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(289-638) 
 
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Die Bedeutung der Stoffe für das Ich  305. Das Ich benutzt also die Stoffe oder Energien im Dasein als Material für die Schöpfung seines Organismus, seines Bewußtseins und seines ganzen physischen und seelischen oder geistigen Hervortretens. So ist das Ich ein "Etwas", das mit den Stoffen umgeht, ein "Etwas", das sein Leben und sein Dasein nur mit Hilfe der Materien im Dasein hervorbringen kann. Gäbe es diese nicht, wäre kein Leben, kein Gedanke, keine Manifestation möglich. Das, womit es für dieses "Etwas" möglich wird, sich als "lebend" zu zeigen, ist ausschließlich die Energie oder Bewegung, die es um sich herum auslöst. Diese Bewegung oder Energie ist ja wiederum nur eine Reaktion zwischen den Stoffen, die dieses "Etwas" bei der Erschaffung seines Daseins anwendet. Daß diese Reaktion, d.h. also sein Organismus, sein Bewußtsein und sein ganzes Hervortreten, unterschiedlich werden muß je nach den Stoffen oder Energien, die es anwendet, wird natürlich kraft der absoluten Zuverlässigkeit des Stoffgesetzes mit Rücksicht auf die ewige Unveränderlichkeit der Reaktion jeder einzelnen Energiekombination zu einer Selbstverständlichkeit.
      Weil die besondere Reaktion jeder Energiekombination kraft des Stoffgesetzes ewig dieselbe ist, wird es diesem "Etwas" oder "Ich" möglich, etwas zu finden, "wonach es sich richten kann". Es kann die gegenseitige Reaktion der Stoffe "kennenlernen". Es wird ihm möglich, nicht allein seinen besonderen Organismus zu erschaffen, sondern es kann schließlich auch das "Rezept" oder die Aufzeichnung über dieses Verhältnis der Energien untereinander erstellen. Eine solche Aufzeichnung ist mit dem identisch, was wir heute "Wissenschaft" nennen und wohin alle Formen von Wissen gehören müssen, sowohl absolute Lebensweisheit oder Geisteswissenschaft als auch all die allgemein vorkommenden modernen Fächer: Chemie, Physik, Geologie, Astronomie usw.
      Wenn also dieses ewige Stoffgesetz nicht existierte, dann gäbe es keine Regeln für die Reaktionen. So würde die Entstehung eines bestimmten Stoffes nicht, wie es jetzt der Fall ist, ein Resultat der Erfüllung von vorausgehenden entsprechenden, besonders bestimmten Bedingungen sein, die immer wieder bei ihrer hundertprozentigen Erfüllung des Stoffgesetzes unumstößlich in hundertprozentig entsprechenden gleichartigen Ergebnissen resultieren müssen. Was würde man z.B. von Zucker halten, wenn er von seiner besonderen Reaktionsfähigkeit abweichen könnte und plötzlich beginnen würde, das Essen sauer wie Essig zu machen, anstatt es zu süßen? Man stelle sich vor, Salz finge plötzlich an, wie Zucker zu wirken, Pfeffer würde plötzlich zu Weizenmehl, Kartoffeln gingen dazu über, wie Meerrettich zu wirken, und rote Beete wie Pflaumen usw. – Wie sollte es möglich sein, Regeln für das Essenkochen aufzustellen? Wenn also die Stoffe launenhaft wären und die Wirkungen wechseln könnten, wäre es ja unmöglich, mit irgendetwas rechnen zu können. Was könnte es nützen, daß man die besondere Reaktion eines Stoffes erlebt, wenn dieser Stoff im nächsten Fall unmotiviert seine Wirkung wechselte und eine ganz andere und unbekannte Reaktion zeigte? Man würde ja aufgrund dieser "Untreue" der Stoffe niemals das erreichen, was man beabsichtigt.
      Aber dank der unumstößlichen Erfüllung des Stoffgesetzes muß die Reaktion jedes Stoffes ewig unveränderlich sein, damit das Lebewesen kennenlernen kann, was es von jedem Stoff erwarten kann. Und es ist diese "Lehre", die das Erleben des Lebens ist.


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