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Lesen und suchen im Das Dritte Testament
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(639-1052) 
 
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Der Ruf nach der Gottheit ist stärker als je zuvor. Der verlorene Sohn findet, nach einer langen Reise durch Zeit, Raum und Finsternis, den Vater in – seiner eigenen Brust; und das Leben wird zu blendendem Licht  854. Adam und Eva sind also gewachsen. Gottes Modellierung des Menschen in ihnen ist bereits weit fortgeschritten. Wir beginnen schon jetzt, in ihrem Inneren auf vielfältige Weise Gottes strahlendes Bild zu erahnen. Ein Reich, das nicht von dieser Welt war, beginnt, durch das schon erwähnte Frühlingserwachen die helle Morgendämmerung seiner Sommersonne in die Seelen hineinwirken zu lassen. Der "verlorene" Adam und die "verlorene" Eva blicken nicht mehr zurück, sondern nach vorn. Der verlorene Sohn beginnt, nach seinem ewigen Vater in der Ferne Ausschau zu halten. Ein lauter Ausruf "Wo bist du?" schallt mehr als je zuvor durch die Welt. Ist es nicht diese große Frage, die die Menschen in die entferntesten Gegenden des Planeten, in die heißesten Zonen des Äquators und zu den weißen Eiswüsten der Pole führte, sich zu Land, zu Wasser und durch die Luft mühsam vorarbeitend, zu Fuß, zu Pferd oder auf Kamelrücken, hinweg über meilenweite Tundren, Wüsten, Steppen, Prärien, durch Dschungel, über Berge und Abgründe, bei Mitternachtssonne und winterlicher Dunkelheit, ständig Ausschau haltend, ständig erwartungsvoll, ständig betend? Ist es nicht der Ausruf "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen", der wie ein feiner Diskant im Kanonendonner und in den Erdbeben auslösenden Bassakkorden der Bombenmaschinen verhallt? Ja, die Verheißung "der Sünde Sold, das ist der Tod" ist dabei, in Erfüllung zu gehen. Die Welt jammert und stöhnt in Tränen und Zähneknirschen. Aber hiermit ist die Macht der Finsternis auch erschöpft. Wenn der Erdenmensch jedes Morden hinter sich gelassen hat und sich die letzten erstickenden Rauchwolken der Schlachtfelder am Horizont verzogen haben und das Todesröcheln der Verletzten verstummt ist, dann wird ein neues Paradies, der "neue Himmel" und die "neue Erde", oder das Himmelreich sehr nah sein. Mit dem letzten schwindenden Rest der Atmosphäre des Krieges oder des tötenden Prinzips werden Adam und Eva wieder vor dem Angesicht des Allmächtigen stehen. Nach der langen Reise durch die Welt, durch Zeit und Raum und durch die Finsternis finden beide, jeder für sich, wie der verlorene Sohn ihren ewigen Vater, nicht hier oder dort, sondern in – ihrer eigenen Brust. Adam und Eva oder der verlorene Sohn sind also niemals von Gott weg gewesen und Gott ist niemals vom Sohn weg gewesen. Der verlorene Sohn war nur blind geworden durch die Atmosphäre von den Schlachtfeldern des tötenden Prinzips in seinem eigenen Inneren. Aber jetzt ist es vollbracht. Die Liebesatmosphäre hat das Bewusstsein kristallklar gemacht. Der Gottessohn ist mit dem Vater eins geworden, das Universum ist Liebe und das Leben ist blendendes Licht.


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