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Lesen und suchen im Das Dritte Testament
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(639-1052) 
 
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Das Lebewesen soll nicht auf Dauer in "relativen" Auffassungen leben. Die Auffassung des Erdenmenschen in dem Bereich, der im Brennpunkt seiner Wahrnehmungsfähigkeit liegt  817. Aber das Lebewesen soll glücklicherweise nicht auf Dauer in einer bloß "relativen" Auffassung von sich selbst leben. Dank der Ich-Empfindung oder dem "blinden Fleck" in seiner eigenen Lebensempfindung, die immer hinter jeglichem Gedanken, hinter jeglicher Vorstellung vorhanden sein wird, kann das Individuum nicht ruhen, bevor sein Verlangen befriedigt ist, auch das Ich selbst zu "wiegen" und zu "messen", sein "Alter", seine "Geschwindigkeit" oder "Bewegung" zu bestimmen. Aber hier geschieht, wie der Leser bereits weiß, das Merkwürdige, dass der genannte "Blinde Fleck" oder das Ich dadurch, dass es eben nicht als Reaktion auf die Berührung zweier Bewegungen miteinander existiert, nicht "gesehen" oder "wahrgenommen" werden kann. Aber dann kann auch seine Erkenntnis nicht von etwas wie dem "Auge, das sieht" abhängig sein. Entweder das Wesen erfasst das Ich überhaupt nicht, dann ist es an sich ein "X". Oder, wenn das Wesen es erfasst, wird es, wie wir hier im "Livets Bog" bereits gesehen haben, zum "Blinden Fleck" und ist dann ebenfalls an sich gleich "X". Seine Analyse kann nur ein "X" sein, aber ein "X", das nicht ausgelöscht werden kann. Es wird daher immer als ein "Etwas, das ist" existieren. Hier ist das Wesen einer Auffassung gegenübergestellt, die in keiner Weise "relativ" ist. Aber noch bevor dieses "Etwas" als ein unauslöschliches "X" erfasst wird, ist seine Existenz in einem Bereich doch schon unerschütterlich in die tagesbewusste Erkenntnis des Wesens eingegangen. Dieser Bereich besteht, wie wir schon erwähnt haben, aus dem, was ganz präzise im "Bildpunkt" seiner Wahrnehmungsfähigkeit liegt. Hier erfasst es in gewisser Weise das genannte "X" oder namenlose "Etwas". Wenn das Wesen nicht akzeptieren will, dass ein Haus oder Kleidungsstück ohne einen Baumeister bzw. Schneider entstehen kann, so liegt das ja ausschließlich daran, dass es in diesem Bereich die absolute Notwendigkeit eines "willenführenden Urhebers" hinter der Erschaffung dieser Erscheinungen klar sieht. Denselben notwendigen Urheber sieht es hinter allen Erscheinungen, die es als von Mitwesen hervorgebracht erkennt. Dass es diesem seinem "kosmischen" Erleben oder Erkennen "relative" Bezeichnungen gibt, verändert nicht die eigentliche "kosmische" Identität oder Natur der Erkenntnis. Wenn es den Baumeister und den Schneider oder die "willenführenden Urheber" hinter dem Haus und dem Kleidungsstück als "Menschen" bezeichnet, empfindet es sehr gut, dass diese Bezeichnung nicht vollkommen erschöpfend für seine Erkenntnis ist, denn die Frage bleibt ja immer noch offen: Was ist ein Mensch oder was ist ein Lebewesen? Hier ist das Problem wieder außerhalb des "Brennpunktes" seiner Wahrnehmungsfähigkeit geglitten, ist unklar geworden, ist "relativ" geworden.


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