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(639-1052) 
 
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Die Zwischenstadien zwischen dem einpoligen und dem doppelpoligen Zustand verursachen eine Degeneration innerhalb der Ehe. Der sexuelle Trieb ist beim Erdenmenschen freier als beim Tier  838. Ein doppelpoliges Wesen zu werden, ist also nichts, was in einem Augenblick geschieht. Die Verwandlung des Lebewesens vom einpoligen zum doppelpoligen Zustand stellt eine sehr lange Entwicklungsperiode dar. Dass man innerhalb dieser Periode alle möglichen verschiedenen Zwischenstadien zwischen dem einpoligen und dem doppelpoligen Zustand findet, ist eine Selbstverständlichkeit. Die Repräsentanten dieser Zwischenstadien sind also mehr oder weniger unfertige Wesen. In diesen Wesen befinden sich die ehelichen Anlagen mehr oder weniger in einer weit fortgeschrittenen Degeneration. Diese Wesen sind daher als Ehepartner dementsprechend mehr oder weniger ungeeignet. Und je weiter diese Degeneration fortgeschritten ist, desto kürzer ist die Periode der "Flitterwochen" in der Ehe für diese Wesen, wenn die Degeneration nicht sogar schon so weit fortgeschritten ist, dass das Wesen überhaupt nicht mehr heiratet. Aber die Degeneration ist nicht ganz bei allen so weit fortgeschritten, dass sie nicht mehr heiraten. Im Gegenteil, es gibt sogar einen außerordentlich hohen Prozentsatz an Menschen, die noch heiraten, obwohl ihre Anlagen, eine Ehe zu führen, äußerst schlecht sind. Was denkt man z.B. über Männer, die außer ihrer Ehefrau unbedingt auch noch "Geliebte" haben müssen. Und was denkt man über Frauen, die überhaupt nicht leben können, ohne neben ihrem Ehemann auf alle möglichen Arten mit allen anderen Männern zu flirten und zu kokettieren? Sollen nicht in vielen Fällen die Kleider und der kosmetische Schmuck dieser Frauen – gezupfte Augenbrauen, künstliche Wimpern, mit Lippenstift bemalte Lippen, Rouge auf den Wangen und gefärbte Haare und Nägel usw. – eher von anderen Männern als vom Ehemann bewundert werden? Mehr nach der Bewunderung anderer Männer zu dürsten als nach der des Ehemannes, kann für die betreffende Ehe unmöglich vorteilhaft sein. Und es macht die Sache auch nicht besser, wenn die betreffende Frau ihre Verkleidung als Notwendigkeit empfindet, um den Ehemann für sich zu behalten. Ein Ehepartner, der eine verkleidete Schönheit der natürlichen oder wirklichen vorzieht, ist kein "echter", sondern eher ein unechter Gefährte oder Partner in jener Verbindung, die "Ehe" heißt.* Es ist nicht das natürliche Aussehen seiner Ehefrau, das seine Verliebtheit stimuliert, sondern vielmehr das Frauenideal, das sie mit Hilfe der Kosmetik zu repräsentieren versucht. Die Ehefrau muss also hier mit Hilfe künstlicher Mittel sich selbst umgestalten, muss eine Nachahmung oder ein Surrogat dieses Frauenideals werden.
      Aber eine Ehe, die nur auf einem – im nahezu absoluten Sinne des Wortes – äußeren Firnis basiert, basiert nicht auf dem natürlichen Äußeren des wirklichen Selbst der Wesen und ist deshalb unecht. Diese Verkleidung kann natürlich nur in einem sehr geringen Maße die Haltbarkeit der Ehe abstützen. In den allermeisten Fällen geht sie in die Brüche. Die Wesen können nicht mehr in Kontakt miteinander kommen, und die Ehe wird unerträglich, muss auseinanderbrechen. Dann eilen die Wesen neuen Liebesverhältnissen entgegen, schließen neue Ehen und erleben dieselben Enttäuschungen. Die "Flitterwochen" in den neuen Verbindungen und das damit verbundene eheliche Glück können nicht halten. Und auf diese Weise jagen die Wesen vergeblich dem "verlorenen Paradies" nach. Sie sind nicht mehr in dem "Garten Eden", in dem sie zu sein glauben. Sie sind keine "Paarungswesen" in Reinkultur mehr. Der sexuelle Trieb ist freier geworden. Während er beim Tier in Reinkultur eine gebundene Anlage ist, d.h. eine Anlage, die nur in den Perioden frei ist, in denen sie für die Fortpflanzung notwendig ist, ist er beim Erdenmenschen permanenter geworden. Der Mensch hat also nicht wie das Tier eine spezielle "Brunftzeit", selbst wenn dem Frühling wohl vielleicht noch eine stark stimulierende Wirkung auf das sexuelle Leben des Erdenmenschen zugeschrieben werden kann. Das Fortpflanzungsleben des Menschen wirkt sich das ganze Jahr über aus und ist nicht auf eine bestimmte Jahreszeit festgelegt. Der Erdenmensch ist sich dieses seines Triebes bewusster geworden. Der Trieb ist bei diesem Wesen mehr dem Willen unterworfen als beim Tier.
 
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* Ein leider nicht zu übersetzendes Wortspiel, da das dänische Wort für Ehepartner wörtlich mit "Echter-gefährte" zu übersetzen wäre, genauso wie Ehe wörtlich Echt-schaft heißen müsste. (Anm. d. Übersetzers)


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