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Lesen und suchen im Das Dritte Testament
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(289-638) 
 
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Die primitive Anschauung des Erdenmenschen über das Weltall und der Materialismus als Konsequenz dieser Anschauung  470. Der gewöhnliche Erdenmensch sieht das Dasein jedoch nicht in einem solchen Licht. Er kann das rein Physische noch nicht überblicken. Er sieht nur das äußere Physische bei sich selbst und in seiner Umgebung und bekommt dadurch nur einen sehr mangelhaften Einblick sowohl in seine eigene absolute Natur als auch in die dieser Umgebung. Er sieht nicht die gemeinsame Identität oder die Verwandtschaft der Dinge. Er betrachtet alle Kräfte außerhalb seiner eigenen Welt und der der Tiere als "tote Naturkräfte". Dieses ganze ungeheure Weltall mit seinen gigantischen Kraftzentren, Sonnen und Galaxien, Planeten und anderen Himmelskörpern stellt für ihn also leblose Bewegungen dar, denen nur die vegetabilischen und animalischen Kräfte als akzeptierter Ausdruck von Leben gegenüberstehen – in Wahrheit eine außerordentliche Anbetung des Todes statt des Lebens. Sollten die millionenfachen Heerscharen von Planeten und Himmelskörpern, Sonnen und Galaxien, die durch Millionen und Abermillionen von Jahren hindurch leuchtenden und funkelnden Giganten nur jene kleine Schar von Wesen als Augenzeugen haben, die wir "Erdenmenschen" nennen? Was bedeuten 2000 Millionen Seelen, wenn sie zusammen keine größere Manifestation von Leben darstellen, als daß sie auf einem Planeten untergebracht werden könnten, der sich in diesem ungeheuren Ozean von Kräften wie eine kleine unsichtbare Mikrobe verliert? Kann es logisch sein, daß der Herr des Universums, d.h. das ganze Leben des Universums, in dieser gigantischen Offenbarung nur auf einem kleinen Staubkörnchen herumsegelt? Ist es nicht eine Art Größenwahn, wenn die Bewohner des "Staubkörnchens" glauben, die einzigen Lebewesen im Universum oder Weltall zu sein?
      Aber diese Auffassung ist verständlich und verzeihlich, wenn man weiß, daß die latente Zone des "kosmischen Bewußtseins" ihre Domäne innerhalb des mentalen Bereichs der Erdenmenschheit hat. Daß man in dieser Domäne am weitesten entfernt von wahrnehmungsmäßigem Kontakt oder von einer solchen Fühlung mit diesen allerhöchsten Kräften ist, muß die kosmischen Fähigkeiten und Anlagen des Wesens unumgänglich in einen Ruhezustand bringen. Daß das Wesen in diesem Zustand ein in allerhöchstem Grad irreligiöses oder materialistisches Wesen sein muß und sich in der Winter- oder Nachtzone befinden und primitiv oder unintellektuell sein muß, ist kosmisch gesehen eine Selbstverständlichkeit.
      Aber genauso sicher, wie sich das Keimen allen vegetabilischen Lebens im Frühling wieder zu entfalten beginnt, ebenso sicher werden auch die Keime oder Anlagen für kosmisches Leben oder Bewußtsein aller Wesen nach ihrem winterlichen oder materialistischen Zustand in der Spirale unerschütterlich beginnen wieder hervorzusprießen.


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