Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Weshalb der Erdenmensch von einem gewissen Stadium aus von den Mitwesen, die durch Autoritäten als Mitwesen anerkannt sind, nur sich selbst als "lebend", die "Natur" aber als eine Kombination von "toten Materien" auffasst |
804. Wenn aber die höchsten und klügsten Repräsentanten der "Lebewesen", die durch Autoritäten als solche anerkannt sind, in Bezug auf geniales Vermögen oder Können nicht annähernd zu einer solchen Vollkommenheit gelangen können, wie sie uns die "Natur", die sogenannten "toten Materien", hier als unerschütterliche Tatsache offenbart, muss es ja eine außerordentlich große Gunst sein, zu den "toten Dingen" zu gehören.
Was bedeutet es schon, ein "totes Ding" zu sein, wenn man in diesem Zustand weit größere Intellektualität und Schöpferkraft manifestieren kann, als wenn man ein "lebendes Ding" wäre?
Glaubt man nicht, dass es die Auffassung der Wesen von Leben und Tod ist, die hier etwas mangelhaft ist?
Warum sagen sie über Dinge, die ein größeres intellektuelles Können und Vermögen aufweisen als die, die sie selbst repräsentieren, dass sie "tote Dinge" sind?
Es muss also etwas geben, was jenen Unterschied zwischen den Dingen bewirkt, den die Wesen durch die Begriffe "Leben" und "Tod" zu markieren sich gezwungen fühlen.
Was ist es aber, was die Wesen bei sich selbst und ihren Mitwesen sehen, bei der Natur aber nicht sehen, weshalb sie sie in gewisser Weise als "totes Ding" betrachten?
Ob diese Auffassung nicht gerade an dem Umstand liegt, dass die "innere Welt" der Natur noch außerhalb der Reichweite ihrer Auffassungsfähigkeit liegt?
Dass sie selbst eine solche "innere Welt" haben und dass die von ihnen erfassten Mitwesen ebenfalls eine solche haben müssen, damit sind sie vertraut, da dies in Bereichen offenbart wird, die sie einigermaßen mit ihren physischen Sinnen überschauen können.
Aber die Natur ist ja Ausdruck für einen so großen Organismus, dass dieser sich weit außerhalb ihres physischen Sinneshorizonts erstreckt.
Sie können deshalb diesen Organismus überhaupt nicht überblicken.
Sie können keine Glieder oder Organe sehen.
Ja, sie können ihn alles in allem überhaupt nicht als "Organismus" eines Wesens sehen und folglich auch kein "Ich" hinter dieser Materienmasse erkennen.
Sie können deshalb die Natur nicht als "Lebewesen" beurteilen.
Wir verstehen hier leicht, welch ungeheurer Unterschied deshalb zwischen der gewöhnlichen, auf bloßen physischen Sinnen basierenden Sicht des Erdenmenschen auf die Natur und der Sicht desselben Wesens auf sich selbst und auf seine normalen bekannten Mitwesen vorhanden sein muss.
Während es das Leben der Mitwesen ganz überblicken und deren Kommunikation mit der Umgebung beobachten kann, ist die Natur von solchen Dimensionen, dass das Wesen so wenig von den Funktionen dieses gewaltigen Organismus sehen kann, dass er schlicht zu einer kollektiven Materienmasse wird, die man im besten Fall zwar als Ausdruck von "Bewegung" akzeptieren oder anerkennen muss, aber dass diese "Bewegung" an sich mit "Leben" identisch sein sollte, ist etwas, was erst in einem beginnenden intellektuellen Stadium erkannt wird.
Dass da ein Ich-Bewusstsein hinter diesem "Leben" sein soll und die Natur somit eine "innere Welt" wie auch ein Selbst und Mitwesen repräsentieren soll, wird man zwangsläufig als ausgeschlossen ansehen, solange man noch nicht das genannte beginnende intellektuelle Stadium erreicht hat.
Man kann dann in dieser Situation gezwungenermaßen nur von der oben beschriebenen Sichtweise beseelt sein, die die Natur als bewusstlose Materienmasse bezeichnet.
Ein solches Wesen sieht, dass es selbst und seine Mitwesen eine "innere Welt" haben, von der aus sie ihr Hervortreten in der "äußeren Welt" dirigieren können, und es erkennt deshalb nur sich selbst und die Mitwesen als die einzigen Lebewesen im Universum.
Aber all den Wesen gegenüber, die sich in einem anderen Spiralkreislauf befinden und deshalb in Dimensionen hervortreten, die entweder zu mikrokosmisch oder zu makrokosmisch sind, als dass es etwas anderes als deren Materie und dessen Bewegung sehen kann und dazu noch so wenig von diesen beiden Faktoren, dass es in ihnen keinen Ausdruck einer "inneren Welt" erblicken kann, von der aus die äußeren Erscheinungen ein Widerschein sind oder gesteuert werden, kann seine Auffassung von diesen Mikro- und Makrowesen nicht zur Erkenntnis dessen werden, dass sie "lebendige Mitwesen" sind.
Diese Erkenntnis wird daher ausschließlich nur in jener traditionellen Vorstellung von "toten Materien" resultieren können, die eben innerhalb der Auffassung der Erdenmenschen von allem, was außerhalb ihrer eigenen Domäne und der ihrer anerkannten Mitwesen liegt, noch so allesdominierend ist, dass man sie mit dem nichtssagenden Begriff "Natur" bezeichnet.
Der Unterschied zwischen den Lebewesen und der Natur ist also der, dass man erkennt, dass die Lebewesen Bewusstsein oder "Geist" haben, während der Natur diese göttliche Eigenschaft ganz aberkannt wird. |
Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.
Seitenübersicht