Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Die künstlerische Seite im Wesen wird zum Selbsterhaltungstrieb. Die Fähigkeit zu zählen ist eine der ersten Kunst-arten dieses Selbsterhaltungstriebes | 1045. Das genannte Begehren ist heute so entwickelt, dass es nun für seinen Urheber zu einem wirklichen, naturnotwendigen Teil des Selbsterhaltungstriebes geworden ist. Das bedeutet also, dass diejenigen, denen dieses Begehren Freude und Lust bereitet, auf diese Freude und Lust nicht mehr verzichten können, obwohl sie sich ihre Nahrung durch andere Beschäftigungen aneignen könnten. Nimmt man ihnen diese Form der Manifestation und des Lebenserlebens, so tötet man ihre Lebenslust. Sie werden dahinsiechen. Sie sind Pflanzen in der falschen Erde. Hierüber sollten die staatlichen Arbeitsvermittlungsstellen einmal nachdenken. Und hier sehen wir den Unterschied zwischen dem Menschen und dem Tier. Während das Tier in Wirklichkeit nichts anderes für seine Lebenslust begehrt als seine Nahrung und einen Ehepartner, sind diese beiden Erscheinungen beim Menschen in dem Maße degeneriert oder in den Hintergrund getreten, wie die neuen Interessen, die mit den genannten beiden Erscheinungen nichts zu tun haben, beim Individuum zu dominierender Lebenslust und damit zum Selbsterhaltungstrieb geworden sind. Wir können hier nicht näher auf dieses Problem eingehen, sondern wollen nur erwähnen, dass das "Zählen" eine der ersten auf dem Denken basierenden Kunstarten des Selbsterhaltungstriebes ist. Und es versteht sich von selbst, dass es wie alle anderen großen und edlen Fähigkeiten nur ganz allmählich entstanden ist. |
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