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(289-638) 
 
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Moral und Wissenschaft stellen dasselbe Prinzip dar. Moral ist eine Anleitung zur Überwindung von "Gedankenklimaten" auf die gleiche Weise, wie die Wissenschaft eine Anleitung zur Überwindung der physischen Elemente oder Klimate ist  444. Diese Gegenmaßnahmen sind alle ohne Ausnahme unter dem gemeinsamen Begriff, den wir "Moral" nennen, manifestiert worden. "Moral" ist also eine beginnende Anleitung in der Beherrschung der Gedankenklimate, auf die gleiche Weise, wie die "Wissenschaft" eine beginnende Anleitung in der Beherrschung physischer "Klimate" ist. "Moral" ist also im Prinzip dasselbe für Gedankenschöpfung, wie es die "Wissenschaft" für physische Schöpfung ist.
      Wenn Wissenschaft und Moral im Prinzip dasselbe sind, warum bezeichnet man diese beiden Erscheinungen dann mit verschiedenen Namen? Ja, weil diese Erscheinungen in ihrem rein äußeren Hervortreten höchst unterschiedlich sind, obwohl sie dasselbe Prinzip darstellen. Sie werden deshalb auch fälschlicherweise als zwei Faktoren aufgefaßt, die nichts miteinander zu tun haben. Der Grund für die Verschiedenartigkeit der beiden Erscheinungen ist ausschließlich eine Frage der Entwicklung. Wie gesagt ist die Wissenschaft eine Anleitung im Erkennen der Wahrheit der physischen Klimate oder der Ursache der äußeren Erscheinungen, während die Moral eine Anleitung im Erkennen der Wahrheit der "Gedankenklimate" ist, d.h. der inneren seelischen Bewegungen oder der vom Willen geförderten Vorstellungen. Von diesen beiden Erscheinungen, Wissenschaft und Moral, ist die letztere die älteste und die fundamentalste und – die ewig fortbestehende. Sie ist im Lebewesen in allen möglichen Verhältnissen und Zuständen vorhanden, gleichgültig, ob das Wesen es weiß oder nicht.


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