Lesen und suchen im Das Dritte Testament
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| Wenn die bewußtseinsmäßige Überlegenheit, die sich im Weisheitsreich geltend macht, in der Heimatzone des Erdenmenschen gelten würde. Es ist kein Wunder, daß der Weg aus der Zone der schweren Materien heraus nur über die Entwicklung der Nächstenliebe führt |
365. Im "Weisheitsreich" und im darauffolgenden Reich ist die Materie also von solcher Konsistenz, daß sie auf die konzentrierten Wünsche oder Begehren der Wesen hin Gestalt annimmt.
Es wird daher verständlich, wie vollkommen es ist, daß die tötende Energie hier so wenig hervortritt und daß die Wesen in der physischen Welt lernen müssen, vollkommen zu denken, damit dieses vollkommene Denken zur Automatfunktion oder zu "C-Wissen" werden kann, bevor die Wesen rechtmäßige Bewohner dieser himmlischen Welten werden können.
Man stelle sich vor, daß die Wesen dieselbe Macht oder bewußtseinsmäßige Überlegenheit über die Materie, die sie in diesen hohen Welten haben, auch im Tierreich oder in der Heimatzone des Erdenmenschen hätten.
Wie göttlich ist es doch, daß die Söhne des Hasses und des Egoismus in einer Zone leben, in der die Materie nur indirekt und sehr widerstrebend und nur mit Mühe durch die Gedanken des Geschöpfes umgeformt werden kann.
Wie gut ist es doch, daß Mordgedanken meistens erst in Stein und Stahl ausgeführt werden müssen, bevor sie Fleisch und Blut treffen, und daß das gesamte Hervortreten des Wesens, sowohl in den Wolken und im Wasser als auch auf dem Land, durch atmosphärischen Druck bedingt ist.
Es ist kein Wunder, daß das Wesen hier "sein Brot im Schweiße seines Angesichts" essen muß.
Das Wesen selbst faßt dies als "Fluch" auf, aber in der göttlichen Weltordnung ist es ein Segen.
Was würde geschehen, wenn das hassende, tötende und sich selbst anbetende Wesen sich nicht in diesen festen Materien, sondern in befreiten Lebensformen befände, wo die Materie dem Gedanken auf dieselbe Weise unmittelbar gehorcht wie im Weisheitsreich – was würde dann nicht alles geschehen?
Das gesamte Repertoire des Hasses und der bösen Wünsche gegen einen Feind könnte allein durch eine Gedankenkonzentration entfesselt werden.
Der in dieser Konzentration überlegene Rächer könnte also einem unterlegenen Feind das umfassende Ergebnis seiner raffinierten, rachsüchtigen Erfindungsgabe aufzwingen.
Er könnte z.B. seinem Gegner aufzwingen, sein Leben als Aussätziger oder mit entstelltem Gesicht zu fristen, oder er könnte dessen Organismus zerstören, so oft dieser Organismus materialisiert oder sichtbar gemacht würde.
Ja, alles, was ein raffinierter Rächer an bösen und grausamen Anschlägen auf einen Feind denken oder erfinden kann, was sich aber aufgrund der Festigkeit und Trägheit der Materie in dieser Welt nicht praktisch durchführen läßt, wäre also möglich, wenn eben diese Festigkeit und Trägheit nicht existierten.
Alles an Brutalität und Tortur überhaupt Denkbare könnte man somit seinem unterlegenen Feind allein mit seiner Gedankenkraft, ohne irgendwelche handgreiflichen Maßnahmen zufügen. Die physische Aufenthaltszone wäre von so überaus trister und finsterer Natur, daß der jetzige Totentanz auf den irdischen Schlachtfeldern, inmitten von Bombenexplosionen, Maschinengewehrsalven, Granatenschrecken, herzzerreißenden Schreien und Todesröcheln der Verwundeten und Verstümmelten verglichen mit dem erstgenannten Zustand ein sehr erstrebenswertes, paradiesisches Erleben wäre. Es ist nicht verwunderlich, daß der Weg heraus aus der Zone der schweren Materie nur über die Entwicklung der Nächstenliebe führt. Solange das Wesen für seine Umgebung gefährlich ist, muß es unter der Belastung der schweren Materien verbleiben. Die festen Materien sind die Zwangsjacke des Lebens. Wenn das Wesen selbstlos wird, öffnet sich die "Zwangsjacke", das Wesen wird befreit, die Materie gehorcht willig und unmittelbar, und das wirkliche Leben beginnt, dem ergriffenen Gottessohn seine Pforten zu öffnen. |
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