Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Was wir im 11. Kapitel sahen: Jegliches Bewußtseinsleben besteht aus "Gedankenklimaten", ist Atmosphäre, Wolken, Regen und Sonnenschein, ist Morgen- und Abendrot am Himmel des ewigen Lebens. Die Bestätigung des Platzes des Erdenmenschen im Spiralkreislauf. Die Struktur des Weltpanoramas, seine Liebesgesetze oder kulminierende Logik sind der höchste intellektuelle Unterricht und zugleich die der Gottheit eigene Lebensäußerung und ihre Führung des Lebewesens hin zu dessen eigener Seligkeit |
621. Wir sind somit im Hinblick auf das, was wir uns im elften Kapitel des "Livets Bog" klar machen wollten, nämlich die "Gedankenklimate", am Ende des Weges angekommen, da diese Realität das endgültige Resultat der "kosmischen Chemie" darstellt.
Um diese Realität lebendig zu machen, haben wir ein sehr umfassendes Material untersucht und sind mit all den Hauptproblemen in Berührung gekommen, durch die der Erdenmensch eine besondere Verbindung mit dieser alles durchdringenden Manifestation hat.
Wir haben also diese göttliche Erscheinung in einer solchen Tiefe und einer solchen Höhe gesehen, daß es für uns zur Tatsache geworden ist, daß die "Gedankenklimate" der eigentliche "Lebensatem" des Lebewesens sind.
Es ist dieser "Lebensatem", den Gott Adam "einblies".
"Gedankenklimate" sind somit die "Luft" des ewigen Lebens.
Keine Manifestation oder Schöpfung, keine Liebe, keine Sympathie, kein Licht, ja absolut kein Erleben von Leben kann existieren, ohne das Jonglieren eines Ichs mit dieser alles durchdringenden lebendigen "Luft" zu sein.
Wir haben gesehen, daß der tiefste oder auch leiseste und heimlichste Seufzer dieses Ichs ebenso wie sein donnerndstes und lärmendstes Aufbrausen, ja sein gesamtes Schicksal, seine Wanderung durch die Reinkarnationen oder Leben im ewigen Kreislauf der Spiralen, seine Freuden und Sorgen im täglichen Leben, Ehe und Elternschaft, Reichtum und Armut, Krankheit, Gesundheit und Wohlbefinden, Primitivität sowie Genialität usw., alle zusammen ausnahmslos "Gedankenklimate" sind und damit Atmosphäre, Wolken, Regen und Sonnenschein, lichte und farbenstrahlende Morgen- und Abendröte am unermeßlichen Himmel des ewigen Lebens.
Hinter dieser ganzen Atmosphäre von Schöpfungsvielfalt, hinter diesen lebendigen Kontinenten von Manifestationsmacht fanden wir den alles beherrschenden Herrn des Lebens.
Wir sahen ein "Etwas", das "sprach, und sogleich geschah es", es "gebot, und alles war da".
Ja wir sahen, daß jede Schöpfung, jede Hervorbringung unmittelbar auf das bloße Gebot eines Wunsches hin entstand und daß wir somit hier zur tiefsten Analyse der "kosmischen Chemie" gekommen waren.
In unserem eigenen Wesen fanden wir diesen Herrn des Lebens und in unserer eigenen Schöpfung diese göttliche Wunschmanifestation.
Wir entdeckten uns selbst als identisch mit dem "Abbild Gottes, ihm gleichend".
Die Existenz Gottes offenbarte sich leibhaftig in unserer eigenen Gegenwart im Weltall.
Der Bericht der Bibel über Gottes mirakulöse Schöpfung oder Wunschmanifestation war in unserem eigenen Fleisch und Blut zu einer lebendigen Wirklichkeit geworden.
Zwischen uns und der Reaktion der Stoffe existierte absolut keine andere Brücke als das "Urbegehren", in Wirklichkeit heißt das: unser eigener Wunsch.
Mittels dieses Wunsches knüpften wir uns an die Materie oder den Stoff.
Und nur durch diesen unseren ewigen Wunsch nach einem Dasein setzen wir die permanente Stoffreaktion in Szene, die wir "Schicksal" nennen.
Und diese Inszenierung ist dasselbe wie "kosmische Chemie", wie auch ihr Urheber der "kosmische Chemiker" ist.
Es war aber nicht allein unsere eigene Identität und unsere eigene Schöpfung, die wir als "kosmischen Chemiker" bzw. als "kosmische Chemie" zu sehen bekamen. Wir wurden auch Zeuge dessen, daß jede Schöpfung in der Natur, in den Lebewesen, im Mikrokosmos und im Makrokosmos wie auch im Zwischenkosmos, Lebensäußerungen der Gottheit selbst war, Bewußtsein der Gottheit war, Gottes Sprache war, die auf das Gebot seines Wunsches hin lebendig wurde. Durch die zwölf Grundfazite des Lebensmysteriums sahen wir, daß diese ganze Schöpfung in ihrer gesamten Gewaltigkeit nicht allein "sehr gut" war, sondern daß das ganze Weltall in seinem Schlußfazit in kulminierender Liebe resultierte und daß diese Stoffreaktion oder Bewußtseinsentfaltung somit die Kulmination des Lebens selbst ist. Daß die Aneignung dieser göttlichen Form von Lebenserleben ausschließlich auf der Basis unseres Wunsches als Zufriedenstellung oder Sättigung eines vorausgegangenen Hungers vor sich geht und jegliches Leben ausschließlich nur als eine solche "Sättigung" eines "Hungers" existieren kann, macht ja nur das Liebesfazit noch unerschütterlicher und strahlender, und zugleich ist es in Wirklichkeit die einzige existierende Basis für die Detaillierung oder für das Kolorit jeglichen Daseins. Wenn nicht alles auf das Gebot des Hungers oder des Begehrens hin entstehen würde, wäre ja jede Form von Lebenslust eine Unmöglichkeit. Und wenn nicht ein jedes Ding in Sättigung resultierte, gäbe es keinen Antrieb für irgendeine Form von Neuschöpfung oder für die Hervorbringung von Gegensätzen oder Kontrasten im Erleben des Lebens. Ohne Kontraste wäre jede Form von Wahrnehmung unmöglich. Und ohne Wahrnehmung existierte überhaupt keine Form von Leben. Das, was wir Liebe nennen, hat somit auch seinen Kontrast. Dieser Kontrast entfaltet sich als das "tötende Prinzip", als das sogenannte "Böse" oder als mentale "Finsternis". Wir haben gesehen, daß auch dieses Prinzip im Kreislauf oder in der Spirale notwendig ist, denn sonst wäre es unmöglich, Hunger nach Liebe, nach Licht und Wohlbefinden zu erreichen, was ja der Kontrast dieses Prinzips ist. Daß Sättigung von Liebe oder göttlichem Licht und Wohlbefinden ebenso real existiert, wird durch all die Wesen zur Tatsache, die heute in der Finsternis leben, die im Gebiet des "tötenden Prinzips" leben. Sie wären nämlich niemals in dieses Gebiet gekommen, wenn sie nicht vorher "Hunger" danach gehabt hätten. Aber dieser "Hunger" nach Finsternis konnte unmöglich entstehen, außer auf der Basis von "Sättigung" seines Kontrastes, d.h. der Sättigung vom Licht. Daß all die Lebewesen, die nun in der Finsternis leben, einen solchen Hunger gehabt haben, wird durch die "Entwicklungsleiter" selbst unerschütterlich bestätigt. Hier ist deutlich zu sehen, daß die Wesen vom "Seligkeitsreich" aus durch die Mineralregion, durch das "Pflanzenreich" hinein in die Zone der Erdenmenschen und weiter hinunter zur Kulmination des "tötenden Prinzips" vordringen. Daß diese vom Licht zur Finsternis abwärtsgehende Bewegung ein realer Wunsch dieser Wesen selbst ist, wird in den Idealen und Moralvorschriften unserer Vorfahren außerordentlich deutlich sichtbar. Ging der Weg nach "Walhall" oder zum "Himmelreich" dieser Wesen nicht geradewegs durch die Entfaltung der Heldenmoral des "tötenden Prinzips"? Ja es war sogar "sündhaft", eines natürlichen Todes aufgrund von Altersschwäche zu sterben. Ein solcher Tod gewährte keinen Zugang zur Gunst der Götter oder zur Belohnung der "Heldenmoral", zu Speck und Met und jungen Mädchen oder "Walküren". Der natürlich Verstorbene, also das Wesen, das in Wirklichkeit mit den Lebensgesetzen am stärksten in Kontakt war, mußte sich im Jenseits als Paria mit dem "Helheim", einer Art von mit Spinnweben gefülltem, düsterem und traurigem Keller des Lebens, begnügen. Daß diese "Heldenmoral" existiert hat, ist eine Tatsache. Es ist das als "C-Wissen" im Fleisch und Blut der jetzigen Erdenmenschen hinterlassene Bewußtsein oder Gewohnheitsbewußtsein der Vorfahren, das jedem Militärwesen zugrunde liegt. Solange dies in der Erdenmenschengesellschaft nicht entbehrt werden kann, befindet sie sich noch in den heidnischen Fußspuren der Ahnen. Daß es Kräfte gibt, die in Form des "Christentums" oder der Lehre von Humanität begonnen haben, die Gesellschaft von diesem seit der Vergangenheit verfolgten oder aus ihr ererbten blutigen Weg weg zu führen, bestätigt ja nur, daß das Gesättigt-Sein von heidnischen Traditionen, das Gesättigt-Sein von der Moral des Blutvergießens stark im Zunehmen begriffen ist und daß der Hunger nach dem Kontrast hierzu in gleichem Maße zunimmt. Dieser "Hunger" ist der Grund dafür, daß die Energien der Humanität oder der Liebe in Form des "Christentums" begonnen haben, sich geltend machen zu können, obwohl diese in der Realität bis jetzt nur "A-Wissen" und "B-Wissen" sind und somit mehr wache, tagesbewußte Theorie als praktisches Gewohnheitsbewußtsein sind. Durch unser Studium des Lebensmysteriums sind wir also hier zu der Erkenntnis gekommen, wo der Platz der Erdenmenschheit in der Spirale oder im großen Kreislauf ist. Wir haben gesehen, daß sie sich in der Passage durch die Kulmination ihrer "Sättigung" vom Erleben des "tötenden Prinzips" befindet. All ihre Sehnsüchte und Begehren, ihre Ideale und Ziele gehen jetzt in die Richtung, identisch mit dem "Hunger" nach Vollkommenheit, Humanität und Liebe zu werden. Und mit der Bestätigung dieses Platzes des Erdenmenschen in der Spirale oder im Kreislauf hat dieses Wesen also die absolut höchste oder vollkommenste Grundlage für die Vorbereitung seiner "kosmischen Chemie", seines Lebenserlebens oder der Schöpfung seines Schicksals gefunden. Die Struktur des Weltpanoramas, seine Liebesgesetze oder kulminierende Logik, wurde sein höchster und intellektuellster Unterricht. Mit diesem lebendigen Unterricht durch Gottes eigene Lebensäußerung kam die Menschheit hier in den Besitz des besten Schutzes der logischen Steuerung ihres eigenen Schicksals hin zur Harmonie des Lebens, hin zum Wesen der Gottheit und hin zu ihrer eigenen Seligkeit. |
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