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(1-288) 
 
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Die große herkömmliche Auffassung vom Dasein ist veraltet  29. Was den Erdenmenschen anbelangt, so ist er noch nicht so weit in seiner Entwicklung vorwärts gekommen, daß er "eins mit dem Weg, der Wahrheit und dem Leben" geworden ist. Er muß daher noch mit einer bis zu einem gewissen Grad hervortretenden Verschleierung der ewigen Wahrheit oder des Sinns des Lebens leben. Dies bedeutet also, daß des Erdenmenschen herkömmliche Auffassung vom Dasein, die ich oben schilderte, mit ihren Begriffen "Himmel" und "Hölle", "Gottheit" und "Teufel" ihrer Grundanalyse nach nicht mit einem fundamental unverschleierten Ausdruck für die ewige Wahrheit identisch ist, obwohl ihr nicht aberkannt werden kann, die Grundrealitäten oder Grundprinzipien der genannten Wahrheit zu enthalten. Daß sich dies eben so verhält, wird einem unter anderem dann bewußt, wenn man imstande ist, eine Analyse des wirklichen Verhältnisses zwischen dieser herkömmlichen Auffassung vom Dasein und der gesamten Erdenmenschheit vorzunehmen. Durch eine solche Analyse können wir uns davon überzeugen, daß die herkömmliche Auffassung vom Dasein im großen und ganzen für große Teile der Bevölkerung der Erde völlig veraltet ist. Wenn aber diese Auffassung veraltet ist, ist sie ja Ausdruck dafür, daß alle betreffenden Wesen in der Entwicklung vorwärts gekommen sind oder daß sie ihre Fähigkeiten so weit entwickelt haben, daß die besagte Auffassung in entsprechendem Grad für diese Wesen mehr oder weniger als Ausdruck für Naivität oder Aberglauben hervortritt. Daß die geltende herkömmliche Auffassung vom Dasein sowohl durch ihre morgenländischen als auch durch ihre abendländischen Manifestationen großen Teilen der Menschheit veraltet oder naiv erschien und infolgedessen für die betreffenden Wesen ihre inspirierende Kraft als Moralbasis verloren hat, davon können wir uns durch die Weltgeschehnisse selbst überzeugen. Diese sind in Wirklichkeit ein einziger großer Ausdruck für einen Mangel in der Weltmoral, dessen weitere Auslösung oder Kulmination wir alle als identisch mit dem vierjährigen Blutbad kennen, das wir den "ersten Weltkrieg" nennen. Dieses spricht durch seine Nachlässe in Form von l0 Millionen Gräbern und mindestens ebenso vielen Invaliden, trauernden Eltern, trauernden Witwen und vaterlosen Kindern, mit darauffolgender sozialer Not, mit Krankheiten, Armut und Elend, auf unzweideutige Weise seine ernste Sprache davon, daß das große Gebot "Liebet einander" nicht in einem solchen Maße das Interesse der Wesen auf den "ewigen Frieden" richten konnte, als daß es hätte konkurrieren können mit deren Interesse an sozialem Gewinn, physischer Position, Reichtum und Ansehen. Das Interesse hierfür hat vielmehr ein solches Übergewicht bekommen, daß die Wesen in ihrer Unwissenheit oder Naivität nicht sehen konnten, daß diese Realitäten durch Brudermorde oder durch die modernen Verletzungmethoden, die wir "Krieg" nennen, zu teuer erkauft waren.


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