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Lesen und suchen im Das Dritte Testament
   Ziff.:  
(289-638) 
 
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Das Wesen beginnt, über die Ursache der Leiden zu spekulieren  633. Aber nach der dunkelsten Nacht folgt der hellste Tag, und so ist es auch hier. In der erdenmenschlichen Sphäre, in der Zone des tötenden Prinzips, hat schon längst ein neues Gedankenklima begonnen, sich geltend zu machen. Dieses Klima ist nahezu eine Harmonisierung von Intelligenz und Gefühl. Diese Harmonisierung entsteht durch die Verwandlung, die die Denk- und Wahrnehmungsfähigkeit der Wesen durch das Erleben ihrer Leiden oder all der finsteren Erfahrungszustände des tötenden Prinzips durchmacht. Da das Heldenideal oder die Moral der Wesen dieser Zone eine Reihe von Erdenleben hindurch ununterbrochen auf dem Töten basiert und die betreffenden Wesen vollständig auf Kosten unterlegener Wesen leben, seien es Menschen oder Tiere, bei denen sie Schrecken, Leiden, Unterdrückung und Tod säen, können solche Wesen unmöglich von den Folgen daraus verschont bleiben. In einer Zone, in der die höchsten Ideale aus Blutvergießen bestehen, sowohl in Form von Leibgerichten als auch in Form von Racheakten, kann ein Paradies der Sympathie und Liebe nicht existieren. Und da die ewigen Gesetze des Kreislaufs bedingen, daß jede Energie unweigerlich zu dem Ich oder dem Lebenszentrum zurückkehren muß, das ihr Urheber ist und von dem sie ausgegangen ist, wird die Zone zuletzt zu einer um so größeren "Hölle" für jedes Wesen, je mehr es das zuvor genannte Ideal praktiziert. Das bedeutet wiederum, daß das Wesen in Wirklichkeit von seiner eigenen Rache, seiner Mordlust und seinem Blutdurst getroffen wird. Und durch diese dauernde Konfrontation mit der Finsternis oder den Leiden, die es am eigenen Leibe erfährt, wird das Wesen schließlich zu Spekulationen über die für es selbst unbekannte Ursache seines nachtschwarzen Schicksals kommen. Und diese Spekulation veranlaßt es, viele Experimente zur Schaffung von Moral und Dasein zu machen. Einige dieser Experimente bringen positive Resultate, schaffen eine gewisse Form von Frieden und Harmonie, während andere mißlingen und Leiden und damit Enttäuschung und Niedergeschlagenheit schaffen. Aber solange es Leiden gibt und das daraus resultierende Schwarzsehen des Daseins existiert, wird das Wesen sein Spekulieren über die Ursache des Leidens unermüdlich fortsetzen. Sein Leben und Dasein werden allmählich zum Ausdruck für ein einziges großes "Warum".


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