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Lesen und suchen im Das Dritte Testament
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(639-1052) 
 
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Jesus vergleicht eine kommende neue Daseinsform mit der der "Engel" im "Himmel"  873. Des Weiteren muss man beachten, dass er betont, dass die Wesen in der "Auferstehung" "gleich Engeln im Himmel" sind. "Engel im Himmel" sind also etwas ganz anderes. Wenn sie das nicht wären, wäre ein Vergleich ja unmöglich. Zwei Dinge kann man miteinander vergleichen – ein Ding mit sich selbst kann man nicht vergleichen. "Engel" und "Himmel" waren also Bezeichnungen für etwas, das die Zuhörer des Welterlösers bereits kannten und womit er die neuen Realitäten, die er ihnen erläuterte, vergleichen konnte. Diese neuen Realitäten waren ja dasselbe wie Wesen in der "Auferstehung" oder die kommende neue vollkommene mentale und physische Daseinsform (der neue Himmel und die neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt). Die Bewohner dieser neuen Daseinsform heiraten nicht, wie gesagt, und werden nicht verheiratet und sind damit so hoch erhaben über das Eheprinzip oder so unabhängig vom Paarungstrieb, dass sie jeden beliebigen Nächsten lieben können wie sich selbst "wie die Engel im Himmel". Ihre Lust und Fähigkeit, jedem beliebigen Nächsten zu dienen oder für ihn zu leben und sich ihm zu opfern, wird nicht durch eine Eifersucht auslösende Verliebtheitstendenz mit ihrem starken Begehren danach, ein Eigentumsrecht auf sexuelle Partner auszuüben, gehemmt, gestört oder unmöglich gemacht. Das Leben in der "Auferstehung" sollte also "wie das der Engel im Himmel" werden. Der Welterlöser sagt also nicht, dass die Wesen in der "Auferstehung" dasselbe sind wie die "Engel im Himmel", was für diese seine Zuhörer doch das absolut Natürlichste und am einfachsten zu Verstehende gewesen wäre, wenn es wirklich das gewesen wäre, was er meinte. Er weist bloß darauf hin, dass der neue Zustand im kommenden "Reich Gottes", das wie ein "Senfkorn" begann, gleich dem der "Engel im Himmel" sein werde. "Engel im Himmel" waren also etwas, das Jesu Zuhörer bereits kannten. Was verstanden sie nun unter "Engeln" und "Himmel"? Da sie absolut nichts von Reinkarnation oder Wiedergeburt wussten und kommende physische Leben oder Existenzen somit vollkommen außerhalb ihres Auffassungs- oder Vorstellungsvermögens lagen, konnte jede Daseinsform und jede Daseinsebene, die nicht mit ihrer eigenen Daseinsform und Daseinssphäre identisch war, nur ein nicht-physischer Zustand sein. "Engel" waren also "geistige" Wesen und der "Himmel" eine "geistige" Welt, in der sie ihre Heimat oder Daseinsebene hatten. Dass alle physischen Wesen hier enden mussten, wenn ihr physisches Leben zu Ende war, war für diese Wesen eine Selbstverständlichkeit. Diese "geistige" Daseinsebene war also die einzige fassbare Idee, die diese Wesen vom Leben und von der Existenz außerhalb ihres derzeitigen physischen Lebens hatten. Und es ist richtig, dass sich jedes Wesen, nachdem sein derzeitiges physisches Dasein aufgehört hat, in dieser "geistigen" Daseinsform und auf dieser "geistigen" Daseinsebene befinden muss. Das war aber nicht das, woran dem Welterlöser gelegen war und was er seinen Zuhörern erzählen wollte. Und so erwähnte er diese Daseinsebene und deren Bewohner in seiner Erzählung auch nur nebenbei. Sein Ausdruck "wie die Engel im Himmel" ist in Wirklichkeit nur eine Staffage oder ein Gerüst für das wirklich Zentrale in seinem Bericht von dem "neuen Himmel und der neuen Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt", was wiederum bedeutet: ein kommendes vollkommenes physisches Dasein, in dem Gerechtigkeit wohnt und das die Erdenmenschen nur durch den "Tag des Jüngsten Gerichts" erreichen können, d.h. durch Wiedergeburt und Karma und nicht durch die "Vergebung der Sünden".


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