Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Mein kosmischer Wahrnehmungshorizont | 21. Ich sah, daß ich ein unsterbliches Wesen bin und daß alle anderen Wesen im Dasein ewige Realitäten sind, die wie auch ich selbst eine unendliche Kette von früher erlebten Leben hinter sich haben, daß wir uns alle aus niederen, primitiven Daseinsformen zu unserem jetzigen Stadium entwickelt haben und daß dieses nur ein einstweiliges Glied in dieser Entwicklungsskala ist und wir also auf dem Wege zu gigantisch hohen Formen von Daseinsebenen in der Ferne sind. Ich sah, daß das Weltall ein einziges großes Lebewesen ist, in welchem alle anderen Wesen, jedes einzelne, Organe sind, und daß wir alle, Menschen, Tiere, Pflanzen und Mineralien, eine Familie sind, aus demselben Fleisch und Blut, bildlich gesehen. Ich sah leuchtende und funkelnde Welten mit ungeahnten Menschheiten, Menschheiten mit einer Moral und einem Idealismus, die sich in bezug auf göttliche Entfaltung und Harmonie mit dem Gesetz fürs Dasein und im Vergleich zur allgemeingültigen irdischen Moral verhalten wie eine Oase zu einer Wüste. Aber ich sah auch Welten, die von viel niedrigerer Natur waren, Welten, in denen die Barbarei eine so große Macht ausübte, daß die Lebewesen dort töten mußten, um zu leben, also Welten, in denen die höchste tragende Lebensbedingung identisch mit der am höchsten auftretenden Form der Übertretung des Gesetzes fürs Dasein ist. Diese Übertretung macht sämtliche dieser Welten zu den hervorragendsten Schauplätzen für die Entfaltungen von Krankheit und Not, Elend, Sorgen und Leiden, d.h. eine Kategorie von Welten, der anzugehören die Erde nicht ganz freigesprochen werden kann. Weiter sah ich, daß die Finsternis oder das sogenannte "Böse" in Wirklichkeit identisch mit der Entwicklung jener Qualifikationen der Wesen ist, die absolut notwendig sind, damit das Leben auf den höchsten Welten von denselben Wesen später als Glück oder Seligkeit erlebt werden kann, und ich sah damit ein, daß die "Finsternis" in kosmischem Sinne ein genauso großer Segen ist wie das Licht und daß, aus göttlicher Sicht, alles sehr gut ist. Aber ich fühlte auch, daß dieses Wissen niemals von einem Wesen als wahre Wirklichkeit erlebt oder aufgefaßt werden kann, bevor seine Liebesfähigkeit so weit in der Entwicklung fortgeschritten ist, daß es allen Lebewesen gegenüber nur gut und liebevoll sein kann und somit sein hohes Wissen nicht dazu mißbrauchen kann, sich anhand dessen eine Verteidigung für egoistische oder lieblose Handlungen anzumaßen. So fühlte ich das ganze Weltall von einer unendlichen Liebe und Weisheit durchströmt. Überall, wohin ich meinen Blick in die "Finsternis" richtete, wurde es hell. – Ich war meine eigene Lichtquelle geworden. Die kosmische Feuertaufe, die ich durchgemacht hatte und auf deren nähere Analyse ich hier nicht eingehen kann, hatte also die Tatsache hinterlassen, daß in mir ganz neue Wahrnehmungsfähigkeiten ausgelöst worden waren, Fähigkeiten, die mich instandsetzten – nicht in kurzen Erleuchtungsblitzen – sondern vielmehr in einem andauernden wachen Tagesbewußtseinszustand, alle die hinter der physischen Welt existierenden, tragenden geistigen Kräfte, unsichtbaren Ursachen, ewigen Weltgesetze, Grundenergien und Grundprinzipien zu erkennen. Das Mysterium des Daseins war also kein Mysterium für mich. Ich war des Lebens des Weltalls bewußt und war in das "göttliche Schöpfungsprinzip" eingeweiht worden. |
Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.
Seitenübersicht