Lesen und suchen im Das Dritte Testament
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| Dass dieser Reflex existiert, wird durch die unsterblichen Worte und Fazite der großen Propheten und Welterlöser zur Tatsache, die trotz allen Materialismus noch strahlender als begehrtes Ziel und friedvoller mentaler Hafen für alle Erdenmenschen dastehen. Alle eilen der Erfüllung der Weihnachtsbotschaft "Frieden auf Erden" entgegen, aber ihre Wege sind unterschiedlich | 725. Dass dies so ist, wird durch all die unsterblichen Fazite oder Sätze sichtbar, die der Welt durch ihre größten Weisen gebracht wurden und die trotz des Gegenwindes von Tausenden und Abertausenden von Jahren noch funkelnder und strahlender als je zuvor dastehen, ja die sogar an Glanz und Macht noch zunehmen. Trotz Kanonaden, Bombardierung, Materialismus und Aberglaube offenbaren sie sich immer mehr als leuchtend und haben es längst zur Tatsache gemacht, dass sie eben jene Heilung sind, nach der schließlich unweigerlich alle Wesen in den schlimmsten Stunden der Not, der Gefahr, der Trauer und des Leidens streben. Für absolut alle führt die letzte Wanderung zu diesem Hafen. Die Welt kann deshalb diesen Hafen nicht auslöschen, vielmehr wird dieser Hafen durch seine Identität mit der Wahrheit und durch seine darauf beruhende wissenschaftliche Bedeutung die Welt erlösen. Was ist die Entwicklungsbahn der Wesen anderes als eine Erfüllung der Worte der wahren "Propheten" und "Welterlöser"? Wer würde behaupten, dass es nicht genau die Erfüllung dieser Worte ist – d.h. Liebe, Kultur, Erleuchtung und Weisheit –, nach der er in Wirklichkeit hungert und dürstet? Wer wagt es auszurufen, dass er diese Erfüllung hasst? Ja, ist es nicht gerade diese Erfüllung, auf die sich alle kriegführenden Mächte als Basis für ihren Kampf berufen? Müssen nicht alle behaupten, dass diese Erfüllung ihr absolutes Ziel für die Zukunft ist? Müssen nicht alle mit diesen Behauptungen nach mentalem Balsam, nach Beruhigung und Heilung für das Gewissen suchen? Wer wagt es im zwanzigsten Jahrhundert, direkt auszurufen, dass er ausschließlich kämpft, um zu hassen und zu verfolgen, um jegliche Kultur und alle wirklichen menschlichen Ideale zu zerstören und zu behindern? Wer wagt es zu proklamieren, dass er Krieg ausschließlich als sportlichen Zeitvertreib führt oder mit dem Ziel, zu Odin nach Wallhall zu kommen? Ja, ist es nicht gerade so, dass selbst diejenigen, die töten und morden, weil die sexuelle Wollust bei ihnen in großem Ausmaß nur durch den Anblick des Entsetzens und der Todesqualen ihrer Opfer ausgelöst werden kann, früher oder später ihre Verzweiflung über ihren unglücklichen Zustand zum Himmel schreien? So weit ist die Erfüllung der ewigen Vorschriften und Ideale in ihrer Entwicklung auf der Erde also fortgeschritten, dass alle nach dieser Erfüllung als absolut einzigem schützenden und ruhigen Hafen gegen alle mentalen Stürme, Naturkatastrophen, Zyklone und Erdbeben streben müssen. Es ist das ruhige und friedliche Gewässer dieses Hafens, das die verstümmelten und leidenden Söhne aller Schlachtfelder jenseits ihres eigenen blutigen Totentanzes ausmachen. Über den Tränen, heiseren Todesschreien, gebrochenen Blicken und verstümmelten Leichen von Landsleuten, Kameraden und Freunden wird der Ruf nach dem ewigen Licht "Liebet einander" noch durchdringender, innerlicher und lebendiger und damit dementsprechend unterminierender oder tödlicher für die Sphäre des Krieges oder des tötenden Prinzips. Ja, der Krieg treibt seinen eigenen Untergang voran, je mehr er an seinen Kräften zehrt. Je mehr davon gegessen wird, desto schneller die Sättigung. Das ist das Gesetz. Die Welt steht also schon jetzt, obwohl von den verzehrenden Flammen des Krieges umlodert, im Zeichen des Lichtes. Die Blicke aller sind auf die große Befreiung gerichtet. Alle träumen mehr als je zuvor von dem verheißenen "neuen Himmel" und der "neuen Erde". Der Erfüllung der Weihnachtsbotschaft "Friede auf Erden" eilen alle bewusst oder unbewusst entgegen. Nur ihre Wege sind unterschiedlich. Und hier haben wir die wahre Ursache des Krieges selbst. Die Ideale und Sehnsüchte der Erdenmenschen sind im Grunde dieselben. Hier können in Wirklichkeit keine Divergenzen mehr entstehen. So weit haben die ewigen Wahrheiten oder die von der Welterlösung geschenkten höchsten Lebensfazite den größten Teil der Erdenmenschen geführt. Jetzt sind es nur die Wege zum Licht oder zu den Idealen, um die sie kämpfen. Wenn sie aber so weit in der Entwicklung gekommen sind, dann hat das Licht bereits gesiegt. Wenn die Massen nicht mehr um das höchste Ideal selbst oder das ewige Licht selbst kämpfen, sondern alle in dieselbe Richtung wollen, muss eine solche Bagatelle wie die Frage nach dem Weg in diesem Panorama wohl als lösbar bezeichnet werden. |
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