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(289-638) 
 
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Gerechtigkeit ist in einer Welt unmöglich, in der die Weltauffassung der Wesen selbst eine Unwahrheit ist  416. Gerechtigkeit ist ja dasselbe, wie die Erfüllung der Lebensgesetze. Wie kann aber Gerechtigkeit in einer Welt herrschen, deren Menschheit die Lebensgesetze nicht kennt und statt dessen den Ozean von Einzelheiten oder Schöpfungsprozessen, der außerhalb ihres Verständnisvermögens liegt, als "Tod" ansieht, obwohl diese Schöpfungsprozesse mindestens ebensoviel Logik oder Zweckmäßigkeit offenbaren wie die, die absolut notwendig ist, damit die Menschheit selbst logisch und vollendet schöpferisch tätig sein kann. Die moralischen Begriffe und Erscheinungen dieser Menschheit müssen sich deshalb notwendigerweise auf die Anbetung der Unwirklichkeit gründen. Aber die Wesen sehen das nicht. Sie sehen nur den "Tod" oder die "Leblosigkeit" in allem und fürchten daher diesen in Wirklichkeit illusorischen Zustand. Ihr ganzer Idealismus und ihre Moral trachten ja danach, eine Lebensweise oder eine Verhaltensweise zu finden, die in sich einen Schutz vor dieser "Vernichtung" oder diesem "Tod" bilden könnte. Wenn aber die Verhaltensweise der Menschheit in dieser Art darauf ausgerichtet ist, Gesetze und Bedingungen zu erfüllen, die in Wirklichkeit nur Einbildung oder Aberglauben repräsentieren, dann kann die Erfüllung dieser Gesetze ja nur als eine einzige große schreiende Ungerechtigkeit gegenüber dem wirklichen Weltbild und seinem Urheber, der Vorsehung oder der Gottheit, dastehen. Da die Lebewesen in gewisser Weise mit der Gottheit identisch sind, bedeutet das also, daß die Unwissenheit der Erdenmenschen über das wirkliche Weltbild bewirkt, daß eben diese Menschheit in einem einzigen großen Verüben von "Ungerechtigkeit" sich selbst gegenüber lebt. Und dieser "Ungerechtigkeit" gegenüber ist der "Tag des jüngsten Gerichts" eine wohltuende Befreiung.


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