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Das Kennzeichen des absoluten Weltbilds. Die Natur- und die Kulturmenschen werden auf denselben Standpunkt in der Forderung nach Gerechtigkeit und geistigem Wissen gebracht  92. Da jede Handlung, die zweckmäßig ist oder mit ihrer Auslösung ein bestimmtes Ziel hat, als eine "normale" Handlung zu bezeichnen ist und da jede Handlung, die sinnlos oder unzweckmäßig ist, als eine "unnormale" Handlung zu bezeichnen ist, haben wir hier einen Maßstab, mit dessen Hilfe wir imstande sind, zu messen, ob eine Auffassung über das Dasein oder eine Kenntnis über das höchste Mysterium des Lebens identisch mit der absoluten oder unveränderlichen Analyse der ewigen Wahrheit ist oder ob sie noch ein Vorstellungsfazit repräsentiert, das vergleichbar ist mit der Vorstellung, daß zwei plus zwei drei, fünf oder sechs usw. sei. Wenn die genannte Kenntnis Vibrationen, Bewegungen oder Manifestationen im Dasein enthüllt, die ganz planlos oder unzweckmäßig sind und damit in entsprechendem Grad planlose Gebiete im Dasein zeigen, dann ist dies nur ein Ausdruck dafür, daß diese Kenntnis nicht mit der wirklichen oder unveränderlichen Analyse des Daseins identisch ist. Sie ist vielmehr eine Vorstellung, die allmählich weichen muß, wenn die wirkliche Tatsachenanalyse oder die wirkliche Kenntnis über das Leben heranwächst, wo es überhaupt keine Form von zwecklosen Manifestationen, Bewegungen oder planlosen Gebieten gibt, sondern wo sich dagegen alles als absolut zweckmäßig zeigt, wo jede einzelne Realität vollständig in Kontakt mit den anderen Realitäten im Universum arbeitet und damit ein in Harmonie mit der höchsten Vernunft oder Intelligenz hervortretendes Zusammenspiel schafft, das Leben und Dasein als einen göttlichen intelligenzmäßigen Weltplan zeigt, jede Einzelheit enthüllt, mikrokosmisch sowie auch makrokosmisch, das sogenannte "Böse" wie auch das sogenannte "Gute" als in der vollkommensten Harmonie mit dem Begriff "alles ist sehr gut" zeigt. Eine Kenntnis, die uns das Dasein auf diese Weise zeigt, kann niemals verändert werden, sondern ist das ewige felsenfeste Fazit aller Vibrationen, Bewegungen und Erscheinungen des Lebens. Es ist die höchste Erklärung, die überhaupt der ewigen Wahrheit gegeben werden kann. Es ist die Analyse der Tatsachen in bezug auf die Enthüllung des Daseinsmysteriums. Es ist das absolute Wissen über das Weltall, die Gottheit und die Lebewesen.
      Die Offenbarung eines solchen Wissens macht den Hauptfaktor in dem jetzt über die Erde einstrahlenden neuen Weltimpuls des "göttlichen Schöpfungsprinzips" aus. Damit aber ein solches Wissen wirklich eine gemeinschaftliche praktische Basis für alle Völker auf der ganzen Welt werden kann, war es notwendig, daß sie dieselben oder verwandte Erfahrungen erleben mußten. Die Kontraste zwischen den Völkern mußten gemildert werden. Das Begehren der Wesen nach geistigem Wissen mußte sich auf dieselben Fragen im Osten wie im Westen konzentrieren. Eine Vereinigung aller Völker kann also ausschließlich auf diesem gemeinschaftlichen Interesse basiert sein, einem gemeinschaftlichen Ziel, der Vervollkommnung des Unvollkommenen.
      Das gemeinschaftliche Interesse, das allen Völkern somit beigebracht werden muß, ist bereits sichtbar als ihr nun wachsendes gemeinschaftliches Interesse an der Schaffung eines Weges heraus aus dem Unfrieden, fort von den Zonen des Krieges, der Leiden, der Unwissenheit und des Aberglaubens. Das ganze Ziel und Interesse der Völker hat somit begonnen, sich immer mehr auf das Eine zu konzentrieren, die Schaffung einer allseitigen geistigen wie auch materiellen Harmonie und damit des absoluten Weltfriedens.
      Die tragende Grundlage für die Entwicklung oder Schaffung eines solchen gemeinschaftlichen, fundamentalen Interesses ist die technische, materielle Entwicklung gewesen. Aufgrund dieser Entwicklung mit ihren Eisenbahnen, Dampfschiffen und Flugzeugen wurde der Abstand zwischen den Weltteilen überwunden, und damit lernten die verschiedenen Völker einander kennen. Mit Hilfe von technischen Apparaten wurde das menschliche Sehen erweitert, und die Wissenschaft entstand. Durch Schulen, Universitäten und Lehrer breiten sich Aufklärung und wissenschaftliche Erfahrungen in Form von Zivilisation und Kultur über die ganze Welt aus. Die Naturmenschen nehmen an den behaglichen und unbehaglichen Erfahrungen der Kulturmenschen teil, an ihrer Vollkommenheit und Unvollkommenheit. Sie lernen lesen und schreiben. Sie bekommen Zugang zum modernen Wissen über Geschichte, Geographie, Astronomie, Chemie, Physik, Mathematik und Technik. Sie bekommen allmählich des Kulturmenschen Zugang dazu, sich zu Zeugnissen, Gesellenprüfungen, Examen und Graden zu ertüchtigen. Ihre Berührung mit der Zivilisation wird in bezug hierauf ihre alten abergläubischen Vorstellungen zum Zerbröckeln bringen. Und da sie aufgrund dieser Berührung, wie schon gesagt, auch die unbehaglichen Erfahrungen der Kulturmenschen, ihre Laster und Krankheiten, ihre unglückliche Gesellschaftsordnung mit noch toleriertem Überfluß und tolerierter Verschwendung, Armut, Heimatlosigkeit, Hunger und Elend, gegenseitiger Ausbeutung der Wesen usw. erleben, werden sie also geistig und materiell, verhältnismäßig schnell in ihrer Forderung nach Gerechtigkeit und in der Empfänglichkeit für absolutes Wissen über die ewigen Realitäten, über das Leben und seine Gesetze, auf den Standpunkt der Kulturmenschen gestellt.


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