Stern-Symbol im Menü


Lesen und suchen im Das Dritte Testament
   Ziff.:  
(639-1052) 
 
Erweiterte Suche
Siehe das Symbol Nr. 11 im neuen Fenster.    

 

Wenn die telepathische Verbindung mit der Gottheit erforderlich ist. Die sinnesmäßige Begrenzung unseres Nächsten ist die Begrenzung dessen, was die Gottheit durch ihn erleben kann  755. Nach dem, was wir als Kinder gelernt haben, heißt es: "Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten". Diese Vorschrift ist natürlich vollkommen korrekt, wenn die Rede davon ist, den bewusstseinsmäßigen oder intimsten persönlichen Kontakt des Jüngers mit dem höchsten Wesen selbst zu stabilisieren. Was ist diese Anweisung anderes als eben ein Ausdruck für z.B. jene Meditation, durch die wir gerade zur Erkenntnis der Lösung des Lebensmysteriums selbst gekommen sind? Die "Kammer", von der hier die Rede ist, ist nicht nur ausschließlich ein Raum mit vier Wänden und einer verschlossenen Tür. Das wäre in diesem Fall ziemlich traurig für die vielen Menschen, die in unseren Tagen weder eine Kammer noch ein Zuhause haben. Wenn die Vorschrift auf eine solche Kammer hinweist, dann natürlich, um zu erkennen zu geben, dass man besser in einer Kammer beten sollte, als sein intimes Gebet, d.h. seine Meditation oder besondere mündliche Hinwendung an die Gottheit, auf der Straße, in Gassen oder an anderen öffentlichen Orten oder in Versammlungen zur Schau zu stellen, so wie es in großem Ausmaß innerhalb der religiösen Bewegungen Mode oder Sitte und Brauch geworden ist. Aber die genannte Vorschrift hat noch einen anderen und wichtigeren Zweck, wenn sie auf die Kammer hinweist, nämlich zum Ausdruck zu bringen, dass der Betende und die Gottheit in einen solchen Kontakt miteinander kommen müssen, dass das Gebet tatsächlich ein persönliches intimes Gespräch zwischen ihnen wird – ohne Einmischung störender oder konträrer Wesen, die nichts damit zu tun haben. Die Vorschrift führt also zu einer direkten persönlichen Hinwendung an eine unsichtbare Vorsehung oder eine Gottheit, ganz ohne das Mitwirken eines bekannten sichtbaren Mitwesens. Die Vorschrift ist daher besonders in einer solchen Situation ermutigend oder stimulierend, wo unser Gebet eine so intime oder verborgene Gedankenart oder einen solchen Wunsch enthält, dass man sich weigert, sich selbst seinem besten Freund oder größten Vertrauten mitzuteilen, da man schon im voraus weiß, dass man dort kein Verständnis finden wird. Hier ist die intime Einstellung auf die Gottheit nicht nur berechtigt, sondern auch absolut notwendig, wenn ein Erhörtwerden überhaupt zu erreichen sein soll. Diese unsere Hinwendung ist nämlich imstande, wie wir später sehen werden, eine telepathische Verbindung mit der Gottheit herzustellen.
      Hier wird man vielleicht einwenden, dass – da der Nächste derselbe ist wie die Gottheit – keine Situation entstehen kann, in der man sich weigert, sich diesem seinem Nächsten gegenüber zu äußern. Eine solche Weigerung wäre ja dasselbe, wie sich der Gottheit gegenüber zu verweigern. Das ist aber nicht ganz richtig. Dieser unser Nächster, von dem die Rede ist, stellt nicht die Ganzheit der Gottheit dar, sondern bringt vielmehr nur eine ganz bestimmte Wahrnehmungsfähigkeit in der Mentalität der Gottheit zum Ausdruck. Und durch diese Wahrnehmungsfähigkeit des Nächsten kann die Gottheit unmöglich etwas anderes erleben, als genau das, was dieser Nächste erfassen oder verstehen kann. Die sinnesmäßige Begrenzung dieses Nächsten ist die Begrenzung dessen, was Gott durch ihn erleben kann. Wenn wir uns nun z.B. in einer solchen Situation befinden, dass wir einen mentalen Bereich, eine Gedankenart oder einen Wunsch repräsentieren, den niemand in unserer Umgebung verstehen oder erfassen kann, so wird die Gottheit diesen unseren mentalen Zustand durch diese Umgebung oder mit ihrer Hilfe auch nicht erfassen oder spüren können, da sie nicht das rechtmäßige Sinneswerkzeug der Gottheit in dem betreffenden Bereich sein kann. Dass dies richtig ist, wird eben durch jenes Missverständnis, jene Antipathie oder Verfolgung zur Tatsache, der uns die genannte besondere Situation aussetzen würde, falls wir sie diesen Wesen enthüllen würden.


Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.