, sieht man nicht, daß Individuen, die sogar sich selbst als besonders moralische Kapazität ausgeben – als diese oder jene prophezeite geistige Autorität oder Größe, die kommen sollte, als Inkarnation eines Messias, als Inkarnation von Christus oder ähnliches –, Werkzeuge für dieselbe Art von "Neuigkeitsverbreitung" über ihren Nächsten sind, wenn dieser Nächste zu Wesen gehört, deren Hochintellektualität ein beschwerliches Hindernis für die Ausbreitung des Glaubens an ihre eigene vermutete hohe geistige Identität und Größe bildet?
Aber jeder Baum muss seine ihm eigene Art von Früchten tragen. Und eine moralische Kapazität, ein Christus, der herabsetzende Äußerungen über seinen Nächsten fördert, die nicht als Wahrheit bestätigt werden können, kann unmöglich mit dem "Christus" identisch sein, der mit der Wahrheit eins war. Aber selbst wenn diese herabsetzenden Äußerungen der Wahrheit entsprechen, wird ein Christus, der sie verbreitet, ebenso wenig identisch mit dem wahren Christus sein können, der "eins mit dem Weg war". Der "Weg" ist doch der, "seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben". Und es gibt wohl niemanden, der zu Recht behaupten kann, daß der Welterlöser "Jesus Christus" nicht die inkarnierte "Nächstenliebe" war? Ja, es müssen wohl die "falschen Christuswesen" selbst sein, deren Mangel an Nächstenliebe allzu offensichtlich kompromittierend ist für ihre Behauptung, der Welterlöser zu sein. Außerdem besteht die Persönlichkeit des Welterlösers nicht aus einem Wesen, das bloße äußere Freundlichkeit, Vergebung oder Nächstenliebe zeigt. Er ist weit mehr als ein guter und netter Mensch. Er ist auch die Inkarnation der "Wissenschaft der Nächstenliebe", denn ohne sie wäre seine Mission als Welterlöser unmöglich. Und solchen Qualifikationen gegenübergestellt ist es klar, daß sich Wesen, die noch nicht einmal so weit in ihrer Entwicklung gekommen sind, daß sie ein guter und netter Mensch sein können und daher auch nur in weit, weit geringerem Maße im Besitz der Wissenschaft dieses Gesinnungszustandes sein können, ganz offensichtlich vor dem normal intellektuell begabten Menschen kompromittieren, wenn sie behaupten, "Christus" oder einer der allergrößten Führer der Menschheit zu sein. Insbesondere dann, wenn sie, wie schon gesagt, sich geradewegs dazu herablassen, herabsetzende Neuigkeiten über Mitwesen zu verbreiten, deren wirkliche Hochintellektualität ihnen im Wege ist, ja dann ist doch deutlich zu sehen, daß ihre Gesinnung sie mit jener Art von wahrheitsverfolgenden Wesen identisch macht, über die Christus sagte: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun".
9. Die Gesinnung des Lebewesens ist die absolute Macht hinter all seiner Manifestation und Schöpfung
Wir sind also alle eine Art mentaler Bäume im großen Garten der Gottheit. Und daraus folgt, daß wir Früchte tragen müssen. Diese Früchte heißen "Gesinnung". Die "Gesinnung" stellt somit viele Arten von Früchten dar. Einige von uns können also Früchte tragen, die uns geradezu wahrheitszerstörend, wahrheitsverfolgend machen, die uns Illusionen und Lügen fördern lassen, Krieg, Tod, Folter, Verstümmelung oder Kreuzigung erschaffen lassen in dem Glauben, wir seien dadurch moralische Größen. Und andere von uns können Früchte tragen, die ungeheuer segensreich sind und die die ewige Wahrheit fördern, die Leben, Kraft, Freude und Glück oder mentale Gesundheit in jede Gesinnung hinein verbreiten, in der sonst für gewöhnlich die Leiden des Aberglaubens, der Trauer und des Unglücks wohnen, und die uns damit zu Wesen machen, die wirklich in größerem oder geringerem Maße "eins mit Christus" oder einem Welterlöser sind. Es ist also die "Gesinnung", die die allesbeherrschende Macht hinter den Manifestationen ist. Es ist die "Gesinnung", die uns "böse" oder "gut" sein lässt. Es ist die "Gesinnung", die uns die raffiniertesten und grausamsten Mordwaffen und Verstümmelungsinstrumente erschaffen lässt wie Revolver, Maschinengewehre, Bomben, Kanonen, Kriegspanzer, Flammenwerfer, Giftgas und andere lebensfeindliche technische und chemische Substanzen. Es ist die "Gesinnung", die uns diese Phänomene entweder im Dienste des Hasses oder im Dienste der Liebe gebrauchen lässt. Es ist die "Gesinnung", die uns zu Auslösern der genialsten gesellschaftlichen Güter werden lässt wie Eisenbahnen, Dampfschiffe, Flugzeuge, Straßenbahnen und Autos, gesunde und hygienische Wohnverhältnisse, Krankenversorgung, Invaliden- und Altersrenten, Staatsführung, Rechtswesen, Ruhe und Ordnung usw.
Die "Gesinnung" macht uns also zum Herrn über die Dinge, so wie es auch die "Gesinnung" ist, die uns zu Sklaven der Dinge macht. Die "Gesinnung" des Lebewesens ist die absolute Macht hinter all seiner Manifestation und Schöpfung.
10. Unsere eigene Gesinnung, unser eigenes Hervortreten ist identisch mit der ewigen Lebenskette von Ursache und Wirkung
Was ist nun "Gesinnung"? Die "Gesinnung" ist genau die Erscheinung beim Lebewesen, die bedingt, daß es eben ein "Lebewesen" ist. Die "Gesinnung" ist das "Leben" selbst. Das Leben wiederum besteht aus den beiden Phänomenen "Schöpfung" und "Erleben", die wieder mit dem identisch sind, was in meinem Hauptwerk "Livets Bog" als das "Grundfazit Nr. 2 des Lebens" beschrieben und als "Ursache und Wirkung" bezeichnet wird. "Schöpfung" kann nicht entstehen oder manifestiert werden, ohne "Ursache" und "Wirkung" zu sein. Da aber "Wirkungen" genauso unmöglich entstehen können, ohne zur "Ursache" für neue "Schöpfung" zu werden, die wieder zur "Ursache" neuer "Wirkungen" wird und so fort, ist das "Leben" oder die "Gesinnung" eine unendliche Kette von Manifestationen oder Schöpfungen, ist eine unendliche Kette von Erleben und wird dadurch zur Bestätigung seiner selbst als "ewig" oder "unsterblich". Es ist dieses "Ewige" oder "Unsterbliche" im Lebewesen, das es entweder als ein Mord, Leiden und Unglück hervorbringendes Wesen oder als ein segensreiches, Freude und Glück hervorbringendes Wesen hervortreten lässt. Es ist dieses "Ewige" im Wesen, das es "böse" oder "gut" sein lässt, das es gleich der übrigen Natur sein lässt, eins mit den Gesetzen, nach denen sich diese Natur entfaltet, oder das es gegen die Natur sein lässt, gegen deren Gesetze und damit in Disharmonie mit jenem großen Leben sein lässt, in dem man "lebt, sich bewegt und ist". Es ist also die "Gesinnung", die unsere Sorgen, unser Unglück bedingt, genauso wie sie unser höchstes Glück und unsere höchste Seligkeit bedingt. Alles in unserem Schicksal ist eine Ausmündung aus diesem oder jenem in unserer "Gesinnung". Aber wenn unsere "Gesinnung" ein so allumfassender Faktor in unserem Schicksal ist, ja unser Schicksal selbst ist, dann wird jegliche Auffassung, wir selbst seien "Märtyrer" oder unser Leben sei ein "Martyrium", für das dieses oder jenes unserer Mitwesen die Verantwortung trage, geradezu identisch mit der Kulmination von "Aberglaube". Es ist nicht dieses oder jenes Wesen, das unser wirklicher und tiefster "Feind" ist, es ist nicht dieses oder jenes Wesen, das die wahre "Ursache" unseres "Unglücks" ist, genauso gut ist es natürlich auch nicht dieses oder jenes Wesen, das die wahre "Ursache" dafür ist, daß unser Schicksal als "Glück" oder "Seligkeit" hervortritt. Wie sollte das wohl auch zugehen? Ob eine Sache als "Unglück" oder "Glück" wahrgenommen werden kann, ist keine Frage des Auftretens unseres Nächsten uns gegenüber, es ist keine Frage dessen, was er tut oder nicht tut. Die wahre "Ursache" für unsere Wahrnehmung der Dinge als "böse" oder "gut" ist ausschließlich nur eine Frage unserer eigenen "Gesinnung", also unseres eigenen Hervortretens als identisch mit der ewigen Lebenskette von "Ursache und Wirkung". Durch unsere Identität mit dieser Lebenskette können wir ja unmöglich "Wirkungen" erleben, deren vorausgehende "Ursache" nicht wir selbst sind. "Wirkungen" können unmöglich ohne eine vorhergehende "Ursache" entstehen. Wenn ein Mensch uns plötzlich auf einem dunklen Weg überfällt und ausplündert, ja uns vielleicht verletzt und verstümmelt, dann sind wir Objekt einer Serie von "Wirkungen" geworden. Nun wird man vielleicht hervorheben, in einer solchen Situation seien wir doch total unschuldig und daher Opfer eines "Verbrechens" geworden und hätten das Recht, uns dafür zu "rächen", indem wir den Urheber des Verbrechens "bestrafen" lassen. Und dies ist innerhalb des juristischen Gesetzessystems oder Rechtswesens, das jede kultivierte Gesellschaft vorläufig gezwungen ist zu fördern, auch vollkommen richtig. Innerhalb des Wahrnehmungsbereiches oder des Überblicks über das Mysterium des Lebens, den man dort zur Verfügung hat, können die Dinge nicht anders beurteilt werden. Aber gleichzeitig ist es auch eine Tatsache, daß der Bereich, von dem aus die genannte Beurteilung festgestellt wird, doch nur einen außerordentlich kleinen lokalen Bereich in dem ungeheuren Spiel der Kräfte darstellt, der die Ganzheit ausmacht, was in diesem Fall die "ewige Kette von Ursache und Wirkung" des Räubers ist. Diese Kette ist ja durch ihre "ewige" Existenz identisch mit der "Unendlichkeit". Wenn wir aber diese Ganzheit nicht sehen können, sondern vielmehr nur einen mikroskopisch kleinen Teil dessen, wie können wir dann sicher sein, daß unser Urteil über das Verhalten des Räubers absolut "gerecht" ist?
11. Die Manifestation unseres Nächsten – Raub oder Zärtlichkeit – ist nur ein mikroskopisch kleiner Teil der unendlichen Kette von Ursache und Wirkung
Diese Verhaltensweise – die zu "Wirkungen" in unserem Schicksal oder in unserer Lebenskette der "Ursachen und Wirkungen" wurde – ist doch ein so unendlich winziger Teil der Unendlichkeit der "Kette von Ursachen und Wirkungen" teils des Räubers und teils unserer eigenen, daß dies in allerhöchstem Maße die Möglichkeit dafür bildet, daß das Ereignis aus einem größeren Überblick über die Gesamtheit gesehen ein ganz anderes sein kann, als es das in diesem kleinen lokalen Bereich – von dem aus die "Strafzumessung" erfolgt – zu sein scheint oder wofür es gehalten wird. Wenn man nur einen einzelnen Buchstaben eines Textes in einem großen Buch von mehreren tausend Seiten sieht, kann man doch nicht wissen, mit welchen anderen Buchstaben im Werk er verbunden ist und welche berechtigte Platzierung er in und Bedeutung für das Buch insgesamt haben kann. Unser Urteil oder unsere Erkenntnis über diesen Buchstaben kann daher unmöglich eine vollkommene oder absolute Beurteilung des Buches selbst sein, da wir in diesem Fall ja vollkommen von den Voraussetzungen abgeschnitten sind, die erforderlich sind, um eine solche Beurteilung vornehmen zu können. Unser Urteil wird daher zur Enthüllung unserer eigenen Sympathie für oder Antipathie gegen den Buchstaben werden. Dieser Buchstabe kann ja von einer für unseren Geschmack herausragenden künstlerischen Schönheit sein – dann werden wir ihn bewundern und uns über ihn freuen – und er kann in einer Ausführung hervortreten, die überhaupt nicht nach unserem Geschmack ist, und wird dadurch unsere Antipathie hervorrufen in Gestalt herabsetzender Kritik oder Beurteilung dieses Buchstabens. Diese unsere Beurteilung oder Kritik hat also in beiden Fällen überhaupt nichts mit der wirklichen Mission des Buchstabens im Zusammenhang mit dem Werk, in dem er vorkommt, zu tun. Es ist also nur das Verhältnis des Buchstabens zu uns, also die Wirkung des Buchstabens auf unsere "Gesinnung", die wir zum Maßstab für seine Lebensberechtigung erheben. Unsere Kritik, unsere Sympathie für oder Antipathie gegen den Buchstaben ist die Reaktion unserer "Gesinnung" auf ihn. Da aber diese Reaktion, wie wir hier gesehen haben, ebenso gut Sympathie wie Antipathie dem Buchstaben gegenüber sein kann, völlig unabhängig von seiner wirklichen Existenzberechtigung und Notwendigkeit in diesem Werk, in das er gehört, ist das ganze Problem in Wirklichkeit keine Frage der Berechtigung des Buchstabens, seiner Mission oder absoluten Analyse, sondern vielmehr nur eine Frage der Reaktion unserer eigenen "Gesinnung" auf den Buchstaben. Haben wir hier nicht ein klares Bild von der Reaktion unserer Gesinnung auf den oben genannten Räuber, was näher bezeichnet bedeutet: auf unseren Nächsten? Ob die Manifestation unseres Nächsten Raub oder Zärtlichkeit ist – sie kann, wie gesagt, unmöglich etwas anderes sein als ein ganz winziger Teil von jener Gesamtheit, die seine unendliche Kette von "Ursachen und Wirkungen" oder sein Leben oder sein ewiges Hervortreten darstellt. Dieser kleine Vorfall, von dem wir betroffen sind, und sei er noch so schmerzvoll für uns, kann also nur ein einzelner "Buchstabe" in dem großen "Buch" sein, das sein ewiges Leben und Dasein ausmacht. Und da dieses "Buch" noch größer ist, ja geradezu gigantisch im Verhältnis zu dem Werk, das wir vorhin mit mehreren tausend Seiten bezeichnet haben – denn was bedeuten mehrere tausend Seiten in einem Werk, das unendlich ist, die Ewigkeit selbst ist –, ist unsere Beurteilung unseres Nächsten als "Räuber" auch keine absolute Beurteilung des wirklichen höchsten Selbstes unseres Nächsten oder des göttlichen "Buches" oder des "ewigen Werkes", das er als "Lebewesen" darstellt. Diese Beurteilung ist vielmehr nur eine Enthüllung unserer Reaktion auf jenen einzelnen kleinen "Buchstaben" in diesem "ewigen" Werk, als der der Raub unseres Nächsten allerhöchstens bezeichnet werden kann.
12. Unser Nächster kann absolut nicht die erste Ursache unseres Schicksals sein
Daß dieser Nächste keinesfalls die absolut erste bedingende "Ursache" oder Basis dessen, daß wir jener Handlung ausgesetzt wurden, die wir als "Raub" bezeichnen, ausgelöst hat, daß wir also selbst die absolut erste auslösende Ursache dieses Ereignisses sind, liegt für gewöhnlich ganz außerhalb unseres täglichen physischen Erkenntnisbereiches. Wenn die Handlungsweise unseres Nächsten überhaupt Eingang in unser eigenes Schicksal oder unsere eigene "Kette von Ursache und Wirkung" finden konnte, so eben nur, weil wir zu diesem oder jenem Zeitpunkt, vielleicht sogar in einem früheren Leben, durch unsere Handlungen diese Kette in der Weise ausgelöst oder geformt haben, daß die Möglichkeit für eine Kollision mit der "Kette von Ursache und Wirkung" unseres Nächsten entstehen konnte. Die Tatsache zeigt uns also, daß wir zum Objekt von "Wirkungen" werden konnten. Da aber "Wirkungen" unmöglich ohne eine "vorausgegangene" Ursache entstehen können, muss es auch eine "Ursache" dafür geben, daß wir in eine solche Situation geraten, in der unser Nächster uns ausplündern kann. Diese "Ursache" kann unmöglich beim "Nächsten" zu finden sein, da sie ja notwendigerweise schon ausgelöst worden sein mußte, bevor wir diesen Nächsten getroffen haben. Wenn sich aber die "Ursache" unserer Ausplünderung bereits bei uns selbst findet, bevor wir überhaupt unseren Nächsten getroffen haben, wird es hier zur Tatsache, daß unser Nächster absolut nicht die erste "Ursache" unseres Schicksals sein kann. Dasselbe gilt in jeder anderen Situation. Was unser Nächster uns gegenüber auch tun mag, er kann niemals und in keinem Fall die "erste Ursache" unseres Erlebens seiner Einmischung in unser eigenes Schicksal sein. Es muss immer vorher schon eine "Ursache" dafür geben, daß wir zum Objekt der Einwirkung unseres Nächsten werden können, sei es Raub oder sei es Liebe. Es muss eine "Ursache" dafür geben, daß wir diesen Nächsten treffen, daß wir mit ihm in Kontakt kommen. Daß vielleicht nicht wir ihn aufgesucht haben, sondern er uns, ändert nicht das Prinzip. Wenn er uns aufsucht, obwohl wir ihn vielleicht überhaupt nicht kennen, kann das ja nur auf der Grundlage dessen geschehen, daß wir etwas ausgelöst oder bewirkt haben, was ihn anzieht, etwas, das sein Interesse weckt, sei es etwas, um uns zu hassen oder um uns zu liebkosen.
13. Der Glaube des Menschen, daß der Nächste der Urheber seines Schicksals ist, fördert die unglücklichen Schicksale in aller Welt
Wie wir hier sehen, kann die "erste Ursache" unserer Erlebnisse niemals und in keinem Fall bei jemand anderem als bei uns selbst liegen. Wie sich das Leben für uns auch gestalten mag, welche Erlebnisse auch auf uns zukommen werden, die Situation wird immer unerschütterlich die sein, daß wir der Frage gegenüberstehen: Was hat bewirkt, daß wir dem Urheber gerade dieser Ereignisse gegenübergestellt werden? Denn nur das, was die "Ursache" hierfür ist, kann die wahre "Ursache" dessen sein, daß diese Ereignisse zu unserem Schicksal wurden. Da diese "Ursache" notwendigerweise vor unserer Begegnung mit diesen Ereignissen und ihren Urhebern ausgelöst worden sein muss – andernfalls hätte diese Begegnung ja niemals stattfinden können –, kann dieser Urheber also, wie schon früher aufgezeigt, unmöglich der wahre Urheber oder die "erste Ursache" sein.
Da aber die "Gesinnung" des Erdenmenschen nichtsdestoweniger auf dem Glauben basiert, daß der Nächste der Urheber seines Schicksals ist, wird er seinem Nächsten gegenüber "böse" oder "gut", je nachdem, ob er glaubt, daß dieser ihm selbst gegenüber "böse" oder "gut" ist. Und da dieser "Glaube" die absolut führende Kraft in der "Gesinnung" des unfertigen Erdenmenschen ist und dadurch zum wirklich führenden oder steuernden Faktor hinter dem Willen dieses Wesens ist, sind wir hier zur innersten Analyse jener Macht gekommen, die die unglücklichen Schicksale in aller Welt fördert, die die Kulmination und das Eldorado des Krieges und der Leiden innerhalb der erdenmenschlichen Gesellschaft fördert. Es ist dieser vollkommen fehlerhafte "Glaube" oder die vollkommen fehlerhafte Vorstellung von seinem Nächsten und sich selbst, die die allesbeherrschende Macht hinter dem Willen und damit hinter der materiellen Verwirklichung dieses Willens durch das Wesen darstellt. Daß dieser "falsche Glaube" bezüglich seines Nächsten die Gesinnung diesem Nächsten gegenüber unmöglich freundlich, hell und glücklich gestimmt werden lassen kann, dürfte wohl offenkundig sein. Da er aber nichtsdestoweniger die geheime Macht hinter der Willensführung des Wesens darstellt, absolut alles bestimmt, ja die Gesinnung des Wesens gestaltet, dessen Empfänglichkeit und Immunität verursacht, seine Antipathie und Sympathie und damit die ganze Ausgestaltung seines Schicksals, sehen wir hier die Wurzel von absolut allem "Bösen". Die Gesinnung – gestaltet als Auslösung dieses "falschen Glaubens" von seinem Nächsten und dieses hierauf beruhenden Glaubens, selbst "Märtyrer" zu sein, von diesem Nächsten "ungerecht" behandelt zu werden – ist also die absolut innerste Macht hinter allen äußeren tötenden, verstümmelnden und zerstörenden Waffen oder Werkzeugen. Es ist nicht verwunderlich, daß sich die Welterlösung durch die größten Weisen der Welt und die durch sie geschaffenen Religionen und Moralvorschriften in dem großen und einzigen Gebot konzentriert "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" und daß sie verkündet, daß dies "die Erfüllung aller Gesetze" ist.
14. Der vollkommene Mensch braucht nicht zu töten, um zu leben. Das Mikroleben des Fruchtfleisches setzt sein Leben im Organismus des Menschen fort und erfüllt damit seinen göttlichen Plan und Zweck
Der "falsche Glaube" über den Nächsten ist also das größte "Böse" des Erdenmenschen. Er ist der "Samen" oder "Kern" seines eigenen unglücklichen Schicksals, gleichgültig welche Art von Unglück oder Unannehmlichkeit dieses Schicksal auch aufweisen mag. Wenn der Mensch es erreicht, die Fähigkeit zu entwickeln, seinen Nächsten in der Weise zu lieben, daß sein Verhältnis zu ihm dasselbe wie hundertprozentige Liebe ist, wird dies ausschließlich bedingen, daß er auf einer Daseinsebene leben wird, auf der Krankheiten und Unglücke genauso wenig vorkommen können, wie Krieg oder Verfolgung und Verstümmelung des Nächsten auf jener Ebene stattfinden können. Zu einer solchen hundertprozentigen Liebe gehört natürlich auch das Aufhören des Mordens an unseren Mitwesen der animalischen Ebene, den sogenannten "Tieren". Diese Wesen gehören ja zu den Mitgeschöpfen, die Gott ebenfalls nach der Schöpfung segnete und gebot "Seid fruchtbar und vermehret euch und bevölkert die Erde".
Glaubt man hier nicht, daß es Gottes Absicht ist, die menschliche Gesinnung solle davon erfüllt sein, am Verständnis dieses göttlichen Willens und an seiner Entfaltung beteiligt zu sein? Er sagte ganz und gar nicht, daß Tiere die "Nahrung" für den Erdenmenschen sein sollten. Im Gegenteil, war es nicht gerade diese Nahrung, die mit zur "verbotenen Frucht" gehörte? Was die erdenmenschliche Nahrung gemäß des göttlichen Willens ist, steht ausgesprochen klar in der biblischen Überlieferung. Sagt Gott hier nicht zu Adam und Eva: "Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen"? Stimmt das nicht mit dem fünften Gebot "Du sollst nicht töten" überein? Der vollkommene Adam oder der vollkommene Mensch braucht also nicht zu töten, um zu leben. Die Früchte der Bäume zu essen, in denen Samen (Kerne) sind, ist also dasselbe, wie Fruchtfleisch zu essen, das sich um den Kern befindet. Dadurch geschieht am Baum selbst überhaupt kein Mord. Da der Kern gerade dadurch frei wird, daß man das Fleisch um den Kern wegnimmt, wird doch die Möglichkeit geschaffen, daß er gesät oder gepflanzt werden kann, hierdurch wird er dazu gebracht, zu keimen und sich zu entwickeln. Und was das Fruchtfleisch selbst betrifft, so erhält es doch dadurch, daß es "gegessen" oder als Nahrung in einen Organismus aufgenommen wird, den Vorteil, daß sein Mikroleben (das Lebendige im Stoff) die Möglichkeit bekommt, auf natürliche Weise sein Leben in jener Stoffwelt des Organismus (dessen Fleisch und Blut) fortzusetzen, in die es als "Nahrung" eingegangen ist. Und damit kann es seinen göttlichen Plan und Zweck erfüllen. Andernfalls wäre dieses Fruchtfleisch dem sogenannten "Verrottungsprozess" preisgegeben, der für sein Mikroleben unumgänglich einen unnatürlichen Tod und Untergang bedeutet. Dieses Leben wäre damit von allen Bedingungen, um auf normale Art und Weise weiterzuleben, abgeschnitten. Daß der Erdenmensch noch nicht ausschließlich von diesem feinen und lebendigen Stoff leben kann, ändert ja nichts an der Richtigkeit des Prinzips oder an dem göttlichen Befehl. Es zeigt vielmehr nur, daß "Adams" Erschaffung noch nicht fertig ist. Er ist noch nicht zum "Menschen als Gottes Abbild" geworden. Aber obwohl der Erdenmensch noch nicht so weit in seiner Entwicklung oder der göttlichen Schöpfung gekommen ist, so tritt er doch unerschütterlich in einer solchen Situation auf oder ist umgeben von solchen Möglichkeiten für vegetabile Nahrung, daß es für ihn überhaupt nicht in irgendeiner Weise eine Lebensbedingung ist, Tiere zu töten.
15. Beim Töten erlebt das Tier bewußt Schmerzen, während die Pflanze nur eine Unbehagensahnung hat
Es ist für den Vegetarier zwar notwendig vegetabile Nahrung zu sich zu nehmen, die etwas außerhalb des vorgeschriebenen Rahmens liegt – wie z.B. Wurzeln, Blätter und Stiele, ja sogar in gewissen Fällen Kerne –, wodurch die Situation nicht ganz im Einklang mit einer hundertprozentigen Erfüllung des göttlichen Gebots steht. Aber ein "Adam", der z.B. zu neunzig Prozent dieses Gebot einhält, ist seiner Vollendung und "Gottes Abbild" näher als ein "Adam", der es zu neunzig Prozent übertritt. Daß die Wirkung dessen nicht ausbleibt, ist eine Selbstverständlichkeit. War es nicht genau diese Wirkung der "verbotenen Frucht", die bedeutete, daß die Erde "verflucht", d.h. voller Disharmonie, Schmerzen und Leiden sein mußte?
Weshalb bringt nun das "Töten" von Pflanzen, was ja mehr oder weniger in den Situationen geschieht, in denen es sich darum handelt, Wurzeln, Stiele und Kerne zu essen, weniger Leiden mit sich? Da die Pflanze nicht den fundamentalen Teil ihres wachen Tagesbewusstseins auf der physischen Ebene hat – ihre höchste Sinnesbegabung hier besteht ausschließlich nur aus einer schwachen beginnenden "Ahnungsfähigkeit" –, ist sie auf dieser Ebene im Wesentlichen noch ein "ungeborenes" Wesen. Der Standard ihres Nervensystems ist daher nicht so entwickelt, daß sie eine Verletzung in ihrem physischen Organismus anders lokalisieren kann denn als eine mehr oder weniger in Erscheinung tretende "Unbehagensahnung". Ja, man kann hier bildlich gesprochen sagen, daß die Pflanze – im Verhältnis zur hundertprozentigen Fähigkeit des Tieres, Schmerzen zu empfinden – nur eine fünfprozentige diesbezügliche Fähigkeit hat. Was also außerhalb dieser fünf Prozent der Erlebensfähigkeit der Pflanze liegt, kann ihr doch unmöglich als Erleben bewussten Unglücks und Leidens zugefügt werden und liegt damit völlig außerhalb ihres Schicksals. Und diese fünf Prozent (Unbehagensahnung) hören für die Pflanze in Situationen, in denen nur ihr reines Fruchtfleisch oder ihre reifen Früchte als Nahrung für einen animalischen Organismus angetastet oder beschlagnahmt werden, schließlich auch noch auf.
16. Eine rohe Macht verbirgt sich in der modernen Kultur und Bildung, im autorisierten guten Ton
Wenn die Erdenmenschen nichtsdestoweniger in den Organismen, im Fleisch und Blut, ihrer animalischen Mitwesen, der Tiere, schwelgen, ja sogar in gewissen Fällen das Töten dieser Mitwesen zum "Zeitvertreib", zum Sport, zum Vergnügen in Form von "Freizeit-Jagd", "Angeln" und ähnlichem gemacht haben und damit hundertprozentige Übertreter des "Gesetzes für das Leben" selbst sind, dann ist es auch hier wieder die "Gesinnung", die die allesbesiegende Macht in der Mentalität dieses "lustmörderischen" Wesens ist. Daß dieses Wesen hier seine abergläubischen Vermutungen oder eingebildeten Vorstellungen, es habe das Recht zu töten, mit "Sitte und Brauch", "Mode", "Bildung" oder der sogenannten "Kultur", wie die Mehrheit sie autorisiert, auf dieselbe Weise verdeckt oder kaschiert, wie es so viele andere Konflikte mit dem "Gesetz des Lebens" oder Ausschweifungen verdeckt, verändert nicht das Prinzip oder die unerschütterliche Forderung dieses Gesetzes nach Erfüllung. Daß die Mehrheit das "Gesetz des Lebens" übertritt, macht die Übertretung ja nicht zur Einhaltung – und entfernt somit auch nicht die Wirkungen der Übertretung –, sondern macht sie vielmehr zu einer Macht. Diese "autorisiert" die Übertretung durch die Einstimmigkeit der vielen Übertreter. Der einzelne Übertreter erhält die Macht der Herde und damit deren Segen über seine Übertretung. Man bedenke, was dort entsteht, wo die "Macht" den Übertreter des "Gesetzes des Lebens" segnet, die Unterminierung der vollkommenen Existenz des Lebens selbst segnet. Sind es nicht dieser Segen und diese Zustimmung der Herde, die das Rauchen von Tabak, den Genuss alkoholhaltiger Getränke, den Genuss von Fleisch und Blut oder anderer animalischer Produkte zu unentbehrlichen Erscheinungen oder Faktoren im sogenannten "Guten Ton" machen. Ein einzelner "Nicht-Raucher", "Nicht-Trinker", "Nicht-Fleischesser" in einer Gesellschaft von z.B. 50 Personen, die dem genannten "Guten Ton" oder der hierauf beruhenden "autorisierten" modernen "Bildung" und "Kultur" zuzurechnen ist, ist fast dem Mitleid und Bedauern dieser Gesellschaft ausgesetzt, wenn nicht sogar ihrem Hohn und Lachen sowie ihren Witzen. Er ist und bleibt das "schwarze Schaf" dieser Gesellschaft oder dieser Herde. Man bedenke, welch rohe Macht sich also hinter der modernen "Kultur" und "Bildung", dem autorisierten "Guten Ton" verbirgt.
Was sind nun diese "Kultur" und "Bildung", dieser "Gute Ton"? Ja, ist das nicht schlicht die "Gesinnung" der Herde? Ein "vornehmer Mensch" zu sein, "kultiviert" oder "gebildet" zu sein, bedeutet also, die "Gesinnung der Herde" zu haben völlig unabhängig davon, ob diese "Gesinnung" ihrer Natur nach die Auslösung der schwersten Mordausschweifung ist. Man bedenke, wie gefährlich es also sein kann, nur die Gesinnung und das Denken der "Herde" zu haben, und umgekehrt wie göttlich es unumgänglich ist, eine Gesinnung zu besitzen, die es – unabhängig von der Meinung der "Herde" – je nach Fähigkeit wagt, das "Gesetz des Lebens" zu erfüllen. Ohne diese Wesen würde die Herde kulturell niemals weiter nach vorne oder oben kommen, sondern müsste moralisch und wesensmäßig verwahrlosen. Nur der, der es wagt, das "Gesetz des Lebens" gegen die Meinung der "Herde" einzuhalten, ist ihr geistiger Führer, selbst wenn er physisch ihr "schwarzes Schaf" ist. Ihr Hohn und ihre Verfolgung sind nur das sichere Kennzeichen dessen, daß er wirklich dabei ist, die "Herde" mental zu heben. Es zeigt sich, daß er sie im Griff hat. Sie fühlt sich bereits übel berührt von diesem seinem Griff; daher der Hohn und Spott, daher die Verfolgung des Übeltäters, der, wenn auch nicht durch Propaganda oder das Bestreben, Anhänger zu werben, so doch durch die in seiner Wesensart mehr oder weniger hervortretende Erfüllung der Lebenspflichten als eine Gefahr für den Aberglauben, die eingebildete "Kultur" und "Bildung" der "Herde", ihre fortgesetzte Befriedigung unnatürlicher und tötender Begehren und Gelüste wahrgenommen wird.
17. Wenn die Gesinnung oder diese geheime Macht hinter den Waffen zu Liebe wird, geht für die Menschheit das Tor zum Licht auf
Wie wir hier gesehen haben, ist die "Gesinnung" also der absolut allesbeherrschende Machtfaktor hinter der Willensführung. Das gilt nicht nur auf dem rein physischen Gebiet im Verhältnis zu anderen Menschen, sondern auch in allerhöchstem Maße im Verhältnis zu den "Tieren", zu der "Nahrung", die wir zu uns nehmen. Alles, was wir uns vornehmen, ist ein Ausschlag unserer "Gesinnung". Da aber die "Gesinnung" wiederum durch geistiges Licht, d.h. durch Intellektualität, Kenntnisse und Wissen über die Dinge reguliert werden kann, ist das "eine Große, was nottut" für den Erdenmenschen von heute ausschließlich geistiges Licht, Licht und nochmals Licht. Dieses Licht ist nicht bloß eine Kenntnis von Maß und Gewicht, das ist keine Frage dessen, wie weit es zur Sonne ist oder wieviel die Erde wiegt. Es ist keine Frage dessen, was heute "Sitte und Brauch" ist oder was man heute für den "Guten Ton" hält oder die Meinung der "Herde" was Moral betrifft, es ist auch keine Frage dessen, wie mein Nächster lebt oder was er mir gegenüber tut oder nicht tut. Es ist vielmehr eine Frage des Wissens von der Einhaltung des "Gesetzes des Lebens" und der Fähigkeit, diese Einhaltung zu praktizieren. Da aber das "Gesetz des Lebens" nicht existieren kann, ohne gleichzeitig mit dem "Gesetz des Verhältnisses eines Wesens zu seinem Nächsten" identisch zu sein, da dieser "Nächste" auch identisch mit dem "Leben" ist, liegt unsere ganze Schicksalsbildung, unsere Möglichkeit, wirkliches Glück oder Freude am Dasein zu erreichen, also ausschließlich in unserem alltäglichen Verhältnis zu diesem "Nächsten". Sein Leben ist das Feld, in das wir die Früchte, Kerne oder Samen unserer "Gesinnung" einpflanzen. Dieses Feld wird also allmählich für uns mit giftigen, tötenden Kräutern übersät werden, wird ein Schlachtfeld des Krieges, des Todes und der Verstümmelung werden, oder es wird ein göttlicher Garten werden, verschwenderisch gefüllt mit lebenspendenden und seligkeitsfördernden schönen Bäumen, Blumen und Früchten, wird eine Heimstatt des Lichts werden – je nach unserer "Gesinnung" dem Leben des "Nächsten" gegenüber, je nachdem, ob auf diesem Feld Hass oder Liebe gepflanzt oder gesät wurde.
Wenn die "Gesinnung" oder diese "geheime Macht hinter den Waffen" zu Liebe wird, geht für die Menschheit das Tor zum Licht auf. Der Aberglaube des Todes existiert nicht mehr. Heulen und Zähneklappern, Schreie und Qualen sind ebenfalls von den Kontinenten der Menschheit entfernt. Und die Bewegung der Erde in Zeit und Raum ist zu einer leuchtenden Bahn des Friedens im Universum geworden.
Der Artikel beruht auf einem Vortrag, den Martinus am 5. Juli 1944 im Martinus-Center Klint hielt. Bearbeitung von Martinus persönlich (abgesehen von den Zwischenüberschriften). Zum ersten Mal im dänischen Kontaktbrief Nr. 75-78, 1944 unter dem Titel "Den hemmelige magt bag våbnene" veröffentlicht. Artikel-ID: M0618. Übersetzung der vorliegenden Fassung (3-4/2004): Christa Rickus. Erstmals im deutschen Kosmos 5-8/1979 veröffentlicht.

© Martinus-Institut 1981, www.martinus.dk

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