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(289-638) 
 
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Wesen, die die zwölf Grundfazite des Lebens nicht verstehen können  618. Hiermit sind wir am Ende der Beschreibung der Konsequenzen jener Meditation angekommen, mit der wir den Leser ab Stück 559 vertraut machen wollten. Dies hatte zur Aufgabe, ihm begreiflich zu machen, daß er (sie), genauso wie das Weltall, nicht nur eine bloße fortdauernde Serie von blinden Automat- oder Maschinenfunktionen darstellt. Und das, was wir in dieser kleinen kurzgefaßten Analysenreihe gesehen haben, war in Wahrheit überwältigend. Nur der ganz primitive, pure "Gefühlsmensch" oder pure "Intelligenzmensch" kann hiervon unberührt sein, da er nicht die Harmonie oder das Gleichgewicht zwischen Gefühl und Intelligenz in seinem Bewußtsein besitzt, das ausschließlich die Bedingung für eine wirkliche oder absolut "intellektuelle" Begabung ist. Ein solches Wesen kann daher nicht mit der "Wellenlänge" oder Harmonie oder mit jenem Gleichgewicht zwischen Gefühl und Intelligenz in Kontakt kommen, das die Intellektualität, Logik oder Liebe ausmacht, auf der allein die Struktur des Weltalls basiert. Da sich eine solche Harmonie in seinem eigenen Bewußtsein noch nicht entwickelt hat, kann seine Gehirn-, Denk- oder Willensfunktion auch nicht auf derselben intellektuellen Struktur wie das Weltall basieren. Es kann nur mit den Teilen des Weltalls in Kontakt sein, in denen dasselbe Ungleichgewicht zwischen den beiden genannten Grundenergien herrscht wie in seinem eigenen Bewußtsein. Nur die Gedankenarten, die dieses Ungleichgewicht repräsentieren, können für dieses Wesen Wahrheit sein. Wenn dieses Ungleichgewicht auf zuviel Gefühl im Verhältnis zur Intelligenz beruht, glaubt ein solches Wesen in großem Ausmaß noch an das "Böse", an "Sünder", den "Zorn der Vorsehung", "Strafe", "Rache" und "Hölle", an "ewige Verdammnis" usw. Ja, es ist in Wirklichkeit diese viel zu überlegene Gefühlsenergie in der Mentalität, die das "Christentum" verdunkelt oder bis zu einem gewissen Grad noch mit "Heidentum" identisch macht. Und es ist dieses als "Christentum" getarnte "Heidentum", das bedingt, daß sich die hierauf basierende Weltkultur heute in ihrem Todeskampf befindet. Das "Heidentum", d.h. die Entfaltung des "tötenden Prinzips", wird durch bloße Tarnung nicht verändert. Die absolute Wahrheit wird unausweichlich jede Form von Unwahrheit überwinden. Darum muß jede Kultur, die nicht der Wahrheit entspricht, gegenüber der aufgehenden strahlenden Wirklichkeit in Schutt und Asche fallen.
      Was das Wesen betrifft, in dessen Bewußtsein das Ungleichgewicht zwischen Gefühl und Intelligenz auf zuviel Intelligenz im Verhältnis zum Gefühl beruht, so gilt bei ihm besonders, daß es sozusagen überhaupt nicht an irgend etwas "glaubt", ja es verleugnet sogar in großem Ausmaß alles, was es vom Mysterium des Lebens nicht versteht. Kraft seiner allzu dominierenden Intelligenz im Verhältnis zu seinem Gefühl wird es sehr kalt und gefühllos in seinen Gedankengängen. Da das Talent für den Gebrauch der Gefühlsenergie im Bewußtsein nur durch Leidenserfahrungen entstehen kann und diese als Fundament für die Erschaffung des Talentes zur Mitleidsfähigkeit in das Bewußtsein übergehen, wird das intelligenzüberlegene, aber gefühlsarme Individuum somit nicht im Besitz von besonders stark entwickelter Mitleidsfähigkeit sein und ist somit in entsprechendem Grad in seiner Intelligenzentfaltung hemmungslos. Diese Intelligenzentfaltung kann daher bei einem solchen Wesen nichts anderes als rücksichtslos und egoistisch sein. Ein solches Wesen kommt daher mitunter in den Besitz unermeßlicher Reichtümer, wie es auch imstande ist, seine Mitwesen in großem Stil zu zwingen, für ihn als Sklaven zu arbeiten, von ihm Waren zu Wucherpreisen zu kaufen oder diese Mitwesen auf andere Weise wirtschaftlich zu beherrschen. Ein solches Wesen ist somit sehr weit davon entfernt, sein Leben in Kontakt mit der wahren Struktur des Weltalls aufzubauen. Aufgrund des fehlenden Gefühls kann es seinen Gedankenflug zu nichts anderem hinsteuern als zu greifbaren materiellen Erscheinungen und kann somit seine hervorragende Intelligenz niemals auf irgend einem höher liegenden Gedankenfeld benutzen, weder auf einem religiösen noch auf einem künstlerischen oder einem philosophischen. Geschäfte und nochmals Geschäfte sind jedoch seine Spezialität. Das Selbstbereicherungstalent kulminiert im Bewußtsein solcher Wesen. Jegliches höhere Geistesleben ist für sie ein geschlossenes Buch, ja es ist Etwas, dessen Existenz sie zu verleugnen geneigt sind. Die Politik oder Wissenschaft dieser Wesen, falls sie sich mit so etwas beschäftigen, ist weit mehr mit kalter Geschäftsatmosphäre als mit einem wirklich moralischen Ideal identisch.
      Da diese Wesen somit nur "Heidentum" repräsentieren, können sie die jetzt sinkende Weltkultur auch keinesfalls retten, vielmehr haben sie es in großem Ausmaß zu ihrem persönlichen Vorteil verstanden, deren Zusammenbruch intelligenzmäßig auszunützen und haben damit außerdem noch dazu beigetragen, sie weiterhin ins Rutschen zu bringen. Diese ihre Existenz, weit entfernt von der Intellektualität oder Logik der Weltstruktur, gibt ihnen nicht die Voraussetzungen dafür, die Lösung des Lebensmysteriums zu verstehen. Die zwölf Grundfazite dieses Mysteriums sind ein unlösbares Problem für sie. Und es muß schon fast als gut bezeichnet werden, wenn sie keinen ausgesprochenen Widerstand gegen die wahre Lösung dieses Lebensrätsels leisten.


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