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(289-638) 
 
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Wenn der Vorsehung die Schuld an dem unglücklichen Schicksal der Wesen zugeschrieben wird  306. Nun wird man vielleicht meinen, daß das merkwürdige Analysen sind, auf die wir hier gekommen sind, aber hierauf ist zu entgegnen, daß alle gedachten Gegensätze zur Natur oder zur Wirklichkeit immer merkwürdig sein werden. Wenn dies nichtsdestoweniger hier sehr erforderlich ist, dann deshalb, weil es eine Tatsache ist, daß die Mehrzahl der Erdenmenschen, unbewußt natürlich, wirklich verlangt, daß die Stoffe ihrer ewigen Bestimmung nicht folgen sollen, sondern mit ihren normalen Reaktionen dort aufhören sollen, wo sie nicht direkt zugunsten dieser Menschen sind. Dies kommt durch jede beliebige Form von Kritik zum Ausdruck, die gegen die große kosmische Analyse geht: "Alles ist sehr gut". Jede intolerante Kritik gegen das Leben, gegen die Natur oder die Vorsehung ist also Ausdruck für eine absolute Unkenntnis der unermeßlichen Vollkommenheit des Stoffgesetzes. Wenn ein Mensch der Vorsehung, welche ja auch die Mitwesen umfaßt, die Schuld für sein unglückliches Schicksal, für seine Leiden und Schwierigkeiten gibt, dann drückt dies nur die Kulmination von Naivität aus. Er versteht überhaupt nicht, daß er in Wirklichkeit selbst die Stoffe oder Energien gewählt hat, aus deren gesamten Reaktionen sein gegenwärtiges Schicksal resultiert. Wenn dieses Resultat nicht so geworden ist, wie das betreffende Wesen es sich gewünscht hat, dann liegt der Fehler nicht bei der Natur oder der Vorsehung, sondern ausschließlich beim Wesen selbst. Es hat es nicht verstanden, die Energie- oder Stoffzusammensetzung zu wählen, deren gesamte Reaktion identisch mit dem Resultat oder dem Schicksal gewesen wäre, welches dieses Wesen sich gewünscht hat. Wenn es aber nicht die richtigen Stoffe gewählt hat, dann kann es nicht ein Fehler der Natur oder der Vorsehung sein, daß das Wesen nicht das gewünschte Resultat erreicht, sondern es muß statt dessen die Reaktion erleben, die unumgänglich eine Folge der verkehrten Zusammensetzung der Stoffe ist. Etwas anderes zu verlangen, über sein Erlebnis oder sein Schicksal entrüstet oder unglücklich zu sein, ist in Wirklichkeit dasselbe wie darüber unglücklich zu sein, daß die fremden oder verkehrten Energien nicht dieselbe Reaktion, nicht dasselbe Resultat ergaben, wie die normalen Energien. Aber derart das Unmögliche als möglich zu verlangen, ist ja eine Abnormität und bleibt es auch dann, wenn das Wesen über die wirkliche Analyse seiner Lage unwissend ist. Pfeffer wird nicht zu Zucker, weil man ihn versehentlich, in dem Glauben, daß er Zucker sei, in ein Glas Saft tat. Daß der Saft dadurch untrinkbar wird, ist kein Fehler der Vorsehung, sondern ist natürlich der Fehler desjenigen, der die beiden Stoffarten (Saft und Pfeffer) gemischt hat. Derjenige, der sich über den verdorbenen Saft entrüstet, entrüstet sich in Wirklichkeit auch darüber, daß der Pfeffer nicht plötzlich zu Zucker wurde, wodurch der Saft die gewünschte Wirkung bekommen hätte.
      Während die meisten Menschen bei diesem Beispiel natürlich leicht einsehen können, daß der Fehler bei dem Wesen und nicht an der Natur des Pfeffers selbst liegt, können nur die wenigsten verstehen, daß der Fehler auf dieselbe Weise bei ihnen selbst liegt, wenn es sich um die Mängel in ihrem Schicksal, in ihrem täglichen Leben und in ihrem Verhältnis zu den Mitwesen und der Umgebung handelt. Hier verstehen die Erdenmenschen nicht, daß "Pfeffer" "Pfeffer" und "Zucker" "Zucker" ist und daß man nicht erwarten sollte, daß diese oder andere Stoffe in Situationen, in denen dies angenehmer wäre, sofort zu etwas anderem werden und daß es deshalb ebenso notwendig ist, die absolut richtigen Stoffe beim Zusammensetzen unserer seelischen Erscheinungen zu benutzen, wie es bei unseren physischen notwendig ist.
      Wenn man deshalb solche Ausdrücke hört wie: "Es ist schrecklich, daß die Menschen so hart betroffen werden", "es ist schrecklich, daß er (sie) derartig leiden muß" u.ä., dann sind diese Auffassungen Ausdruck für ein völliges Unwissen. Sie verraten eine direkte Kritik an der Vorsehung, der Natur oder der alles umfassenden intellektuellen und damit liebevollen Macht, die durch die absolute Unerbittlichkeit des Stoffgesetzes repräsentiert wird.
      Aber diese Äußerungen haben doch einen gewissen leuchtenden Schein an sich, indem sie ja gleichzeitig mehr oder weniger Ausdruck des Mitgefühls mit Leidenden sind, und so erfüllen sie in einem entsprechenden Grad das Gesetz des Daseins: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.


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