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Lesen und suchen im Das Dritte Testament
   Ziff.:  
(289-638) 
 
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Das Herdenprinzip degeneriert, tritt jedoch noch so stark hervor, daß es der Staatenbildung sowie modernen Vereinen oder Zusammenschlüssen zugrunde liegt  476. Aber mit dem allmählichen Weiterschreiten im Spiralkreislauf oder in der Entwicklung wird das Wesen immer tüchtiger, selbst zurechtzukommen, was in diesem Fall bedeutet, daß es seine "Individualität" entwickelt und daß seine Herdenabhängigkeit degeneriert.
      Es ist diese degenerierende Herdenabhängigkeit in den Wesen, die allem zugrunde liegt, was wir in Form von Staatenbildungen, Nationalitäten, allen Formen von Vereinsbildung, Gewerkschaften, Handelsgesellschaften, religiösen Sekten oder Glaubensgemeinschaften usw. kennen. Sie sind alle auf genau das gleiche Fundament gegründet, das der Herdenbildung der wilden Wölfe in der Einöde zugrunde liegt. Sie haben sich zusammengeschlossen, um von derjenigen überlegenen Macht und Autorität profitieren zu können oder sich von ihr beschützen zu lassen, die aus einer gemeinsamen Mehrheitsaktion verglichen mit dem Hervortreten eines Einzelwesens resultiert.
      So ungeheuer stark und fundamental ist dieses Prinzip gewesen, daß es immer noch in gewissem Ausmaß bedingende Lebenszonen (Staaten) schafft, selbst wenn nun viele Herdenzusammenschlüsse existieren, die ziemlich zerbrechlich sind, da sich Wesen in ihnen befinden, die der Mitgliedschaft so müde sind, daß sie die Herde verlassen. Dieses Verlassen der Herde ist zuweilen so umfassend, daß es den Untergang der Herde bedeutet. Aber die Wesen sind noch nicht so selbständig, mental und physisch noch nicht so stabilisiert, daß sie von der Herdenabhängigkeit gänzlich frei sind. Und das bewirkt denn auch, daß sie sich früher oder später neuen Herden, d.h. politischen, religiösen oder gewerkschaftlichen Zusammenschlüssen oder Vereinen, anschließen.


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