Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Wenn der Erdenmensch in dem Aberglauben lebt, daß das Leben Anfang und Ende habe |
346. Die Lebensäußerung eines jeden Lebewesens im Dasein – gleichgültig ob Mensch, Tier oder Pflanze, gleichgültig ob es sich um ein Wesen des Mikrokosmos oder des Makrokosmos handelt, gleichgültig ob es ein sogenanntes "böses" oder ein sogenanntes "gutes" Wesen oder ob es "physisch" oder "geistig" ist – kann nicht ohne die eine oder andere Form von "kosmischer Chemie" vonstatten gehen.
Das Wesen ist ein ewiger "kosmischer Chemiker".
Es ist in Wirklichkeit Herr der Chemikalien, aber diese Eigenschaft steht und fällt mehr oder weniger mit seinem Wissen von "Chemikalien".
Wenn es nicht jede Einzelheit ihrer besonderen Natur oder besonderen Eigenschaften kennt, dann kann das Wesen etwas von seiner wirklichen Position einbüßen, da es ja den Folgen seines Unwissens in entsprechendem Maße unterworfen ist.
Das heißt, daß diese Folgen in gewissem Grade in den Wesen die künftige Manifestation oder Entfaltung von "kosmischer Chemie" mitbestimmen.
Die Energien werden dann in entsprechendem Grade Herr des Lebewesens.
Und es ist mehr oder weniger diese Situation, in der wir die Lebewesen finden, die auf der Erde beheimatet sind.
Sie repräsentieren die Zone, in der alle Irrtümer kulminieren.
Deshalb sind Leiden und Beschwerden, Krankheiten und Sorgen ja gerade das Hauptkolorit in der Erdenmenschenzone, genauso wie sich in dieser Zone auch die Erfindung der Ausdrücke das "Böse", "Hölle", "Fegefeuer", "Teufel" oder "böse Wesen" vollzog.
In Wirklichkeit sind all diese Bezeichnungen Ausdrücke einer kulminierenden Disharmonie mit den Gesetzen des Lebens, ein kulminierender Mangel an Kenntnis über die absolute Wahrheit des Daseins. In Wirklichkeit gibt es ja überhaupt nichts Unvollkommenes im Dasein. Durch die "kosmische Chemie" werden wir, wie schon gesagt, nun damit vertraut, daß Unwissenheit und Wissen genauso erschaffene, erzeugte Gegebenheiten sind, wie alles andere im Dasein, und daß das Erleben des Lebens gerade von diesem Kontrastverhältnis abhängt. Das Erleben des Lebens würde also niemals stattfinden können, wenn es sich nicht als eine ewig rhythmische Bewegung von Wissen zu Unwissen und danach wieder zu Wissen und wieder zurück zu Unwissen und so fort in alle Ewigkeit gestaltete. In dieser rhythmischen Bewegung befindet sich also der Erdenmensch auf dem Wege zum Wissen. Und da sein rückwärtiger Horizont auf größere Unwissenheit und Primitivität hinabweist, die sich im sogenannten "Dunkel der Vorzeit" oder "Anbeginn aller Dinge" (auch Ausdrücke, deren Ursprung auf Unwissenheit beruht) verlieren, ist dieses "Dunkel" sein größtes Hindernis, zu wirklicher Erkenntnis zu gelangen. Er glaubt, daß in diesem "Dunkel" der "Anfang" aller Dinge liege. Und seine Auffassung vom Dasein beruht daher auf der Kulmination des Kontrastes zur Wirklichkeit, nämlich auf dem Aberglauben, daß das Leben anfängt und aufhört. Und damit ist sein Herkommen für ihn selbst unfaßbar. Er glaubt, eins mit allem Zeitlichen zu sein. Der Herr des Lebens ist die Beute des Todes geworden. |
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