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(639-1052) 
 
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Warum der Glaube an die "Gnade" und die "Vergebung der Sünden" durch Jesus Christus in die Welt kam  860. Es waren also alle Menschen ohne Ausnahme "Sünder". Und allmählich wurde es immer mehr zur Selbstverständlichkeit, dass die Liebesforderung von einem gewöhnlichen Menschen in Wirklichkeit überhaupt nicht erfüllt werden konnte. Da dies aber unweigerlich zu "ewiger Verdammnis" führen würde, zwang es diese Wesen, nach der Möglichkeit einer "Rettung", eines "Wunders" zu suchen, das sie von dem ewigen Untergang "erlösen" konnte. Dass dieses Wunder in letzter Instanz eine Art "Verzeihung", eine "Vergebung der Sünden" sein musste, war selbstverständlich. Und das "Wunder" kam. So unwissend, wie sie in Bezug auf Reinkarnation und Entwicklung waren, war ihre Mentalität für eine andere Lösung des Problems nicht empfänglich. Daher war es für sie ganz natürlich, dass die große Leidensgeschichte Jesu für sie das große "Wunder" wurde, durch das sie "erlöst" werden konnten, ohne irgendeine der für sie völlig unerreichbaren Liebesforderungen zu erfüllen, und dass sie statt dessen nur "bereuen" und "Gott um Vergebung anbeten" mussten. Wie hätten sie es sonst sehen sollen? Aufgrund dessen, dass Jesus die reine Erfüllung des Liebesgesetzes praktizierte, was für sie selbst völlig unmöglich war, konnten sie in ihm nur ein Wesen sehen, das von ihnen selbst an geistiger Größe und geistigem Können so weit abwich, dass er ein "fleischlicher Nachkomme" Gottes selbst sein musste, geboren von einer Frau, die sogar von der Gottheit selbst geschwängert worden war. Dass ein solches Wesen die "Erfüllung des Gesetzes" bis zur Verschwendung praktizieren konnte, wurde ebenso selbstverständlich, wie es selbstverständlich wurde, dass diese Erfüllung für sie selbst unmöglich war. Wenn aber "Gottes eigener Sohn" in dieser Weise zur Welt gekommen und in Fleisch und Blut inkarniert war, musste das doch einen Sinn haben. Und dieser Sinn konnte im Bewusstsein dieser Wesen nur auf eine einzige Weise ausgelegt werden, nämlich die, dass die Gottheit "besänftigt" war und seine Forderungen bezüglich der Erfüllung des Liebesgesetzes so weit heruntergeschraubt hatte, dass alle und jeder "erlöst" werden konnte. Was sagte dieser "eigene Sohn Gottes" selbst zu diesen Menschen? Sagte er den Menschen, die ihn in vollem Vertrauen aufsuchten, nicht immer wieder "Deine Sünden sind dir vergeben"? Und hat er nicht des Weiteren bei anderen Gelegenheiten betont "Der Vater wird euch alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet"? Wenn ein Mensch um die "Vergebung der Sünden" betet, wird dieses Gebet gemäß Christi Aussage also auch erhört werden. Und wenn er sagt "Dein Glaube hat dich erlöst", so muss es ja hier auch die "Vergebung der Sünden" sein, die das Zentrale in der "Erlösung" ist, die dem Betreffenden zuteil wurde. "Erlöst" zu werden, kann doch nur dasselbe sein, wie von der Strafe für seine "Sünden" "befreit" zu werden. Ja, diese Menschen wurden durch sein Wort und sein Wesen zufriedengestellt, eine Zufriedenstellung, die ihnen vollkommen unmöglich auf irgendeine andere Weise hätte gegeben werden können. Diese Menschen waren nicht gehirnmäßig trainiert, sie waren keine wissbegierigen Forscher. Sie brauchten keine herausragenden logisch aufgebauten Gedankenketten oder Analysen. So etwas war zu kompliziert und unverständlich für sie. Die betreffenden Wesen waren noch sehr unselbständige kindliche Seelen, was wirkliches intellektuelles Wissen anging. Sie befanden sich erst im Vorhof der Intellektualität. Diesen Menschen hätte sich also ein ganz dunkles und trauriges Bild der Hoffnungslosigkeit gezeigt, wenn dieses "gottessohnliche" Ereignis eben nicht stattgefunden hätte. Durch Jesu Wort fand die Welterlösung ihren Weg auch zu diesen Seelen.


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