Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Das Fundament für die Schicksalsbildung. Die Vollkommenheit jeder Manifestation als die höchste im Augenblick ihrer Auslösung |
609. Da Schicksal aus Schöpfung besteht und Schöpfung in keinem einzigen Fall etwas anderes als Umschöpfung von Materie sein kann, d.h. Abbau eines Dinges zugunsten des Aufbaus eines anderen Dinges, ist die Schicksalsauslösung also mit Abbau und Aufbau identisch.
Wir sehen denn auch diesen Abbau und Aufbau in jedem Dasein, in jeglichem Bewußtseinsleben, ja wir können uns überhaupt nicht bewegen, ohne daß wir auf die ein oder andere Weise in diesem Abbau- oder Aufbauprozeß impliziert sind.
Wir haben ja gerade gesehen, daß jegliches Bewußtseinsleben durch "Hunger" und "Sättigung" gefördert wird.
Es ist dieser "Hunger", der Aufbau erschafft, und diese "Sättigung", die Abbau erschafft.
Wir haben gesehen, daß die Spirale selbst eine solche "Hunger-" und "Sättigungswelle" ist.
Wo wir selbst innerhalb dieser "Hunger-" oder "Sättigungswelle" der Spirale plaziert sind, ist natürlich davon abhängig, ob unser eigener "Hunger" bzw. unsere "Sättigung" von derselben Natur ist wie sie.
Das ist das Fundament für jede Schicksalsbildung.
Das ist die Bedingung dafür, daß die Fische im Wasser leben müssen und die Vögel in der Luft fliegen können und daß das Pflanzenreich in den Tropen kulminiert, während die Eisbären in den Polargebieten zu Hause sind, so wie dieses Prinzip auch der Plazierung eines Wesens in Armut oder Bettelei zugrunde liegt, ebenso wie seinem Hervortreten in überwältigendem Reichtum, Luxus und Schlemmerei.
Es ist sein Verhältnis zu diesem "Hunger-" oder "Sättigungszustand", das sein Dasein als Geistesschwacher, Geisteskranker, Minderbegabter bedingt, wie auch sein Hervortreten in mentaler Überlegenheit als Künstler, Genie oder Welterlöser.
Daß dies richtig ist, ist als Tatsache leicht zu erkennen. Wie sollte sich ein nach Kampfmanifestationen hungernder "heldenmütiger" Krieger in einer Zone von Liebeswesen glücklich fühlen können? Und wie sollte ein Liebeswesen seine Manifestation kosmischen Lichtes in einer Zone zur Auslösung bringen können, in der alle Wesen maßlos nach kosmischer Finsternis hungern und in der jedwede Entfaltung des "tötenden Prinzips" als Idealismus aufgefaßt wird, da diese Entfaltung ja gerade der Weg zur "Sättigung" ihres alles beherrschenden "Hungers" nach Finsternis ist? Wie sollten die Scharfrichter ihr Schicksal in einer Zone auslösen können, in der die Todesstrafe eine Unmöglichkeit ist? Wie sollte die Lust zum Stehlen, Rauben und Plündern in einer Zone ausgelöst werden können, in der der Egoismus aufgehört hat zu existieren, in der alle Wesen viel lieber geben als nehmen und in der es keine Armut, Not oder Bedürftigkeit gibt, in der es kein übertriebenes Begehren danach gibt, etwas für sich allein zu besitzen? Nein, absolut nichts im großen Weltall kann vollkommener sein, als es in jedem beliebigen Augenblick seiner Auslösung ist. Alles im Jetzt ist das absolut Vollkommenste und damit das Liebevollste, was es überhaupt kraft des Zustandes, der vor dem Jetzt bestand, und im Hinblick auf den Zustand nach dem Jetzt sein kann. |
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