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Lesen und suchen im Das Dritte Testament
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(639-1052) 
 
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Das Ich als dasjenige, was die "erste Ursache" in jeder Schöpfung oder Energieauslösung ausmacht, sowie die Realitäten, durch die dies zur Tatsache wird  672. Mit dieser Ursache, wie sie in unseren Analysen des Lebens repräsentiert ist, werden diese Analysen vollkommen oder zum hundertprozentigen Abschluss einer Ganzheit. Und mit dieser Ursache, sichtbar gemacht in der Analyse des Lebewesens, sind wir zu einer Ursache gelangt, die dadurch von allen anderen Ursachen abweicht, dass sie nicht dadurch aufgelöst oder damit identifiziert werden kann, aus Wirkungen einer neuen Ursache zu bestehen; mit anderen Worten, wir sind zu einem "Etwas" gelangt, das der Regulator der Bewegung ist. Dass es einen solchen Regulator gibt, daran kommen wir nicht vorbei, da sich alle Bewegungen, wie vorher erwähnt, als Glieder in einer logischen oder planmäßigen Schöpfung erweisen. Diese Logik stellt also etwas dar, was über den Bewegungen steht. Da wir aber in unserem eigenen Leben als Tatsache erfahren, dass Logik nicht als eine selbständige Eigenschaft existieren kann, sondern nur als Fähigkeit eines "Etwas" in uns selbst auftritt, welches die Bewegungen erlebt und wieder in sie eingreifen will, zeigt sich dieses erlebende und wollende oder begehrende "Etwas" als schon vor der Logik existent. Da aber dieses "Etwas" die Bewegung erlebt oder erfährt und diese Erfahrungen wiederum in Form eines logischen Eingreifens in die Bewegungen zum Ausdruck bringt, wird es hier zur Tatsache, dass dieses "Etwas" die letzte und tiefste Ursache von allem in der ganzen Erscheinung des Lebewesens, seiner Existenz oder seinem Auftreten ist.
      Dass es sich genau so verhält, davon kann sich der Leser hier leicht selbst überzeugen, indem er sein eigenes Lesen dieser Zeilen beobachtet. Zeigt nicht gerade dieses Lesen die Tatsache, dass es ein solches darüberstehendes "Etwas" in ihm gibt, das diese Zeilen lesen möchte? Ist es nicht genauso eine Tatsache, dass das Lesen selbst wiederum dasselbe ist wie die Schöpfung von Bewegung, jedenfalls innerhalb seiner Gedankenwelt? Und ist es nicht auch eine Tatsache, dass "er" selbst diese Bewegung reguliert? "Er" bestimmt, wie lange dieses Lesen dauern soll. Dass es eine Tatsache ist, dass "er" durch diese Verwirklichung des Lesens erlebt, dass das Lesen Eindrücke in "seinem" Bewusstsein, also eine neue Bewegung erschafft, kann auch nicht verleugnet werden. "Er" erschafft Bewegung und erlebt Bewegung. Diese Eindrücke können Sympathie und Antipathie in "seinem" Bewusstsein erschaffen und wirken daher an "seinem" zukünftigen Jonglieren mit Bewegung oder der Auslösung von Bewegung mit.
      Aber wer ist dieser "Er", der zu lesen begehrt und dadurch Eindrücke empfängt und diese wiederum ganz in Richtung von Sympathie oder Antipathie bei seiner zukünftigen Willensauslösung benutzt? Die gesamte Manifestation geht doch durch eine Kombination von Organen, d.h. Werkzeugen, vor sich. Aber können es diese Werkzeuge sein, die mit diesem lesenden oder erlebenden "Etwas" identisch sind? Kann ein Werkzeug selbständig sein? Kann eine Axt selbst einen Baum fällen? Aber gibt es etwas am sichtbaren Teil des Lesers, das kein Werkzeug darstellt? Sind Gehirn, Nerven, Blut, Muskulatur, Drüsen, Lungen, Herz und Leber usw. nicht identisch mit Organen und stellen somit jedes für sich ein Werkzeug dar? Wenn aber der sichtbare Teil des Wesens aus Werkzeugen besteht, kann keine dieser sichtbaren Erscheinungen in Wirklichkeit dieser "Er" oder dieses "Etwas" sein, das die Werkzeuge benutzt und dadurch den Inhalt des Lesens erlebt.
      Wenn man trotzdem behauptet, diese Werkzeuge machten alle zusammen diesen "Er" aus und man habe hiermit die ganze Lösung gefunden, bedeutet das also dasselbe wie zu behaupten, dass die Axt selbst den Baum fällen kann. Es sind genauso wenig die Augen, die sehen, wie es nicht die Axt ist, die den Baum fällt. Die Augen wie auch das Gehirn sind Werkzeuge, durch die das "Etwas" lesen und verstehen kann. Dieses "Etwas" ist zwar an sich nichts ohne solche Bewusstseinswerkzeuge, aber diese Werkzeuge wären ohne das genannte "Etwas" ebenso hilflos und unmöglich. Ist es nicht das, was wir beobachten, wenn wir eine Leiche betrachten? Sie besitzt ja noch alle Werkzeuge, die Augen wie auch das Gehirn usw. Warum tritt sie dann als Leiche in Erscheinung? Liegt es nicht gerade daran, dass sie von diesem "Etwas", das vorher mit Hilfe sämtlicher Organe des betreffenden Organismus erlebt hat, nicht mehr benutzt wird?
      Dass dieses "Etwas" unsichtbar ist, ist eine Selbstverständlichkeit. Andernfalls müsste es ja erschaffen oder hervorgebracht worden sein, und das ist doch genau das, was absolut nicht sein kann. Denn wenn es erschaffen wäre, müsste es doch mit Wirkungen identisch sein, die wiederum Bewegung sind. Und dann müssten wir der Torheit erliegen, unser eigenes Selbst oder Ich als identisch mit dieser Bewegung oder diesen Wirkungen anzuerkennen. Mit anderen Worten, die Schlussfolgerung müsste die sein, dass wir uns selbst als tote Erscheinungen anerkennen würden, und diese Anerkennung wäre wieder dasselbe wie eine indirekte Proklamation dessen, dass wir überhaupt nicht existierten. Und dann wären wir auf genau jener mentalen Wellenlänge wie der gegenwärtige materialistisch eingestellte Forscher, der die Existenz des nicht erschaffenen und daher ewigen Selbst oder Ichs abstreitet. Er befindet sich also in der höchst eigentümlichen Situation, dass er ein Ding zur lebendigen Tatsache macht, indem er seine Existenz verleugnet. Die Verleugnung enthüllt nämlich eine Willensauslösung, die Willensauslösung wieder enthüllt einen Gesichtspunkt, ein Gesichtspunkt enthüllt Denken und dem Denken kann wohl nicht abgesprochen werden, dass es des Lebens eigener vornehmster Beweis für dessen Existenz ist. Je mehr der Verleugner seine Verleugnung ausruft, desto mehr bekräftigt er seine Identität als "Lebewesen" oder die Souveränität seines Ichs als die ewig existierende "erste Ursache" des Lebens. Dass er in ebenso hohem Maße die Identität seines ewigen Ichs beweist, indem er eine Bestätigung des Problems ausruft, ist eine Selbstverständlichkeit. Aber es wirkt nicht so kurios. Ob das, was das Lebewesen manifestiert, Bestätigung oder Verleugnung ist, ist nämlich in diesem Fall völlig gleichgültig. Denn beide Erscheinungen sind gleich starke Beweise für Willensauslösung, Gesichtspunkte und Denken und sie erweisen sich dadurch beide als unerschütterliche Kennzeichen des ewigen "Etwas" oder Ichs in den betreffenden Wesen.


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