Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Warum "moralisch zu bleiben" nicht immer bedeutet, den autorisierten Dogmen zu folgen | 850. "Moralisch zu bleiben" bedeutet also nicht immer, blind den autorisierten Dogmen zu folgen, sondern vielmehr ausschließlich, den absoluten Forderungen der Natur selbst zu folgen und sie zu erfüllen. Nur dieses eine kann der Maßstab für wahre Normalität sein und nur dieses eine kann eine vollkommene, hundertprozentige Gesundheit an Leib und Seele gewähren. Es ist richtig, dass den Dogmen aufgegeben ist, diese Forderungen zum Ausdruck zu bringen, aber wenn ein einzelnes Dogma in einer gegebenen Situation mehrere tausend Jahre alt ist, dann wurden die Forderungen der Natur in der betreffenden Situation in der Zwischenzeit verwandelt, und das Dogma ist damit inzwischen nur noch ein leerer Satz, ein hohles Jonglieren mit Worten. Einer solchen leeren oder nichtssagenden Kette von Sätzen zu folgen oder sie zum Lebensideal zu machen, kann also heute ebenso gefährlich werden, wie es Jahrtausende zuvor lebenspendend gewesen sein kann, dieser Kette von Sätzen als Ideal zu folgen. Die absoluten Forderungen der Natur folgen dem Leben und verändern sich ihm entsprechend und bedeuten ewig das Leben. Die Forderungen der Dogmen folgen nicht dem Leben, sondern stehen still und verlieren damit allmählich ihren göttlichen Kontakt mit dem Leben. Sie werden zu mentalen Museumsgegenständen, über die das frische lebendige Leben durch neues Fleisch und Blut, mit neuen Erlebnissen, neuen Erfahrungen, neuen Zeiten eilig hinwegrollt. Nur die Dogmen, Worte und Sätze, die sich hiermit in Kontakt befinden, können von so universeller Natur sein, dass sie genau wie das Leben selbst ewig bestehen, obwohl Himmel und Erde, Welten, Organismen, Fleisch und Blut vergehen müssen, zu Staub und Asche werden müssen zugunsten neuer Himmel, neuer Welten, Planeten, Wesen und Existenzen in den ewigen Bahnen des Spiralkreislaufs. |
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