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(639-1052) 
 
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Nur durch die Entwicklung können die Wesen vom "Tier" zum "Gottesmenschen" verwandelt werden und nicht durch die "Vergebung der Sünden"  869. Nur durch die Entwicklung kann die Schöpfung stattfinden und nicht durch ein Wunder. Weder irgendeine Form von "Vergebung der Sünden" noch irgendein anderes Sakrament hat die Aufgabe, die Entwicklung aufzuheben. Die Wesen sind weiterhin "Sünder", d.h., sie sind weiterhin dazu prädestiniert, neue gravierende Fehler im Leben zu begehen, gleichgültig in welchem Ausmaß sie auch die "Vergebung der Sünden" entgegengenommen haben mögen. Wird nicht genau dies für jeden nüchternen, ehrlichen Forscher zur Tatsache, wenn er diejenigen beobachtet, "denen die Sünden vergeben sind", d.h. die sogenannten "Erlösten". Sind sie nicht weiterhin Wesen, die, organisch gesehen, gezwungen sind, unter den Gesetzen des Tieres, den Methoden zur eigenen Arterhaltung des Tieres, zu leben? Muss der "Erlöste" nicht weiterhin dasselbe "männliche" oder "weibliche Wesen" bleiben, das er oder sie vorher schon war? Bleibt dieses Wesen dadurch nicht zwangsläufig weiterhin von demselben Begehren danach, das andere Geschlecht zu genießen, abhängig und wird dadurch von denselben Eifersuchtsqualen gepeinigt, die jede Verliebtheit unumgänglich verursacht? Und müssen die Wesen des eigenen Geschlechts dadurch nicht weiterhin rivalisierende Wesen bleiben? Ist der "Erlöste" nicht weiterhin gewissermaßen gezwungen, dem Bereich der "brünstigen" Wesen anzugehören, solange er oder sie noch jung, wohlgestaltet und geschlechtsreif ist? Dass Greise mitunter behaupten, über diesen sexuellen Zustand weit erhaben zu sein, ist vollkommen wertlos für den nüchternen Forscher, da eine solche "Anti-Sexualität" bei einem solchen Wesen nur ein "Gebrechlichkeitsanzeichen" ist. Die vollkommene Befreiung des "Gottesmenschen" vom Paarungstrieb und von den primitiven Sympathien und Antipathien der Eifersucht beruht nicht auf "Gebrechlichkeit", beruht nicht darauf, dass dessen Organe für die natürlichen Triebe verwelkt sind. Ein wirklich vollkommener Mensch oder der wahre "Gottesmensch" ist keine verwelkte Pflanze, kein Wrack, keine Ruine von etwas vormals Natürlichem und Schönem, kein ausgebrannter Krater. Der wirkliche "Gottesmensch" ist ein Wesen, das durch die volle Blüte seiner Organe genauso vollkommen ist wie das "Tier". Der Unterschied ist nur der, dass die volle Blüte der sexuellen Organe des Tieres Begehren fördert, die nur von Eifersucht und Kampf begleitet sein können, wodurch diese Organe als Werkzeuge des tötenden Prinzips enthüllt werden, während die Blüte der sexuellen Organe des "Gottesmenschen" Begehren fördert, die ausschließlich nur durch Verständnis und Sympathie für alles und jeden ausgelöst werden können und dadurch zu einem blühenden Werkzeug für die Schöpfung oder Förderung der "Allliebe" werden. War es nicht genau dieser mentale Zustand, den der Welterlöser repräsentierte? Und glaubt man nicht, dass es diese Atmosphäre war, die jenem Reich zugrunde lag, das er mit den Worten "mein Reich" bezeichnete und von dem er sagte, dass "es nicht von dieser Welt" sei? Und waren nicht all seine Aussagen, sein Unterricht und seine Reden an das Volk nützlich für die Entwicklung dieser Atmosphäre? Sagt er nicht gerade, dass dies, "seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben", "die Erfüllung aller Gesetze" sei. Und ist nicht das Aufblühen dieser mentalen Atmosphäre jener "neue Himmel" und jene "neue Erde", von denen er verkündigt, dass sie nach dem "Tag des Jüngsten Gerichts" auf Erden zur Wirklichkeit werden sollen? Wozu sonst dieser gewaltige Einsatz zugunsten der Nächstenliebe oder zur Abschaffung des Gebrauchs des Schwertes? Wenn all diese Gebote, all diese Anweisungen, die der Welterlöser als Weg zum Himmelreich verkündigt, Erscheinungen sind, die für Menschen völlig unerfüllbar sind, ist diese ganze Lichtflut an Weisheit, die von ihm ausging, vollkommen bedeutungslos, ja sie wäre geradezu der Ausdruck des "tötenden Prinzips" und könnte unmöglich mit dem "lebendigen Wasser" identisch sein, als das er sein Wissen sonst ausgab.


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