Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Die Untauglichkeit der Weltreligionen als Spezialreligion für die ganze Welt. Die Vereinigung der Erdenmenschheit unter "einer Religion" | 89. Bevor die modernen Verkehrsmittel erfunden wurden und der Verkehr zwischen den verschiedenen Weltteilen noch fast unmöglich oder sehr beschwerlich war, lebten die Erdenmenschen dieser Weltteile abgesondert und von einander unabhängig. Und da der tägliche Kampf ums Dasein in jedem Weltteil nicht ganz derselbe war, wurden die Erfahrungen der Wesen gleichfalls verschiedener Natur, was wieder notwendigerweise zum Resultat haben mußte, daß die Auffassungen der betreffenden Wesen von Moral und Idealismus in den verschiedenen Weltteilen auch verschieden wurden oder von einander abwichen. Jeder Weltteil bekam somit seine besondere Form von Religion, Idealismus und Moral. Allmählich, nachdem die lichte Ausstrahlung zunahm, wurden die fortgeschrittensten Religionen auf den "Internationalismus" gerichtet, und die Wesen innerhalb der betreffenden Religionen neigten daher zu der Auffassung, daß ihre besondere Religion wachsen und alle Völker umschließen sollte, während die anderen existierenden Religionen als "heidnisch" und ihre Anhänger als "ungläubig" angesehen wurden. Da aber nur die in diesen Religionen vorkommenden tiefsten Kernideen von universaler oder internationaler Natur waren, während die äußeren Formen und Anpassungen ausschließlich auf dem besonderen Volk beruhten, in welchem jede der genannten Religionen entstanden war, konnte eine solche Religion für ein anderes Volk niemals so vollkommen zufriedenstellend sein wie für das, an dessen Erfahrungen und Entwicklungszustand sie besonders angepaßt war. Und die verschiedenen sogenannten "Weltreligionen" treten deshalb auch einander scharf gegenüber, und keine einzige von ihnen wird imstande sein, die Bedingungen zu erfüllen, die absolut notwendig für eine Religion sind, um die Spezialreligion für die ganze Welt oder für die gesamte Erdenmenschheit sein zu können. Da sie aber, wie schon gesagt, in sich internationale Ideen und Tendenzen haben, beeinflussen sie doch, jede für sich, die Erdenmenschheit, zur Einheit hinzustreben, hin zu "einer Herde, zu einem Hirten". Und die religiösen Zusammenschlüsse der gesamten Erdenmenschheit, ihre Glaubensgemeinschaften und Religionen, können deshalb in Wirklichkeit, jede für sich, mit den zerstreuten einzelnen Teilen einer Nebulose verglichen werden, die dabei ist, sich zu verdichten und zuletzt ein fester Körper werden wird. Dieser feste Körper ist die absolute Vereinigung der gesamten Erdenmenschheit unter einer Religion. |
Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.
Seitenübersicht