Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Der "Sündenfall" hat eine phänomenale Entwicklung durchlaufen | 853. Die Wesen, in denen dieses mentale Tauwetter, die sexuelle Degeneration, so fortgeschritten ist, dass sie in der mentalen Haltung und in der Wesensart dieser Individuen sichtbar wird, sind deshalb auch über Jahrhunderte wie Parias – denen man in Wirklichkeit überhaupt kein Recht zu leben zubilligt – verfolgt worden. Äußere Verfolgung, Erniedrigung und Todesstrafe zusammen mit permanenten inneren, auf der Unwissenheit über das eigene Wesen beruhenden Gewissensqualen, Schamgefühl und Minderwertigkeitskomplexen, Angst und Schrecken waren denn auch bis jetzt in großem Ausmaß das Schicksal dieser Wesen. Ja, diese ersten "Adam-" und "Evawesen" haben zur Genüge den Fluch des Sündenfalls über ihren Häuptern zu spüren bekommen. Und in bestimmten Ländern der Welt ist man immer noch in dieser Unwissenheit befangen. Aber trotz Gefängnis- und Todesstrafe, trotz der Androhung von "ewiger Verdammnis" und "Hölle" geht das allesüberstrahlende ewige Gebot der Gottheit "Es werde Licht" immer weiter hin über die Welt. Den Erfüllungen der großen Verheißungen wird – einer nach der anderen – Genüge getan. Der Beistand, der "heilige Geist", strahlt in verstärktem Maße durch den neuen kosmischen Weltimpuls in die irdische Sphäre hinein und tritt noch tiefgehender und durchdringender als je zuvor hervor. Die Menschen kommen in den Besitz eines Wissens und eines Verständnisses vom Leben und Dasein, das bei weitem das übertrumpft, was sie zu ahnen gewagt haben und was sie ahnen konnten. Der "Sündenfall", der Genuss vom "Baum der Erkenntnis von Gut und Böse", hat eine phänomenale Entwicklung durchlaufen, ja er ist geradezu organisiert worden und hat in Gestalt moderner Schulen, Universitäten und Hochschulen seine eigenen Tempel erhalten. Dieses Essen vom "Baum der Erkenntnis" ist zu einem außerordentlich großen Rivalen des Genusses der gewöhnlichen und erlaubten Früchte des "Gartens", des hundertprozentigen ehelichen Zustands, geworden. Wo ist der Ehepartner, der neben seinem ehelichen Interesse keine weitere Interessensphäre hat, die vom Alltagsleben selbst durch seine praktischen Erfahrungen geschaffen und durch den offiziellen autorisierten Unterricht ergänzt wurde? Wo ist der Ehepartner, der nicht neben seiner Geschlechtssphäre mehr oder weniger etwas von einem Wissenschaftler, Künstler, Lehrer oder Philosophen hat? Sind die gewöhnlichen Handwerks- oder Lehrberufe, durch die die große Mehrzahl der Menschen ihre Existenz aufrechterhalten muss, nicht mit Wissenschaft und Kunst verwandt? Nein, der Erdenmensch befindet sich nicht mehr im tierischen Paradiesgarten. Am Morgen aufzuwachen und in die Natur hinauszugehen und sich und seinen Nachkommen, wo immer sich die Gelegenheit bietet und bloß seiner natürlichen, angeborenen Lust folgend, Nahrung zu verschaffen, ohne in irgendeiner Weise Gefahr zu laufen, juristische oder moralische Gesetze zu übertreten, und nur den tierischen Paarungszustand als absolut einzige Interessen- und Bewusstseinssphäre zu besitzen, ist eine Lebensform, die der Erdenmensch längst hinter sich gelassen hat, ist ein Zustand, der die "Hölle" für ihn wäre, wenn er gezwungen würde, so zu leben. |
Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.
Seitenübersicht