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(639-1052) 
 
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Indem sie die Reinkarnation verneinen, verbleiben die kirchlichen Autoritäten ohne das logische Zwischenglied, das die großen religiösen Fazite mit der Wirklichkeit verbindet. – Ein ewiges Leben nach dem Tod kann die derzeitigen unverschuldeten Leiden der Wesen nicht rechtfertigen, genauso wie ein ewiges Leben nicht etwas ist, was entstehen kann. – Die Kreuzigung eines unschuldigen Wesens für die Sünden der Schuldigen kann das fehlende logische Glied zwischen den überlieferten Faziten und dem wirklichen Leben auch nicht ersetzen, ja sie wird sogar als eine Besudelung der allliebenden reinen Gottheit immer sichtbarer  745. Aber mitten in diesem kirchlichen Auflösungsprozess strahlen die ewigen Fazite weiter unerschütterlich vor demjenigen, der die Fähigkeit hat, sie zu sehen, und sie sind ebenso leuchtend und unveränderlich wie zu dem Zeitpunkt, als sie vom Munde ihres großen Urhebers ausgingen. Und das sollen sie eigentlich auch, wenn es nach dem tiefsten inneren Wunsch aller streitenden Parteien geht. Aber bei der noch zarten beginnenden intelligenzmäßigen Darlegung der Echtheit und Berechtigung der Fazite durch diese Parteien stoßen sie alle auf eine scheinbar unüberwindliche Mauer. Diese Mauer ist die Frage der Unsterblichkeit. Da man in der kirchlichen christlichen Religion den Wesen absolut nichts über die Wiedergeburt beibringt, ja, man verneint geradezu ihre Existenz, hat man hier das logische Zwischenglied entfernt, das die ewigen Fazite mit der lebendigen Wirklichkeit oder der allmählich recht ansehnlich wachsenden Erfahrungssammlung der Wesen verbindet. Und je mehr die Priester der Religion oder ihre autorisierten Diener versuchen, diese Wiedergeburt zu verneinen, desto mehr werden sie ihre Religion aus der leuchtenden Bahn der Intellektualität entgleisen lassen. Dass sie in ihrer vorläufigen Hilflosigkeit glauben, sie könnten diese Entgleisung ausgleichen, indem sie ein "ewiges Leben" nach dem derzeitigen lehren, kann die Wesen niemals auf die genannte intellektuelle Bahn zurückbringen, die das unerschütterliche Fundament der genannten Fazite ist. Ein "ewiges Leben" nach dem Tod kann die derzeitigen, völlig unverschuldeten Leiden der Wesen nicht rechtfertigen, ganz abgesehen davon, dass ein "ewiges Leben" nicht etwas ist, was entstehen kann. Ein Leben, das entstehen kann, kann nicht ewig sein, sondern muss sich damit begnügen, eine zeitliche Realität zu sein. Es muss wie alle anderen zeitlichen Dinge ein Alter repräsentieren. Und ebenso können die derzeitigen, besonders lieblosen oder schmerz- und todbringenden Handlungen gegenüber anderen Wesen auch nicht dadurch ausgeglichen werden, dass ein anderes Wesen für diese Sünden gekreuzigt oder bestraft wurde, und des Weiteren kann dieser Umstand denn auch nicht die Gottheit in einem besonders günstigen Licht erscheinen lassen. Wenn er Menschen von Strafe ausnehmen kann, indem er ein einzelnes Wesen kreuzigen lässt, kann er doch wohl auch die Wesen ohne diese Kreuzigung von Strafe ausnehmen? Zu verlangen, dass ein unschuldiges Wesen geopfert werden muss, damit die Schuldigen frei kommen können, ist doch eine Forderung, die eines normalen Erdenmenschen nicht würdig sein kann. Wie kann sie dann einer Gottheit würdig sein? Glaubt man nicht, dass hier noch ein wenig die Stimme der Barbarei des Heidentums oder der Vergangenheit zu hören ist?


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