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Lesen und suchen im Das Dritte Testament
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(289-638) 
 
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Die Willensauslöung des Wesens und der Spiralkreislauf oder das "kosmische Atmen" des Wesens  614. Aber genauso wie das Wesen bis zu einem gewissen Grad tagesbewußt Herr über sein physisches Atmen ist – es kann ja den Atem für kurze Zeit anhalten, es kann langsam oder schnell atmen, es kann tief oder weniger tief Atem holen –, genauso beherrscht das Lebewesen auch einen kleinen Bereich seines "kosmischen Atmens". Auch hier kann es kleine Pausen machen oder kleine Forcierungen bewirken, schnell oder langsam "atmen", ohne im großen und ganzen jedoch nur ein Jota im Hauptrhythmus verändern zu können. Und es ist eben dieser Umstand, der dem Wesen sein ewiges Dasein garantiert. Das Lebewesen hat also in seinem Bewußtsein die Fähigkeit, in einem gewissen kleinen Bereich seines gesamten "kosmischen Atmens" seine wache bewußte Mitwirkung oder Gegenwirkung auslösen zu können. Diese Eigenschaft nennen wir den "Willen". Und eigentlich ist es das Produkt oder Resultat dieser Eigenschaft, das wir für gewöhnlich das "Leben" oder das "Schicksal" nennen. Aber obwohl diese Eigenschaft des Individuums das absolut Bedingende für sein Erleben des eigenen Ichs oder Selbstes, seiner eigenen Individualität und seines Schöpfungsgebietes, ja seines gesamten tagesbewußten Gebietes ist, stellt sein hierauf basierendes Schicksal oder sein gesamtes Erleben von Licht und Finsternis in der Realität nur ein lokales Kolorit oder eine lokale Detaillierung im ewigen und absoluten Schicksal des Wesens oder in seinem großen, ewigen "kosmischen Atmen" dar.
      Mit seiner Willensauslösung kann das Individuum also nicht das Geringste in seinem "kosmischen Atmen" oder seinem Spiralkreislauf ändern und kann damit sein ewiges Leben unmöglich mit seinem Willen anhalten, hemmen oder forcieren. Dieses Leben ist über die Willensauslösung erhaben. Es ist nicht kraft des Willens erschaffen und kann somit auch nicht kraft des Willens aufgelöst werden. Es gehört zum göttlichen "Etwas", ja es ist damit absolut identisch, ist ebenso ewig wie dieses, denn im entgegengesetzten Fall müßte es das Produkt einer Schöpfung sein, was aber den Tatsachen widerspricht. Diese zeigen nämlich, daß das Weltall nur kraft des ewigen Spiralkreislaufs oder des "kosmischen Atmens" existieren kann. Dieses "Atmen" ist somit kein Produkt der Schöpfung, sondern umgekehrt, die Schöpfung ist ein Produkt dieses "Atmens". Die Willensauslösung, der Schöpfungszustand oder die Bewußtseinsentfaltung der Lebewesen können daher niemals etwas anderes sein als ein Kolorieren oder Ausschmücken dieses ewigen Kreislaufs oder dieses "Hunger-" und "Sättigungsprozesses". Das Wesen kann mit seiner Willensauslösung seinen "kosmischen Hunger" und seine "kosmische Sättigung" formen und detaillieren, aber es kann niemals den wechselnden Rhythmus dieser Faktoren beenden.


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