Stern-Symbol im Menü


Lesen und suchen im Das Dritte Testament
   Ziff.:  
(289-638) 
 
Erweiterte Suche
   

 

Das "Intelligenzklima". Der Kampf zwischen den "Gläubigen" und den "Ungläubigen" und dessen Konsequenzen  630. Aber wie sehen diese Wanderer nun aus? Ja, am Anfang haben sie natürlich keine solch edle Einstellung wie oben beschrieben. Charakteristisch für sie ist vielmehr, daß sie mit jenen Wesen identisch sind, die man "irreligiös" nennt. Sie alle sind Wesen, in denen die Intelligenzfähigkeit im Verhältnis zur Gefühlsfähigkeit viel zu dominant geworden ist. Wir wollen daher die gesamte Gedankenatmosphäre dieser Wesen als "Intelligenzklima" bezeichnen. Sie sind allem Religiösen gegenüber kulminierende Skeptiker. Die überlieferten religiösen Wahrheiten werden von diesen Wesen fast als Ausdruck von Naivität und Aberglauben betrachtet, da sie diese Wahrheiten ausschließlich nach der einer primitiven Auffassungsgabe angepaßten, elementaren Terminologie beurteilen, in der die Wahrheiten heute noch doziert werden oder anzutreffen sind. Diese Terminologie ist ja nicht als intelligenzmäßige Darlegung gedacht und soll in absolut keiner Weise eine Analyse sein, sondern sie ist vielmehr ausschließlich geschaffen worden, um lediglich ein stimmungsvolles Ideal hervorzurufen, wie Sakramente und Taufhandlungen dies auch tun. Da die genannten Realitäten also hauptsächlich darauf basieren, Nahrung für die Glaubensfähigkeit zu sein, können sie natürlich für die Wesen, die diese Fähigkeit mehr oder weniger verloren haben, von keinem besonderen Wert sein. Und diese Wesen werden denn auch von den "Gläubigen" als "Ungläubige" betrachtet, die "verloren" sind, wenn sie nicht "umkehren". Diese sogenannten "Ungläubigen" stellen mit all ihrer Skepsis und Antipathie gegen alles Religiöse ein außerordentlich großes "Gedankenklima" in der Erdenmenschenzone dar. Sie bilden eine ganz andere Bewußtseinssphäre, eine ganz andere "Wohnung im Hause des Vaters" als die vorher Genannten. Aber es ist keine "Wohnung", die daneben oder an einer anderen Stelle im Raum liegt. Die beiden "Wohnungen" nehmen im physischen Sinne denselben Raum ein. Sie erstrecken sich über dieselben Kontinente, dieselben Ozeane, dieselben Städte und dieselben Länder. Ihre Bewohner reisen mit denselben Schiffen, Eisenbahnen, Omnibussen und Flugzeugen. Sie haben gemeinsame Straßen, Wege, ja sie haben sogar sehr oft gemeinsame Häuser, Fabriken, öffentliche Anlagen, Institutionen, Schulen, sind Aktionäre oder Teilhaber derselben Unternehmen, Aktiengesellschaften usw. Die beiden "Wohnungen" befinden sich also wie gesagt in demselben Raum. Der Unterschied zwischen ihnen ist ausschließlich geistiger Art. Sie sind daher für den gewöhnlichen Erdenmenschen auch nicht unmittelbar sichtbar. Und sie sind diesem Wesen denn auch fast unbekannt, ja sogar der größte Teil der Bewohner dieser zwei Sphären selbst ahnt noch nichts von der Existenz dieser seiner eigenen Heimatzone oder deren Platz im Kreislauf und ahnt noch weniger von deren Analyse. Daß diese Zonen aber nichtsdestoweniger existieren, kann nicht geleugnet werden, solange es wirklich "Gläubige" und wirklich "Ungläubige" gibt.
      Die letztgenannten Wesen haben, wie schon gesagt, eine allzu dominante Intelligenz im Verhältnis zum Gefühl. Die Entwicklung dieser Fähigkeit hat schon längst ihre Glaubensfähigkeit erstickt. Sie sind zu "Analysierungsmenschen" geworden. Sie wollen in ihrer Lebensführung nur mit absolut greifbaren, physischen Realitäten arbeiten. Alle Erscheinungen, die sie nicht wiegen und messen können, sind für sie unnatürlich, unwirklich oder Aberglaube. Das muß aber nicht heißen, daß solche Menschen tatsächlich "böse" sind. Im Gegenteil, es finden sich unter ihnen zuweilen viele, die als "gut" zu bezeichnen sind und mit einem noblen und feinen Charakter hervortreten, während für die vorher genannten "Gläubigen" mitunter das Umgekehrte gilt. Unter ihnen können sehr oft Menschen von sehr "böser" und kleinlicher Natur zu finden sein, was ja niemals bestritten werden kann, solange man hier alle Andersdenkenden so hart verurteilt, sie mit Inquisition, Scheiterhaufen, Feuer und Verdammnis straft. In beiden Gedankenklimaten oder geistigen "Wohnungen" sind also gleichermaßen "gute" wie auch "böse" Menschen beheimatet. Und man kann daher nicht sagen, daß die eine Wohnung eine höhere Kultur repräsentiert als die andere. Sie haben beide jeweils genau den Mangel, der bewirkt, daß ihre "Bewohner" weder vollkommen noch selig sind. Innerhalb der Domäne dieser beiden Zonen wird niemals der absolute "dauerhafte Frieden" erschaffen werden können. Dazu sind die Wesen jeder Gruppe zu intolerant oder verständnislos gegenüber der berechtigten Existenz der anderen Gruppe. Daher wird zwischen den Wesen dieser Zonen Krieg herrschen. Die Gedankenklimate der beiden Zonen reagieren stark aufeinander. Die "Gläubigen" rechnen die "Ungläubigen" zu den "Sündern" und zu jenen Wesen, die dem "Teufel" oder anderen "bösen" Mächten angehören, wenn sie nicht "umkehren", d.h. "gläubig" werden. Und die "Ungläubigen" nehmen die "Gläubigen" nicht ernst, weil sie diesen Wesen intelligenzmäßig überlegen sind. Und keine der beiden Gruppen versteht den rechten Zusammenhang und keine kann daher der jeweils anderen Respekt zollen und das Recht auf Existenz zugestehen, worauf beide einen rechtmäßigen Anspruch haben. Eine sehr fehlerhafte "kosmische Chemie" entsteht. Die Gedankenreaktionen bekommen tötenden oder den Krieg fördernden Charakter. Mit anderen Worten,die Gedankenklimate der beiden Sphären werden für die Wesen selbst "giftig", werden mental verletzend oder todbringend . Der Beweis hierfür sind all die überfüllten Psychiatrien und Heime für Geistesschwache, die auf der ganzen Welt zu finden sind, sowie all die Kriegszustände, die materieller Art sind, oder die tötenden und bluttriefenden Ereignisse, die diese Gedankenklimate in der täglichen Ausformung der Existenz des Lebens unter den Völkern hervorrufen.


Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.