Stern-Symbol im Menü


Lesen und suchen im Das Dritte Testament
   Ziff.:  
(639-1052) 
 
Erweiterte Suche
   

 

Die Begriffe "Himmel" und "Hölle" sind nur zwei Formeln, mit denen man vorläufig die Frage der Individuen "Wohin nach dem Tod?" beantwortet  883. Bevor wir weitergehen, lassen Sie uns noch darauf achten, dass der Welterlöser noch einmal betont, dass "Himmel" und "Himmelreich" nicht dieselben Sphären sind. Er sagt: "Der Wille meines Vaters im Himmel". Er sagt nicht: "Der Wille meines Vaters im 'Himmelreich'", was ja das einzig Richtige sein müsste, wenn die genannten Reiche identisch wären. "Himmel" stellt in diesem Zusammenhang alle sechs Sphären der Spirale zusammen dar, während "Himmelreich" näher präzisiert die intellektualisierte Fortsetzung des physischen Daseins des Erdenmenschen ist. Da die Gottheit nicht in einer einzelnen Sphäre oder Zone lokalisiert werden kann, sondern zu allen Zonen gehört, ist Christi Bezeichnung des "Himmels" als Aufenthaltsort der Gottheit vollkommen korrekt. Aber ein Wesen, das in allen Sphären gleichzeitig vorhanden ist, kann der uneingeweihte Erdenmensch mit seinen physischen Sinnen nicht erfassen. Ein solches Wesen bleibt dann für diesen Erdenmenschen ein Wesen, "das im Himmel ist" oder "in den Himmeln". Die Gottheit ist damit für dieses Individuum ein Wesen, das sich bis zu einem gewissen Grad in demselben Zustand befindet wie der, in dem sich der Erdenmensch oder die physischen Wesen befinden werden, wenn sie "gestorben" sind oder ihre physischen Körper verlassen haben. Dass der Erdenmensch die Gottheit und die "Toten" als in derselben "geistigen" Daseinsform oder im "Himmel" existierend auffasst, ist somit ganz natürlich. Wir verstehen hier also, warum es allgemein üblich ist, die Vorsehung als "Gott im Himmel" zu bezeichnen und die "Toten" an demselben Ort zu lokalisieren. Der "Himmel" ist also in Wirklichkeit nur die den uneingeweihten, gläubigen Wesen gemeinsame Bezeichnung für eine vermeintlich normale oder vollkommene Daseinsform jenseits ihres derzeitigen physischen Daseins oder Erdenlebens. Und es ist gleichfalls eine "geistige" oder nicht-physische Daseinsform, zu der sie die "Hölle" rechnen. Die Ausdrücke "Himmel" und "Hölle" sind also in Wirklichkeit zwei Formeln, mit denen diese uneingeweihten Wesen vorläufig ihre tiefgehendste Frage "Wohin nach dem Tod?" beantworten.
      Sie teilen ihre Mitwesen in die beiden Kategorien "Gute" und "Böse" ein, d.h. in "Erlöste" und "Verlorene". Dass diesen nicht dasselbe Schicksal zukommen kann oder dass sie nach dem Tod nicht in dieselbe Umgebung kommen können, sehen sie natürlich als eine Selbstverständlichkeit an. Dass beide Parteien "sterben" müssen, ist ja eine Tatsache. Ihr weiteres Schicksal nach dem Tod kann deshalb nach ihrem Verständnis nicht physischer, sondern muss "geistiger" Natur sein. Der "Himmel" ist also nach ihrem vorläufigen Verständnis die "geistige Heimat" der "Guten" nach dem Tod, während die "Hölle" nach ihrem ebenso vorläufigen Verständnis die Heimat der "Bösen" oder "Verlorenen" jenseits des Todes ist.


Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.