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Das "Seligkeitswesen" sieht seine früheren Leben mit Lastern und Ausschweifungen und deren Wirkungen auf nachfolgende Leben. Es sieht sein sexuelles Leben durch die Zeiten hindurch und damit seine eigene Verwandlung vom "Tier" zum "Menschen" sowie die Widerwärtigkeiten dieser Verwandlung. "Tiersexualität" und "Menschensexualität", der "Sündenfall" oder das Mißverständnis der Masse bezüglich der Polverwandlung im Bewußtsein des Wesens  402. Ein wesentlicher Faktor des Erlebens der "Goldkopien" für das "Seligkeitswesen" ist sein Wiedererleben seines sexuellen Lebens während aller Zeiten der Spirale. Es sieht sich selbst in Liebesbrunst und Kampfeslust tummeln wie der freie Hirsch im Wald oder wie ein Don Juan in den später aufgelösteren oder degenerierteren tierischen Formen des Sexuallebens. Ja, es sieht sich selbst auch als "Tugendapostel" Perioden in Askese und in Entsagung berechtigter wie unberechtigter Genüsse durchleben, streng die moralischen Begriffe befolgend, die eher auf hartnäckigen egoistischen Erscheinungen und Traditionen beruhten als auf wirklich intellektuellem und allgemein nützlichem Wissen. Es sieht auch in den "Goldkopien", daß dieses unvollkommene, auf völliger Unwissenheit und totalem Aberglauben beruhende Dasein der "Tugendhaftigkeit" seinen Schlagschatten in darauffolgende Leben warf. Auch hier wurden die Talentkerne geschädigt und auch hier war das Wesen außerstande, sich in den folgenden Leben den lebensnotwendigen, gesunden und wohltuenden und für seine Entwicklungsstufe normalen Sexualtrieb zu erschaffen. Perversitäten, d.h. krankhafte oder anormale sexuelle Begierden und deren Befriedigung bis zum Gewohnheitsbewußtsein, haben ebenfalls nachfolgende Leben erschaffen, die seelisch und physisch verpfuscht waren. Und das Ganze wurde auch dadurch nicht besser, daß die tiefere Ursache dieser sexuellen Degeneration in der Verwandlung des Wesens vom "Tier" zum "Menschen" wurzelte und daß es folglich seinen Sexualtrieb in Übereinstimmung hiermit erleben mußte. Hierdurch wurde ein neuer Sexualtrieb sichtbar. Dieser hat im "Livets Bog" den Namen "Menschensexualismus" erhalten, während der alte eheliche Sexualismus in diesem Buch aufgrund seiner vollkommenen Zugehörigkeit zu den "Säugetiertraditionen" als "Tiersexualismus" bezeichnet wurde.
      Da diese beiden Formen des Sexualtriebs völlig konträr sind, weil der "Tiersexualismus" die Grundlage für den Egoismus und damit für das "tötende Prinzip" bildet, während der "Menschensexualismus" das Fundament für die Fähigkeit ist, "seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben", ergibt sich von selbst, daß eine solche Verwandlung in einem höheren Teil des Tierreichs, d.h. also in der Erdenmenschenzone, Beschwerlichkeiten hervorrufen mußte. Die Geburt einer so großen Sache wie die des Fundamentes für die vollkommene Umbildung des Wesens zum "Abbild Gottes, ihm gleichend" und damit zu einem Wesen, das sich selbst in kulminierender Liebe zu allem und zu allen als "eins mit dem Vater" und als ein ewiger und unsterblicher "Herr über Zeit und Raum" erlebt, kann nicht in aller Ruhe vor sich gehen. Das Tierreich verzichtet nicht freiwillig auf seine Wesen. Gesetze und Traditionen, Sitten und Gebräuche, Unwissenheit und Aberglauben, die auf den absolut tötenden tierischen Traditionen beruhen, aber vom Rechtswesen geschützt und von der Geistlichkeit gesegnet werden, stimulieren und schützen das geschlechtliche Eigentumsrecht auf andere Wesen. Diese Realitäten bilden daher insgesamt eine Mauer oder Schranke, die mit der inneren geschlechtlichen Verwandlung des Wesens notwendigerweise abgebaut werden muß. Damit wird das Wesen jedoch zu einem "Sünder", einem Paria in der Gesellschaft, bei den "rechtgläubigen" Mitwesen geringschätzig angesehen. Und hier haben wir die ganze Geschichte des "Sündenfalls" in Reinkultur (vgl. hierzu das 53. Kapitel meines Buches "Logik"). Wie aber sollte die unwissende Herde oder Menge die einzelnen Wesen auch verstehen können, die den von tausendjährigem tierischem Gewohnheitsbewußtsein getragenen und beschlossenen Gesetzen und Systemen zu entwachsen beginnen? Wie sollten Wesen, deren entgegengesetzter Pol eine bewußtlose und damit noch ungeahnte Seite ihrer Natur ist, diese neue Tendenz in den Mitwesen ihres eigenen Geschlechts verstehen können? Wie sollten Wesen, die diesen Pol nur im anderen Geschlecht zur Vollkommenheit personifiziert sahen und diese Personifizierung als ein unbedingt unentbehrliches Fundament für ihr eigenes Glück angesehen haben, den zarten oder embryonalen Beginn dieser Personifizierung in Wesen ihres eigenen Geschlechts verstehen können? Wie kann der Bock und die Ricke im Wald eine andere Natur verstehen als gerade die, die ihnen die Möglichkeit zur Befriedigung ihrer gegenseitigen Sehnsucht oder ihres notwendigen Lebenshungers gibt? Wie sollte der Erdenmensch die beginnende Morgendämmerung des neuen Reichs leichter verstehen können, solange sein fundamentaler Lebenshunger und dessen Sättigung noch ausschließlich auf demselben sexuellen Prinzip beruht wie dem des Hirsches und der Hirschkuh oder des maskulinen und femininen Tieres? Wie sollten zwei frisch verlobte junge Menschen, die mit einem vorläufig fast unersättlichen Lebenshunger nun an ihrer Lebensquelle stehen und diesen Hunger stillen wollen, die hier vorliegenden Analysen verstehen können? Wirken diese nicht ebenso töricht oder nichtssagend auf sie, wie ein Einwand gegen das Durststillen phantastisch auf einen verdurstenden Wüstenwanderer wirken würde? Sie haben natürlich absolut nur die Voraussetzungen dafür, das entgegengesetzte Geschlecht in ihrer eigenen Wesensnatur als eine Tendenz anzusehen, die sowohl ihr höchstes Glück und die gängigen tierischen Traditionen der Herde als auch ihr tragendes Fundament, nämlich den Vermehrungs- und Paarungszustand der Säugetiere, unterminiert. Selbstverständlich sehen sich diese Wesen daher genötigt, sich gegen den beginnenden Untergang der Traditionen ihres Glücks zu wehren, und betrachten die neuen Bewußtseinstendenzen als "Sündenfall", als "verbotene Frucht".


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