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(289-638) 
 
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Die Gegenwart des Unbegrenzten in jeder Form von Begrenzung. Die Welt der Illusionen als Hintergrund für das Erleben des "absoluten Etwas"  537. Wie aber wird das "Kontrastlose" "kontrastreich"? Wie wird das "Unbegrenzte" "begrenzt"? Wie wird etwas "Unsichtbares" "sichtbar"? Wie wird etwas "Immaterielles" "materiell"? Ja, genau hier müssen wir auf das verweisen, was wir schon angeführt haben, nämlich, daß derartige Erscheinungen in Wirklichkeit gar nicht stattfinden. Was wir als solche betrachten, sind, wie gesagt, "Illusionen". Wenn wir die Bezeichnung "3 Meter" nehmen, dann ist sie Ausdruck für eine Begrenzung. Daß diese Begrenzung keine realistische oder wirkliche Begrenzung ist, zeigt sich darin, daß das "Unbegrenzte" und damit "Etwas Nr. 1" in den "3 Metern" ständig vorhanden oder enthalten ist. Daß sich dies genau so verhält, wird durch den Umstand zur Tatsache, daß man fortwährend die "3 Meter" teilen und niemals damit fertig werden kann. Die "3 Meter" sowie jede beliebige andere Form eines Maßes kann in zwei Hälften geteilt werden. Jede dieser zwei Hälften kann wieder in zwei Hälften geteilt werden und so fort. Es ist richtig, daß das Teilen zuletzt so mikroskopisch klein wird, daß dies nicht mit den Händen vorgenommen werden kann, aber das bedeutet natürlich nicht, daß es theoretisch unmöglich wäre. Es gibt keine Form eines Dinges, die nicht aus zwei Hälften besteht. Und da es wiederum keine Hälfte gibt, die theoretisch nicht aus zwei Hälften besteht und so fort, wird hier offenbar, daß das "Unbegrenzte" in jedem Ding vorhanden ist, ganz unabhängig von seiner Größe oder seinem Maß.
      Wenn aber das "Unbegrenzte" in jedem Ding vorhanden ist, existiert in der Realität keine wirkliche oder absolute Größe. Das kleinste Staubkörnchen enthält auf diese Weise dieselbe Unendlichkeit wie die "3 Meter" oder jede beliebige andere Form einer Maßeinheit. Was wir "Größe" nennen, ist somit im absoluten Sinne eine "Verschleierung" der "Unendlichkeit" oder des absoluten "Etwas Nr. 1".
      Genauso wie wir hier Zeuge dessen geworden sind, daß die Unendlichkeit in jeder Größe gegenwärtig ist und damit alle Größenbegriffe illusorisch macht, ist sie auch in jeder beliebigen anderen Form von Manifestation gegenwärtig, denn diese sind an sich auch nur Ausdruck für eine Begrenzung, sei es in Farbe, Licht, Gewicht, Konsistenz, Volumen oder was sonst von einem Ding gesagt werden kann. Da all diese Dinge als solche einen Kontrast zu einem anderen Ding darstellen, sind sie auch als eine "Begrenzung" zu bezeichnen. Da aber eine Begrenzung mit einer Form von Größe identisch ist und da die Unendlichkeit in jeder Größe gegenwärtig ist und sie illusorisch macht, wird alles, was im Dasein in Form der letztgenannten Erscheinungen, wie Farbe, Licht, Gewicht usw., existiert, ohne Ausnahme zu Illusionen.
      Alles, was als die Welt der Sinne oder Formen existiert, alles was als Erfahrungen, Erlebnisse, Eigenschaften existiert oder kurz gesagt alles, was als "erschaffene Dinge" hervortritt, zeigt sich hier also als nicht identisch mit einer absoluten Wirklichkeit, sondern mit einer illusorischen Welt, die gerade kraft ihrer Identität als "Illusion" genau den Hintergrund oder Kontrast bildet, auf dem die absolute Wirklichkeit (Etwas Nr. 1) erlebt, gesehen oder dokumentiert werden kann. Ohne das "illusorische Etwas" wäre es ja unmöglich, seinen Gegensatz, das "absolute Etwas" wahrzunehmen oder zu erleben.


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