Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| So wie die Sympathie oder Liebe des Individuums zum anderen Geschlecht nur als Organfunktion existieren kann, genauso kann seine Liebe zu seinem eigenen Geschlecht auch nur als Organfunktion existieren. Diese letztgenannte Liebe oder das Frühlingserwachen der Allliebe |
852. Aber wie könnte eine Intelligenzfunktion bewusstseinsmäßig stattfinden, wenn das Individuum kein Gehirn hätte?
Wie könnte ein Wesen sehen, wenn es keine Augen hätte?
Wie könnte das eigene starke Gefühl der Moralwächter für die Wesen des anderen Geschlechts wohl existieren oder entstehen, wenn es eben nicht auf ihrer besonderen sexuellen Organfunktion beruhen würde?
Beruht die Anziehung der Männer auf Frauen und die Anziehung der Frauen auf Männer nicht auf dem Umstand, dass er ein "männliches Wesen" und sie ein "weibliches Wesen" ist?
Und beruht der Grad des ehelichen Glücks nicht vollständig auf dem Grad ihres Hervortretens als "männliches" bzw. "weibliches" Wesen?
Und ist dieser "männliche" und "weibliche Zustand" nicht längst als ein Organproblem anerkannt?
Stellen nicht gerade die Organe einen der Faktoren dar, an denen man den Unterschied zwischen "Ihm" und "Ihr" erkennt?
Wenn aber eine Liebe, die von so geringer Ausdehnung ist, dass sie sich nur bis zum anderen Geschlecht erstreckt, in so hohem Maße durch eine Organfunktion bedingt ist, um wie viel mehr muss dann eine Liebe mit einer Ausdehnung, die sich bis zu allen Lebewesen unabhängig vom Geschlecht erstreckt, auf einer Organfunktion basieren? Worauf sollte sie sonst basieren? Glaubt man, dass eine Sympathieäußerung, die so gewaltig ist, dass sie Gottes eigener strahlender Liebesflut gleicht, etwas ist, das aus dem "Nichts" entspringt? Dann könnte sie ja in dem einen Wesen ebenso gut vorhanden sein wie in einem anderen. Glaubt man, dass man das Gebot "die linke Wange hinzuhalten, wenn man auf die rechte geschlagen wurde" durch etwas anderes erfüllen kann als durch eine in seinem Bewusstsein schon vorhandene besondere Kombination von Organfunktionen? Und sind diese Organfunktionen nicht von einer solchen Art, dass sie auf diese oder jene Weise mit der rein ehelichen Geschlechtssphäre kollidiert sein müssen und dadurch die Einstellung des "männlichen" bzw. "weiblichen Wesens" zum eigenen Geschlecht gemildert haben müssen? Wie sollen diese Wesen sonst dahin gelangen, das große Gebot "seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben" zu erfüllen? Das Eis oder die Kälte, die ursprünglich zwischen den Wesen desselben Geschlechts herrscht, muss doch entfernt werden. Sie zu entfernen, kann nur durch eine Organfunktion geschehen. Diese Organfunktion muss deshalb von einer so üppigen Sympathie oder Liebe erweckenden Natur sein, dass sie die Funktion der ehelichen Geschlechtssphäre zugunsten der Erfüllung des Planes, den Gott mit den Menschen hat, d.h. die Erschaffung der "Allliebe" im Inneren des Wesens, völlig übertrumpfen kann. Glaubt man nicht, dass es dies ist, was zum Ausdruck kommt, wenn wir sehen, dass der sogenannte "natürliche" Geschlechtszustand der Wesen und der hiermit verbundene eheliche Zustand degenerieren? Wie sollte sich diese Verwandlung oder Entwicklung des Menschen sonst äußern? Muss diese Verwandlung nicht allmählich die Sichtweise des "männlichen Wesens" auf das "männliche Wesen" und die Sichtweise des "weiblichen Wesens" auf das "weibliche Wesen" verändern? Und muss diese Sichtweise, um in Kontakt mit dem schon erwähnten göttlichen Plan oder der Entwicklung der "Allliebe" zu sein, nicht gerade eine wachsende "Sympathie" zum eigenen Geschlecht sein? Wo sollte die Veränderung sonst einsetzen? Die ganze Erfüllung des göttlichen Plans hängt doch ausschließlich von der Veränderung dieser Sichtweise ab. Wie sonst sollte das Eis zwischen den Wesen desselben Geschlechts schmelzen? Und ist nicht gerade dieses Schmelzen das erste beginnende Frühlingserwachen des "neuen Himmels" und der "Neuen Erde"? Und ist es nicht angemessen, dass dieses Frühlingserwachen mit seiner Vorgehensweise auch Lawinenabgänge und Überschwemmungen durch schmelzendes mentales Eis und schmelzenden mentalen Schnee auslösen oder sonst auf vielerlei Weise starke mentale Unruhe verursachen muss? Der Übergang von Frost- und Schneewintern kann nicht ohne Tauwetter, Schneeregen und Eisregen vor sich gehen. Was sind degenerierende Ehen, sexuelle Abnormitäten, Perversionen, Verliebtheiten in Wesen des eigenen Geschlechts usw. anderes als dieses gewaltige mentale Tauwetter, durch das der tierische Winterzustand des Menschen lautstark seinen eigenen Untergang verkündet oder zu erkennen gibt und damit indirekt das Kommen des Frühlings oder den dämmernden Einzug des "wahren Menschenreichs" in irdische Sphären, Kontinente und Zonen ankündigt? Ist das nicht eine Erfüllung der gewöhnlichen Naturgesetze, was hier vor unseren Augen stattfindet? Glaubt man, dass die Verwandlung von Millionen inkarnierter und diskarnierter Seelen der Erde still oder lautlos vor sich gehen kann? Glaubt man, dass eingefleischte Gewohnheiten und Neigungen, die über Jahrtausende autorisierte Lebensideale gewesen sind, plötzlich von allen als etwas akzeptiert werden können, das zurückgeht, etwas, das degeneriert? Müssen viele dieser Lebensideale nicht für eine beachtliche Anzahl von Menschen als "heilige" und unerschütterliche Erscheinungen oder ewige Vorschriften gelten, obwohl die Welterlöser die Aufgabe haben, das Gegenteil aufzuzeigen? Unter diesen Menschen finden wir die eifernden Moralwächter und Dogmenverkünder. Sie sind alle mehr oder weniger so etwas wie Cherubime, die jenes Paradies verteidigen, das sie selbst bereits unmerklich dabei sind zu verlassen, und die nicht verhindern können, das andere dieses Paradies verlassen, da das Essen vom "Baum der Erkenntnis" (der Unterricht über "Gut und Böse" an Schulen, Universitäten und Hochschulen) allzu dominierend ist. Die Kirchen und andere Bereiche ihres Herrschaftsgebietes werden mehr und mehr verlassen. |
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