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Artikelübersicht

M0635
Das Himmelreich oder der kosmische Lebenstempel
von Martinus

Erster Teil
1. Warum ist die physische Welt nicht für alle dieselbe?
Wir haben schon früher gesehen, dass sich das Leben oder Dasein in der geistigen Welt nach denjenigen Begriffen oder Vorstellungen über eben diese Welt gestaltet, an die zu glauben man sich gewöhnt hat, während man auf der physischen Ebene lebt. Solange man hier in Unwissenheit und Aberglauben lebt, in falschen und nicht falschen Vorstellungen, kann man auch die geistige Welt nur auf diese Weise erleben. Vorstellungen oder Glaube und Aberglaube verändern sich nicht, weil man stirbt oder seinen physischen Körper verliert. Und so wie man hier auf der Erde die wahre physische Welt nicht erlebt, solange man die wahren physischen Gesetze nicht herausgefunden hat, so wird man die wahre geistige Welt oder Wirklichkeit auch nicht erleben, solange man die besonderen Gesetze dieser Welt nicht hier herausgefunden hat oder sich ihrer bewusst geworden ist. Was weiß der Naturmensch im Dschungel über die wahre physische Wirklichkeit? Stehen der Neandertaler und der Pekingmensch nicht völlig ohne das physische Wissen eines Einsteins oder Bohrs da?
Weichen ihre jeweiligen Vorstellungen vom physischen Dasein nicht sehr stark voneinander ab, obwohl sie auf derselben physischen Ebene oder in derselben physischen Welt leben? – Was macht den Unterschied aus?
Warum sehen die physischen Menschen die physische Welt nicht alle auf dieselbe Weise? – Wie können Menschen in derselben Welt leben und diese doch so unterschiedlich erleben? – Warum ist die physische Welt nicht für alle, die in ihr leben, dieselbe?
2. Das Weltbild gemäß der Auffassung religiöser Sekten und politischer Parteien
Wie ich bereits früher erklärt habe, sieht ein großer Teil der Erdenmenschheit die wahre Wirklichkeit nicht. Sie haben das, was man im Osten oder Orient die wirkliche Wahrheit nennt, nicht gefunden. Alle die verschiedenen religiösen Sekten haben jeweils ihre eigene spezielle Auffassung von der Wahrheit oder Wirklichkeit und erfassen in Bezug hierauf nur die physische Welt. Die Auffassung religiöser Sekten besteht aus dem Weltbild ihrer Anhänger, ganz unabhängig davon, ob das mit der Wirklichkeit zusammenpasst oder ob es die wirkliche Wahrheit selbst ist. Es ist natürlich sonnenklar, dass ihr Dasein in dem Maße eine illusorische oder falsche Wirklichkeit ist, wie ihr Weltbild und die hierauf beruhende Moral und Lebensweise nicht mit der Wirklichkeit in Kontakt ist. Ihr [Leben] erfüllt die Lebensgesetze nicht und wird dadurch unglücklich und schmerzhaft. Das sogenannte unglückliche Schicksal mit seinen Kriegen, Leiden und Verstümmelungen, Krankheiten und Not und einem allzu frühen Tod ist die unvermeidliche Folge, völlig unabhängig davon, wie sehr man auch seine Sekte als den von Gott auserwählten wahren Boten gepriesen hat und wie sehr man auch daran glaubt, zu den Heiligen der letzten Tage zu gehören und die Lieblinge oder Favoriten der Gottheit zu sein. Und es ändert absolut nichts am Prinzip, wenn man nicht einer religiösen Sekte angehört, sondern einer grundmaterialistischen politischen Partei. Dort ist das Weltbild und damit die Moral und Wesensart ebenfalls an jene materiellen oder physischen Vorstellungen angepasst oder nach ihnen gemacht, von denen man beherrscht wird oder besetzt ist, ungeachtet dessen, ob sie sich in Kontakt mit der Wirklichkeit oder dem absoluten Weltbild befinden.
3. Das Himmelreich wohnt in uns
Dass das Himmelreich – d.h. die Fähigkeit, die absolute Wahrheit und damit das absolute Weltbild und hierdurch die wirkliche geistige Welt zu erleben – nicht in den Wesen wohnt, die in einem falschen oder illusorischen Erleben des Weltbildes und damit des Lebens leben, ist eine Selbstverständlichkeit. Das Himmelreich ist das Erleben des wirklichen Lebens, der wirklichen Wahrheit. Das Himmelreich ist Gottes eigene mentale Sphäre, ist die Welt, deren Gedankensphäre das höchste und absolute Wissen über den Weltplan, die Gesetze des Lebens oder die absolute Wahrheit ist. Es ist die Gedankensphäre, die in der Bibel als der "Heilige Geist" bezeichnet wird. Das Himmelreich und der Heilige Geist sind also dasselbe. Es ist die wirkliche Weltauffassung, deshalb ist das Himmelreich ebenso wie der Heilige Geist etwas, das in den Wesen wohnt, wie Christus sagt, es ist kein äußeres Reich, keine äußere Sphäre.
4. Jeder einzelne Mensch hat sein eigenes spezielles Paradieserleben nach dem Tod
Hiernach ist uns nun absolut klar, wie vollkommen oder unvollkommen man die geistige Welt nach dem Tod erleben wird. Ein großer Teil der Erdenmenschheit hat das absolute Weltbild noch nicht erreicht, weder die religiösen Sekten noch die politischen Parteien noch der materialistisch eingestellte Wissenschaftler, der de facto weiter als je zuvor von der Fähigkeit entfernt ist, das wirkliche Weltbild zu erleben, weil er glaubt, dass das etwas Äußeres ist, dem er sich durch Messen und Wiegen annähern kann. Er glaubt, dass die Lösung des Welträtsels etwas Physisches ist, und lebt somit gleichsam in einer Fantasiewelt. Diese ganze Gruppe von Wesen kann somit das Himmelreich, die absolute Wahrheit oder den Heiligen Geist nicht erleben. Ihr geistiges Erleben kann nur in einem paradiesischen Erleben kulminieren. Wenn sie sich in Kontakt mit ihrem Glauben befinden – ob dieser nun religiös oder politisch, geistig oder materialistisch ist – und somit keine Gewissensbisse haben, können sie sehr wohl schöne Seligkeitserlebnisse auf der geistigen Ebene erleben. Die Heiligen der letzten Tage erleben die geistige Welt gemäß den Vorstellungen, die sie sich von ihr gemacht und an die sie sich gewöhnt haben. Und die Anhänger der politischen Parteien sehen sie in der begrenzten oder vollkommen ausgelöschten Form, die ihnen ihr Materialismus diktiert. Dasselbe gilt für die materialistisch eingestellten Wissenschaftler. Auch sie gehen nach dem Tod durch das Leben, ohne zu verstehen, dass sie sich in einer geistigen Welt befinden. Sie erleben die geistige Welt immer noch lediglich in Form ihres physischen Gewohnheitsbewusstseins. Das bewirkt natürlich, dass sie behaupten, dass sie nicht tot sind, sondern noch auf der physischen Ebene leben, und sie glauben immer noch, sterbliche Wesen zu sein. Das ist die Grundlage dafür, dass die Indianer ihre ewigen Jagdgründe erleben, die Krieger ihr Paradies und die Gläubigen das ihre.
5. Die Gewissensbisse des Wesens bilden sein Fegefeuer
Es gibt hier keine Hindernisse abgesehen von denen, die ein Fegefeuer verursachen können, d.h. die Erkenntnis dessen, dass man sich in Disharmonie oder im Konflikt mit der Moral seiner Auffassungen befunden hat. Das verursacht Qualen. Alles andere kann kein Fegefeuer verursachen, weil es Stufen auf dem Weg sind. Man kann ja selbst nichts dafür, auf welcher Stufe der Begabung man steht. Es wäre doch ziemlich teuflisch, wenn man bestraft werden könnte, weil die eigene Begabungskapazität nicht soundso viele Punkte auf der Entwicklungsskala repräsentiert. Nur dort, wo man sich nicht in Kontakt mit der Moral seines Weltbildes befindet, oder wenn man entdeckt, dass das Weltbild, an das man geglaubt hat, und die Moral, die man infolgedessen verehrt hat, gleichermaßen falsch sind, kann man ein Fegefeuer erleben. Dort, wo diese Verhältnisse nicht vorhanden sind, wird das Paradies erlebt.
6. Der Vorhof, das Heiligste und das Allerheiligste
Das Paradies ist jedoch nicht die wirkliche geistige Welt, weil sie ein Produkt der Fantasie der Wesen ist. Es ist eine Welt, die die Wesen nach ihrem eigenen Bild aufgebaut haben. Über dieser geistigen Welt liegt die wirkliche, die, die keine Fantasie ist, die, die die wirkliche Wahrheit zum Ausdruck bringt, die, die das absolute Himmelreich ist. Das Paradies ist somit in Wirklichkeit nur eine geistige Unterwelt, eine Art Vorhof zum wirklichen Paradies oder Himmelreich. Da das Himmelreich wiederum in zwei Sphären einzuteilen ist, die wir als das Heilige und das Allerheiligste bezeichnen können, ist die ganze geistige Welt somit mit einem Tabernakel oder Tempel zu vergleichen. Und hier gilt dasselbe, was für den Tabernakel der Bibel gilt, dass in den Vorhof alle kommen, aber in das Heilige dürfen nur Priester kommen, während in das Allerheiligste nur der Hohepriester kommen darf. Der größte Teil der Erdenmenschen befindet sich also im Vorhof, sowohl hier als auch im Jenseits. Der Vorhof ist das Paradies, das durch Illusion aufgebaut ist.
7. Das wahre Menschenreich auf der physischen Ebene
Aber wenn der Mensch durch alle physischen Begehren und durch die hieraus folgenden Freuden und Sorgen hindurchgegangen ist, wenn er von den religiösen und politischen Sekten- oder Parteimitgliedschaften gesättigt ist, wenn er davon gesättigt ist, eine Rolle zu spielen, davon gesättigt ist, bewundert und verehrt zu werden, wenn Demut und Selbstlosigkeit das Wesen mehr beherrschen als Hochmut und Selbstsucht und es somit in steigendem Maße immer mehr Sympathie für andere Lebewesen bekommt, sodass ihm deren Wohlergehen am Herzen liegt, wenn die Nächstenliebe anfängt, mit der Paarungsliebe zu konkurrieren, dann beginnen die Wesen, die kosmische Priesterwürde zu erlangen. Dann können sie beginnen, die nächste Halle des Lebenstempels, das "Heilige", zu betreten. Da das Leben hier nicht höher steht, als dass es auf der physischen Ebene hundertprozentig erlebt und praktiziert werden kann, ist dies das Ziel der jetzt beginnenden neuen Weltepoche der Erdenmenschheit. Das "Heilige" ist somit der Lebenszustand auf der physischen Ebene, den ich in meinem Hauptwerk Livets Bog das wahre Menschenreich nenne. Aber dieses Reich, das das letzte Reich auf der physischen Ebene ist, ist das Höchste, das vom Himmelreich auf dieser Ebene manifestiert werden kann. Und die Vollkommenheit dieser Manifestation liegt noch ca. dreitausend Jahre in der Zukunft. Das verhindert aber nicht, dass dieser Teil des Himmelreichs bereits dabei ist, sich im Innern vieler Menschen zu bilden, also im Innern derjenigen Wesen, die von den primitiven physischen Gütern gesättigt sind. In diesem Innern wird das Heiligste des Himmelreiches also entstehen, lange bevor es in der äußeren Welt entsteht. In der äußeren Welt kann es ja erst entstehen, wenn ein ganz wesentlicher Teil der Erdbevölkerung bereits den genannten Teil des Himmelreiches in seinem Innern entwickelt hat.
8. Die Sphäre des wahren Menschenreichs auf anderen Planeten als Hochschule für entwickelte Erdenmenschen
Und hier kommt den Pionieren dieses Himmelreiches die Reinkarnation zugute. Denn nach dem Tod können sie gerade in der geistigen Welt das wahre Menschenreich in seiner vollen Entfaltung oder Blüte erleben und dort wird ihre Liebe zu diesem Reich gestärkt, und ihre Lust und ihr Interesse daran, in ihren kommenden physischen Inkarnationen Pioniere des wahren Menschenreichs zu sein, wird gefördert. Wenn es diesen Wesen möglich ist, das wahre Menschenreich auf der geistigen Ebene zwischen ihren physischen Inkarnationen zu erleben, so liegt das ja an dem Umstand, dass das wahre Menschenreich auf bestimmten anderen dafür bereits entwickelten physischen Planeten existiert. Diese Planeten haben deshalb diese mentale oder geistige Sphäre des wahren Menschenreichs um ihren physischen Planeten herum. Es ist somit die geistige Atmosphäre oder Welt dieser Menschenplaneten, die zu einer Art Heimat, einer Schule oder Hochschule für die Erdenmenschen wird, die die genannte Sättigung der primitiven physischen Güter und der Selbstanbetung erreicht haben, sodass Selbstlosigkeit und Nächstenliebe die Oberhand über Hochmut und Selbstsucht gewonnen haben. Und was sieht man nun in dieser geistigen Welt des wahren Menschenreichs?
Das erste Manuskript schließt mit diesen Worten:
Erkläre hier die fundamentalen Prinzipien, die wahre Demokratie oder den Lebenskommunismus des wahren Menschenreiches, der wiederum in der wahren oder göttlichen Anarchie kulminiert, also ein gesellschaftlicher Zustand, in dem jegliches Polizei- und Rechtswesen, jegliche Obrigkeit überflüssig geworden sind, weil die Nächstenliebe zum allesbeherrschenden Bewusstseinselement in allen Menschen geworden ist. – Das Tierische im Menschen, das heute in einem gewissen Ausmaß Kommunismus, Anarchie und Demokratie zu Todessphären, Kriegsschauplätzen und Foltersphären macht. – Die Gesellschaftsordnung des wahren Menschenreichs entspricht weder Todeskommunismus noch Todesanarchie noch Todesdemokratie noch anderen Formen von Todespolitik.
Zweiter Teil
9. Die kosmische Hochschule und das Konstruktionsbüro des Universums
Nachdem der Höhepunkt oder die Kulmination der Schöpfung auf der physischen Ebene erreicht ist, auf der die Individuen als schöpferische Genies in physischer Materie auftreten, ist die göttliche Absicht durch die Reinkarnation oder das Eintauchen der Lebewesen in die Materie verwirklicht. Nun haben sie das Gesetz für jegliche Schöpfung in ihren Herzen und Gehirnen verinnerlicht. Sie brauchen die physische Materie nicht mehr, die sie total ausgelebt haben, so wie ja auch ihr Organismus so verfeinert und von der irdischen Ebene unabhängig geworden ist, dass es immer seltener vorkommt, dass sie geboren werden oder in physischer Materie inkarnieren. Sie haben ja von der Luft gelebt und konnten sich ganz nach ihrem Wunsch materialisieren und dematerialisieren. Mit dem schwächer werdenden Wunsch zu inkarnieren ließ in gleichem Maße auch die Fähigkeit nach, in physischer Materie zu inkarnieren. Ihre Mentalität ist inzwischen kolossal gewachsen. Die ganze Energie und Kraft, die vorher gebraucht wurde, um die schwere physische Materie zu handhaben, haben sie nun befreit und können sie im Gedankenbereich nutzen. Die Gedanken wurden allmählich die konkrete Nahrung für ihr feines, ätherisches Dasein. Sie waren immer mehr mit Ideen und Plänen für neue Schöpfungsprozesse und Verbesserungen der alten Prozesse beschäftigt. Und ihre Daseinsebene wurde allmählich zu einem Reich, in dem man sich nur mit der Ausgestaltung neuer, kommender physischer Modelle für Organismen, für Herz-, Lungen- und Hörfunktionen, Modelle für ganz neue Gestalten, kommende Organismen von Pflanzen, Tieren, Menschen und Engeln beschäftigte. Wir befinden uns hier praktisch in den Hochschulen und Konstruktionsbüros des Universums. Die Wesen hier sind die kosmischen Ingenieure, kosmischen Meister oder die höchsten Schöpfungszentren des Universums. Wir sehen hier die lebenden Modelle aller kommenden neuen Weltphänomene. Wir sehen hier einen Teil einer merkwürdigen Landschaft mit eigentümlichen Phänomenen, Lebewesen, Pflanzen und Tieren in bisher ungeahnten Formen. Das ist ein Modell für eine neue Planetenoberfläche. An anderer Stelle bewegen wir uns innerhalb einer merkwürdigen Maschine und dort sind Wesen damit beschäftigt, sie auszugestalten und in Funktion zu setzen. Das ist das Modell eines kommenden neuen animalischen Organismus in einer kommenden neuen physischen Welt. Überall gibt es Modelle für kommende neue mineralische, vegetabile und animalische Phänomene, die man zu sehen bekommt.
10. Ein Bewusstsein, das eine ewig wechselnde Schöpfungsszenerie von unermesslicher Schönheit ist
Da die Wesen hier nicht in festen, permanenten Organismen gebunden sind, wie es auf der physischen Ebene der Fall ist, und somit nur Gedankenmaterie als das gröbste äußere Material zur Verfügung haben, und dieses Material zugleich das Material für die Offenbarung ihrer Gedanken ist, sehen wir somit nicht die Wesen selbst. Wir sehen ihre Manifestationen, ihr Bewusstsein. So wie wir hier auf der materiellen Ebene nur die physischen Organismen und Manifestationen der Wesen sehen, aber nicht die innerste Struktur der Wesen, ihren Geist und ihr Ich, so sehen wir nun hier im Weisheitsreich nur das Bewusstsein der Wesen. Das ist ja eine ewig wechselnde Schöpfungsszenerie von unermesslicher Schönheit, da die Schöpfung hier hundertprozentig in Kontakt mit der Liebe und damit mit der Vollkommenheit ist. Hier sind wir hoch erhaben über die Erschaffung von Waffen, über militärische Aufrüstung und die Erschaffung von Mordmaschinen. Solche Phänomene gehören ja in die Kellerräume oder Abwasserkanalisation des Lebenstempels. Da wir uns aber in den höheren Etagen des Tempels befinden, die als Wohnungen für die Wesen der Liebe eingerichtet und die die Kulmination von Weisheit sind, sehen wir hier nur den Höhepunkt der Schöpfung Gottes, die Kulmination des Kolorits des Universums. Überall, wo wir uns bewegen, gehen wir auf die Gedanken von Lebewesen zu, die in wunderschöne erschaffene Phänomene umgeformt sind. Ja, und gehen ist ja auch nicht der richtige Ausdruck, denn wir fühlen keine Schwere in Richtung Erdboden so wie auf der physischen Ebene und im physischen Organismus. Wir fühlen uns hier einfach nur existent mitten in allem, getragen von unserer eigenen Willenskraft und unseren Gedanken. Und dort, wo wir nicht davon erfüllt sind, die Umgebung zu bewundern, dort sind wir ja selbst dabei, Wunder zu erschaffen, die dann anderen gegenüber das einzige äußerlich Sichtbare von uns sind. Die direkte gegenseitige Sichtbarkeit geht somit nur visionär vor sich. Hinter der äußeren sichtbaren Welt hier im Weisheitsreich existieren ja unsichtbar die Ichs der Lebewesen, umgeben von ihrem Über- und Unterbewusstsein, die also hier frei und unabhängig von der physischen groben Materie sind.
11. Das persönliche Kennzeichen des Weisheitswesens in der sichtbaren Gedankenmaterie
Wenn sie mit einem anderen Wesen in einen reinen, intimen, persönlichen Kontakt treten wollen, erschaffen sie einen Ausdruck in der sichtbaren Gedankenmaterie, die das Kennzeichen ihrer Person ist. Ein solches Kennzeichen kann eine in allen goldenen Farben funkelnde, leuchtende und glitzernde Sonne sein, es kann ein Stern sein, genauso wie es die gewaltigste und strahlendste engelhafte Gestalt sein kann, die in Gold und Purpur, in Perlmutt und Opal auftritt. Sie kann mit glänzenden Flügeln auftreten und sie kann in allen möglichen Figuren auftreten, sowohl in strahlenden und glanzvollen als auch ohne Glanz und Funkeln. Die äußere Manifestationserscheinung ist lediglich etwas, das für den Augenblick erschaffen wird, und dauert nur so lange, wie der persönliche Kontakt mit dem Wesen, für das die Sichtbarkeit manifestiert wurde, dauert. Eine solche Offenbarung entspricht einem Gespräch auf der physischen Ebene. Aber hier auf der geistigen Ebene ist das Sprechen ja überflüssig, da das Bewusstsein und die Gedanken der Wesen etwas äußerlich Sichtbares sind und nicht etwas im Innern Verborgenes wie auf der materiellen oder physischen Ebene.
12. Ein göttlicher Beischlaf auf offener Bühne
Eine solche Vision, ein solcher Kontakt wird niemals, auch nicht für eine Sekunde, erschaffen, ohne identisch mit einer gegenseitigen Liebesmanifestation zu sein. Das ist die Kulmination des höchsten Feuers oder die Auslösung der Sexualität dieser Daseinsebene. Dieser göttliche Liebesakt ist hier nicht an ein Zusammenleben oder an eine Ehe gebunden. Es ist ein vollständig befreiter und souveräner gegenseitiger Erlebenszustand. Es ist ein göttlicher Beischlaf auf offener Bühne, ohne eine belästigende Eifersucht oder Ärgernis erregende Schamverletzung für andere Wesen zu sein. Hier gibt es keine Nacktheit, die verborgen werden muss, und hier gibt es kein Eigentumsrecht, das beschützt werden muss. Hier gibt es keine geschlechtliche Nebenbuhlerei oder Rivalität. Hier gibt es kein eheliches Monopol, das verletzt werden kann. Hier ist ein solcher Liebeskontakt zwischen den Wesen eine wahre Kulmination der höchsten Zärtlichkeit des Lebens, es ist die Manifestation des Lebens von innigstem Gefühl und innigsten Gedanken einem anderen Wesen gegenüber – offenbart in äußerer sichtbarer Materie. Als Erstes tritt ihr persönlicher Ausdruck oder ihr für diesen Augenblick erschaffener Organismus in einer solchen strahlenden, intellektuellen, engelhaften Offenbarung auf, wie sie nur dieses hohe Gedanken- und Künstlerstadium hervorbringen kann, und als Nächstes erschaffen sie füreinander und umeinander herum eine Kulmination von wohltuenden und intellektuellen oder geistigen Zärtlichkeitsmanifestationen, was nicht nur für sie selbst zu einer strahlenden Empfindung der Nähe Gottes und ihrer eigenen Verwandlung in eine harmonische Einheit oder dem wird, was auf der physischen Ebene in seiner hier auftretenden armen und plumpen Form als "ein Fleisch zu sein" bezeichnet wird, sondern es wird auch auf dieser Ebene zu inspirierenden, Freude und Liebe fördernden Erlebnissen für die anderen Wesen dieser Ebene. Hier gibt es nur Liebe und man kennt nur Liebe. Eifersucht, Anstößigkeit, Schamverletzung und Sexual- oder Liebesmonopole gegenüber anderen Wesen sind hunderttausende von Lichtjahren von dieser Ebene entfernt. Jegliche Sexualität ist hier vereint und identisch mit der reinsten, hundertprozentigen Allliebe. Alles, was geschieht, kann deshalb nur ein Genuss für alle sein. Jedes intimste Erleben eines Individuums ist die Freude aller, ist das Erleben aller. So wie man hier auf der irdischen Ebene in der Domäne des Tierreichs im Krieg "jeder gegen jeden" lebt, so lebt man hier in der Liebe eines jeden für jeden.
Dritter Teil
13. Vom Weisheitsreich zur göttlichen Welt
Nachdem das Spezialerleben des Lebens im Weisheitsreich kulminiert ist, kommt eine andere Form des Lebenserlebens immer mehr zur Geltung. Jedoch muss hier bemerkt werden, dass der Übergang vom Weisheitsreich zur göttlichen Welt keine besonders bemerkenswerte Form hat. Es gibt dort keinen markierten Kontrast zwischen den genannten beiden Reichen wie er sich z.B. zwischen niedrigeren Reichen bemerkbar macht. Zwischen dem Tierreich und dem Menschenreich gibt es ja einen sehr großen Kontrast. Zwischen Tieren und Pflanzen gibt es auch einen großen Kontrast. Aber zwischen dem Menschenreich und dem Weisheitsreich ist der Übergang ausgeglichener und zwischen dem Weisheitsreich und der göttlichen Welt ist er schließlich fast gänzlich ausgeglichen. Wie ich schon erklärt habe, ist das Weisheitsreich das Konstruktionsbüro des Universums, seine Modellwelt. Hier entstehen die Modelle für alles, was überhaupt erschaffen werden kann. Alles ist hier sichtbar – die Modelle kommender Pflanzenreiche, Tier- und Menschenreiche. Hier entstehen neue Variationen des ewigen Daseins, des ewigen Erlebens des Lebens. Hier können sie gesehen und beobachtet werden. Hier existiert das Wissen der ganzen Welt und seine Wissenschaft und Weisheit. Hier befindet sich das letzte Gebiet für die Konzentration des Wesens nach außen.
14. Die Verschmelzung des Lebewesens mit dem ewigen Vater
In der letzten Zone des Weisheitsreichs beginnt die Konzentrationsfähigkeit des Wesens nach außen hin – zu den erschaffenen Phänomenen – abzunehmen zugunsten einer stark wachsenden Konzentration auf die Gottheit selbst. Ja, es ist als ob sich das Ich des Wesens hier unter vier Augen mit der Gottheit selbst befindet. Da aber weder das eigene Ich noch das Ich der Gottheit ein erschaffenes Phänomen ist und die erschaffenen Phänomene hier weg sind oder ausgeschlossen werden können, ist das fundamentale Erleben in der göttlichen Welt das Erleben eines Daseins oder Lebens ohne erschaffene Phänomene. Jedoch existieren hier das ewige Überbewusstsein mit den Talentkernen und das Unterbewusstsein, und als Folge dessen kann das unsichtbare oder bildfreie Erleben des Ichs vom Zusammensein mit der Gottheit in einer Manifestation oder Sichtbarmachung eintreten, wann immer das betreffende Ich den Drang oder Wunsch danach fühlen mag. Gottes Körper, das allesüberwältigende Licht, ist auch der Körper des eigenen Ichs. Und doch kann man nicht ganz von diesem Licht verschlungen werden, so wie der Wassertropfen vom Ozean verschlungen wird. Unser Ich ist nicht wie der Wassertropfen ein Ich-loses oder erschaffenes Detail, das Anfang und Ende unterworfen ist. Unser Ich ist ja durch das mittlere des dreieinigen Prinzips, nämlich X2, eine ewig garantierte Individualität. Die Ichs aller Lebewesen machen zusammen das Ich Gottes aus, sind jedoch nur durch Gottes X2 getrennt und markiert. Wir können deshalb, wenn jegliche Manifestation oder alle erschaffenen Phänomene ausgeschlossen sind, diese Identität der Individualität unseres Ichs mit der Ewigkeit erleben, so wie Gottes Ich auf dieselbe Weise identisch mit der Ewigkeit ist. Das Kulminationserleben des Lebens in der göttlichen Welt ist somit das Erleben der eigenen absoluten Zusammengehörigkeit, der eigenen Identität, des Eins-Seins mit der Gottheit jenseits aller sichtbaren Formen.
15. Das ewige lebendirigierende "Etwas" funkelt und leuchtet in einem strahlenden transparenten Gold
Dieses Erleben offenbart sich einem als ein Gefühl von körperlosem Dasein in einem unendlichen Ozean einer speziellen Art von Feuer. Ein unbesiegbares Gefühl dessen, dass man in diesem goldenen Feuer oder in diesem transparenten leuchtenden Gold dem Etwas der ewigen Gottheit selbst, seinem Wesen, seinem Bewusstsein und seiner Strahlenglorie gegenübersteht oder sich darin befindet. Hier existiert das allesbeherrschende, das allesüberwältigende göttliche Ich, das hinter allen Schöpfungen, allen Manifestationen, allen Gedanken, jeglicher Wissenschaft und Weisheit existiert. Hier ist man in üppiger Stärke oder Mannigfaltigkeit dem gegenübergestellt, was die Wissenschaft erst verleugnet hat und dann mit aller Macht mit ihren Mikroskopen und Teleskopen und Rechenmaschinen sucht, aber niemals mit Hilfe von Instrumenten und Berechnungen in Maß und Gewicht finden können wird. Hier funkelt und leuchtet das ewige lebendirigierende Etwas in transparentem Gold, das der Urheber des Gehirns und Herzens in jedem Lebewesen ist, so wie es auch jener Urheber der Weisheit und des Verstandes ist, der sich in der Logik enthüllt, mit der die Himmelskörper des Universums und die Organismen der Lebewesen erschaffen werden. Hier ist das Lebendige, das es nur im Allerheiligsten des Tempels gibt oder was das Allerheiligste selbst ausmacht und das deshalb für jeden noch unfertigen oder unreifen Menschen unzugänglich ist, das unzugänglich und tödlich für jedes Wesen ist, das nicht die durch Liebe geschützte notwendige Reife oder die Gewöhnung an die hier herrschende Lichtenergie oder an das höchste Feuer hat. Hier in der göttlichen Welt können die Wesen somit in diesem Lichtozean ein- und ausgehen, in die Verschmelzung zur Einheit mit der Gottheit hinein- und wieder hinausgehen. Hinein in dieses ihr eigenes, persönliches und individuelles Erleben ihrer Identität mit dem Vater, der Ewigkeit und der Unendlichkeit und wieder hinaus.
16. Das Wesen erlebt sich selbst als Gottes Abbild – das Seligkeitsreich
Aber auch dieses enorm lebendige Erleben des Daseins direkt zusammen mit der Gottheit erfährt seine Sättigung. Das ewige lebensbedingende Gesetz des Kreislaufs macht sich geltend, so wie das Wesen dieses allerhöchste Lebenserleben des Zusammenseins mit Gott auf den höchsten Zinnen ausgelebt hat. Nachdem das Wesen die Kulmination der Schöpfung erlebt hat, nachdem es sein Eins-Sein mit der Gottheit erlebt hat, nachdem es die Kulmination und Erschaffung des Lebens erlebt hat, bekommt das Wesen nun die Erlaubnis, sich selbst als Gottes Abbild hervortretend zu erleben. Es bekommt die Erlaubnis zu erleben, die dirigierende Allmacht im Universum, die dirigierende Allliebe, die allesbeherrschende Weisheit hinter allen Manifestationen zu sein. Zu diesem göttlichen überirdischen Dasein wurde dem Individuum durch eine spezielle Daseinsebene Zugang gegeben, so wie es Zugang zu den vielen anderen Daseinsebenen für bestimmte Lebenserlebensformen durch die speziellen Daseinsebenen bekommen hat. Die Daseinsebene hier heißt Seligkeitsreich und wird von der sechsten Grundenergie, dem Gedächtnis, getragen.
Das dritte Manuskript schließt mit diesen Worten:
Vertiefe hier das Seligkeitserleben und die Reise des Wesens durch seine Erinnerung an das Universum. Sein Beleben von allem, was es in dieser seiner inneren Welt gibt, und wie das Wesen durch dieses Beleben in seinem eigenen Innern dasselbe wird, was die Gottheit im äußeren Universum ist, und wie es dadurch Gottes Abbild repräsentiert.
Der Artikel beruht auf drei zusammenhängenden Manuskripten (Teil 1, 2 und 3), die Martinus zur Vorbereitung einer Vortragsserie am 15., 22. und 29. Januar 1950 im Martinus-Institut schrieb. Reinschrift und Abschnittüberschriften von Torben Hedegaard. Das Wort in eckigen Klammern in Abschnitt 2 wurde bei der Reinschrift ergänzt. Gutgeheißen vom Rat am 22.10.2017. Der Artikel ist erstmals im dänischen Kosmos Nr. 7, 2018 unter dem Titel "Himmeriges rige eller det kosmiske livstempel" erschienen. Artikel-ID: M0635. Übersetzung: Christa Rickus, 2019.

© Martinus-Institut 1981, www.martinus.dk

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