Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Träume enthüllen zwei Formen des "Wachzustands". Das Individuum tritt in zwei Welten hervor |
338. Was ist nun das Nachtbewußtsein?
Ist es nicht etwas anderes und mehr als einzig und allein ein Ruhezustand?
Nein, in der Auffassung des gewöhnlichen Erdenmenschen hat es keine darüber hinausgehende Bedeutung, da er nicht die Fähigkeit hat, sich ein besonderes selbsterlebtes Wissen darüber anzueignen.
Er ist nur imstande, das Nachtbewußtsein als einen Ruhezustand anzusehen.
In seinem Bewußtsein existiert es schlechthin nur als "bewußtloser" Zustand, da er sich auf normale Weise an keinerlei erlebte Details während dieses Zustands erinnern kann.
Es kann jedoch geschehen, daß er nach dem Erwachen, gleichsam die Empfindung in sich spürt, etwas erlebt zu haben.
Ja, diese Erlebnisse können sogar sehr deutlich und klar in der Erinnerung sein, selbst wenn sie in den meisten Fällen unklar und unlogisch sind.
Solche Erlebnisse sind unter dem Begriff "Träume" bekannt.
So sind "Träume" wirkliche Gedankenreaktionen im Bewußtsein des Wesens.
Da aber Gedankenreaktionen wieder dasselbe sind wie "Erlebnisse", werden "Träume" identisch mit realistischen Erlebnissen.
Da sie sich aber von den allgemeinen physischen Erlebnissen dadurch unterscheiden, daß sie nicht so wie diese durch die physischen Augen, Ohren, Hände, Füße oder die übrigen Teile des physischen Körpers stattfinden, da dieser Körper mit Ausnahme der lebensbedingenden Automatfunktionen wie Blutkreislauf und Atmung außer Funktion ist, werden sie bis zu einem gewissen Grad vom Erdenmenschen als unwirklich aufgefaßt, insbesondere da sie ja nicht der bewußten Willenskontrolle dieses Wesens unterworfen sind, sondern als scheinbare Zufälligkeiten vorkommen, die in den unerwartetsten Fällen auftreten können. So machen "Träume" es zur Tatsache, daß zweierlei realistische Formen von "wachem" Zustand existieren, nämlich eine wache tagesbewußte Erlebnisform durch die physischen Sinne, und eine in Wirklichkeit ebenso "wache" Erlebnisform in einem Zustand, in dem die physischen Sinne außer Funktion gesetzt sind. Beide Erlebnisformen werden vom Wesen als Gedankenfunktion erlebt und sind gleichermaßen realistisch. Das Wesen "sieht" im Traum Landschaften, Städte und Menschen, Tiere, Blumen, Materien und Stoffe, es "sieht" Sorgen, Unglücke, Verstümmelungen und Leiden, Glück und Freude ebenso wirklich wie im wachen physischen Bewußtsein. Ja, solange es im Traumzustand ist, kann es absolut nicht entscheiden, in welcher dieser beiden Daseinsformen es sich befindet. Das "Traumdasein" hinterläßt im Wesen genauso realistische Erinnerungen an "grüne Wälder", "Wiesen", "Felder", "Tiere" und "Menschen", "Kummer" und "Freude" wie das wache physische Dasein. Doch entschleiern gewisse Dinge zuweilen, daß das Wesen im "Traumdasein" nicht in so hohem Grad wie im physischen Dasein dem Schweregesetz unterworfen ist. Es enthüllt sich hier ein viel ungebundenerer Zustand als derjenige, dem das Erdenwesen in seinem Erlebenszustand durch den physischen Körper unterworfen ist. Hier kann man z.B. erleben, durch den Raum zu "schweben", wie man auch manchmal eine rein "körperliche" Verwandlung auf das Gebot seiner Gedanken hin erleben kann. Man kann sich selbst als Kind erleben, als jung oder alt ganz nach seiner Willenseinstellung. Man ist auch nicht in demselben Grad an den Ort gebunden wie in der physischen Erlebnisform. So gibt es hier viele Erlebnisse, die ganz von dem abweichen, was man im wachen physischen Dasein erleben kann. Der Traum macht es also zur Tatsache, daß es eine ganz andere Erlebnisform als die physische gibt und damit eine ganz andere Welt als die rein materielle. Das Erdenwesen lebt also in zwei Welten. |
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