Lesen und suchen im Das Dritte Testament
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| Das Dasein in der "göttlichen Welt". Man begegnet auch seinen Feinden in der "göttlichen Welt", aber ihr Haß oder Zorn ist nicht mehr da. Die Reinkarnation ist vom Dasein der Wesen als Gast in der "göttlichen Welt" abhängig |
384. Wenn der Erdenmensch plötzlich in diesem Dasein aufwachen würde, dann würde er entdecken, daß er keinen schweren physischen Körper mehr hätte.
Ihn würde die bezaubernde Frische und Lebensfreude einer unzerstörbaren ewigen Jugend durchrieseln.
Sein Organismus, der Form und Farbe mit dem Gedanken und dem Wunsch ändert, würde in allen Farben des Regenbogens erstrahlen.
Er würde glänzen und funkeln wie Metall und leuchten wie die Strahlen der Sonne.
Er wäre imstande, die ganze ungeheure Skala von Lauten zu offenbaren, vom dröhnenden Getöse des Donners, der dem Blitz folgt, bis hin zu der zartesten kleinen Sinfonie der angeborenen Naturharfe einer Grille.
Die allein auf seinen Wunsch hin wechselnde Natur seines Organismus würde den irdischen Gast der himmlischen Welt bald ein ewiges Dasein erahnen lassen.
Etwas "Alltägliches" existiert hier nicht.
Alles hat den Glanz der Ewigkeit.
Alles würde seine Machtentfaltung als Gottes eigener Sohn, als Herr von Zeit und Raum zum Ausdruck bringen und bezeugen.
Seine ungeheure, vollkommene Denk- und Handlungsfähigkeit, seine kolossale Überlegenheit über die Materien, sein absolutes Freisein von Formen und Schwere würde ihm einen Gedankenaustausch mit seiner Umgebung erlauben, der durch und durch ein Lobgesang der Liebe zu Ehren der ewigen Gottheit werden würde – manifestiert in hinreißender Strahlengewalt himmlischer Materien. Sein Interesse, seine Sympathie könnte er, als Gast in der höchsten Welt, nun mit der ganzen Fülle seiner Seele direkt mitteilen oder ausdrücken. Er wäre nicht mehr daran gebunden, seine Gedanken durch indirekte irdische Methoden auszudrücken. Seine Sympathiebezeugungen oder seinen Seelenausdruck müßte er nicht mehr durch eine Reihe von bloßen Lautäußerungen oder gedruckte Buchstaben deutlich machen. Er wäre kein Wesen mehr, das in den Zwangsjacken der festen Materien eingeschnürt oder gebunden ist, aus denen die Organismen der Wesen des "tötenden Prinzips" in den unintellektuellen Zonen der Spirale bestehen. Nun wäre er ein himmlisches Wesen, das seinen gesamten Organismus in Form und Farbe, Licht und Volumen einen vollständig angepaßten sympathischen Ausdruck für denjenigen annehmen läßt, den er liebkosen will. Das überirdische Wesen umarmt nicht mit seinen Händen oder zeigt seine Sympathie nicht nur mit ein paar Grübchen in lächelnden Wangen oder mit anderen sympathischen Falten seiner Gesichtshaut, sondern es liebkost mit seiner ganzen Seele, mit seinem ganzen Geist. Da es eins mit seinem Nächsten ist, hat es vor ihm nichts zu verbergen, nichts zu verstecken oder zu verschweigen, sondern nimmt ihn ganz und direkt in seine Liebesglorie auf. Dies ist umso leichter, als sein Nächster ja auch durch und durch voller Liebe ist. Kein einziges Wesen, weder Tier noch Mensch, kann, wie wir später noch sehen werden, die "göttliche Welt" anders als ausschließlich kraft seiner Liebe durchwandern. Es mag sein, daß die Flamme dieser Liebe bei gewissen Wesen nicht besonders groß ist – der Tiger kann ja nicht dieselbe Liebeskraft in seinem Bewußtsein haben wie der Welterlöser –, trotzdem ist diese kleine Flamme eine absolute Bedingung für sein Hiersein. Die tierischen Naturen müssen in den finsteren Welten zurückgelassen werden. Niemand hält sich in der himmlischen Welt auf, ohne das "Hochzeitskleid" zu tragen. Das irdische Wesen, das die Erlaubnis erhalten hat, hier Gast zu sein, wird sich noch über vieles mehr wundern. Nicht allein, daß es selbst in aller Unschuldsreinheit hervortritt, d.h. vollkommen von allem Egoismus gereinigt ist, nein alle, die es sieht, treten in entsprechender Reinheit hervor. Sein Erstaunen ist jedoch grenzenlos, wenn es zu entdecken beginnt, daß fast alle Wesen, die es in dieser himmlischen Welt sieht, alte Bekannte aus der irdischen Zone sind – sowohl Freunde, als auch Feinde. Es entdeckt, daß auch sie Gäste in dieser höchsten Welt sind. Ist aber sein Erstaunen schon groß, so wird seine Freude noch tausendmal größer, denn nun ist das irdische Wesen nicht nur das Objekt für die Liebe seiner alten Freunde, sondern ihm leuchtet jetzt auch die wärmste Sympathie seiner Feinde entgegen. Wo sind aller Haß, alle Feindschaft geblieben? Ja, solche Eigenschaften gehörten eben nicht zum "Hochzeitskleid" und mußten daher am Eingang zur "göttlichen Welt" zurückgelassen werden. Kommen denn alle irdischen Wesen in die "göttliche Welt"? Ja, die gesamte physische Reinkarnation beruht ja auf einem Dasein als Gast in dieser höchsten Welt. Zwischen den physischen Erdenaufenthalten oder -leben durchwandern die Wesen die höheren Welten der Spirale, um von dort wieder zurück zur Geburt in die physische Welt geführt zu werden. Aber alle diese irdischen Wesen unterscheiden sich von den festen Bewohnern der "göttlichen Welt" dadurch, daß sie nicht wie diese in dieser Welt beheimatet, sondern nur Gäste sind und ihre Heimat in der physischen Welt oder im Tierreich haben. |
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