Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Eine Frage nach der Wahrheit und eine Antwort darauf. Das behagliche und das unbehagliche "Gute". Ein moralisches Genie |
28. In diesem Zusammenhang wird man nun fragen können: "Wie lange soll die ewige Wahrheit entschleiert werden?"
Und die Antwort darauf ist: "So lange, bis keine Schleier die Wahrheit mehr verdecken".
Hiernach wird man wieder fragen können: "Wann ist denn die Wahrheit nicht mehr von Schleiern verdeckt?"
Und die Antwort ist: "Wenn die Entwicklung der Sinnesbegabung des Individuums so weit fortgeschritten ist, daß es imstande ist, es als realistische Tatsache zu erleben, daß 'alles sehr gut ist', dann ist die Entschleierung der ewigen Wahrheit vollendet, da dieses Erleben eben nicht existieren kann, ohne identisch zu sein mit dem Erleben der wissenschaftlichen Grundanalyse dieser Wahrheit".
Dies bedeutet nun wieder, daß das Wesen nicht mehr mit dem alten Aberglauben oder mit der Vorstellung lebt, etwas könnte böse sein.
Es erlebt oder sieht vielmehr, daß all das sogenannte "Böse" in göttlichem oder kosmischem Sinne eine absolut ebenso unentbehrliche Realität bei der Förderung der Entwicklung oder Bewußtseinsbildung des Wesens ist wie das sogenannte "Gute".
Das "Gute" und das "Böse" werden somit in der göttlichen Grundanalyse als identisch zu sehen sein.
Dies bedeutet natürlich nicht, daß das "Böse" auch behaglich ist, sondern vielmehr, daß es von dem dazu ausreichend entwickelten Wesen ebenso gut als ein Segen angesehen wird wie das "Gute".
Diese beiden Realitäten werden daher nur als das "unbehagliche Gute" und das "behagliche Gute" zu analysieren sein.
Jeder Wahrheitssucher, der so weit in seiner Entwicklung gekommen ist, daß er mit seiner absolut eigenen Sinnesbegabung ohne jegliches von anderen Wesen erlerntes Wissen imstande ist, die obengenannte Analyse zu erleben und vorzunehmen, ist also im Hinblick auf die Entschleierung der ewigen Wahrheit oder der Grundanalyse des Lebens zum Ende des Weges gekommen und ist daher als identisch mit einem solchen Wesen zu erkennen, das "eins mit dem Weg, der Wahrheit und dem Leben" geworden ist – oder mit einem solchen Wesen, das hier im Livets Bog die Bezeichung "ein moralisches Genie" bekommen hat. |
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