Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Im Tierreich ist die "Selbstsucht" die größte Tugend und kommt durch das Motto "Jeder ist sich selbst der Nächste" zum Ausdruck |
520. Daß die "Selbstsucht" nun mit der Moral der Erdenmenschen kollidiert und sie für diese Wesen keine himmlische Tugend mehr ist, wie es für die rein tierischen und materiell physischen Wesen der Fall ist, beruht ja nur auf der mehr oder weniger ausgeprägten Sättigung gegenüber den genannten physischen Erscheinungen, die von "Egoismus" getragen sind.
Durch diese Sättigung entstehen ja gerade Sehnsüchte nach neuen Zielen oder Dingen, die eine Sättigung des Kontrastes der Dinge auslösen können, von denen die Wesen gesättigt sind.
Folglich können diese neuen Dinge, um zufriedenstellend zu sein, kein Resultat von "Egoismus" sein, sondern müssen vielmehr ein Resultat des Gegensatzes sein.
Im "Tierreich" ist die "Selbstsucht" also die größte "Tugend" und kann mit dem Motto ausgedrückt werden: "Jeder ist sich selbst der Nächste". In dem Maße, in dem man davon abweicht, mit diesem Motto in Einklang zu stehen, in dem Maße weicht man davon ab, im "tierischen" Sinne vollkommen zu sein. Und im gleichen Maße beginnen die erdenmenschlichen Beschwernisse, Sorgen und Leiden. Die Tiere machen ganz gewiß auch große Leiden durch, aber an diese sind keine Formen von größeren mentalen Schwierigkeiten oder bewußtseinsmäßigen Schmerzen geknüpft. Die Leiden dieser Wesen erstrecken sich nur in sehr geringem Ausmaß außerhalb der rein körperlichen Schmerzen, während die Leiden der Erdenmenschen dagegen nicht nur rein körperlich gesehen groß sein können, sondern hauptsächlich als große mentale Störung auftreten. Aus dem "Egoismus" oder der "Selbstsucht" entspringen alle Gedankenklimate in der tierischen und in der ersten erdenmenschlichen Bewußtseinssphäre. |
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