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(639-1052) 
 
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Zweifel und Unglaube sind natürliche Erscheinungen und können niemandem zur Last gelegt werden  884. Dass diese beiden Begriffe "Himmel" und "Hölle" keine intellektuelle Antwort auf die genannte Frage, sondern ausschließlich zwei für unintellektuelle Wesen zufriedenstellende Formeln für das höchste Mysterium des Lebens sind, wird dadurch zur Tatsache, dass diese Formeln die Forderung der Wesen nach Beantwortung der Frage auf Dauer nicht zufriedenstellen können. Es ist eine Tatsache, dass die Wesen im Hinblick auf "Himmel" und "Hölle" immer größere Zweifler werden, je mehr wissenschaftlicher Unterricht gegeben wird oder je größer die intelligenzmäßige Einsicht der Wesen in die ihren physischen Sinnen zugänglichen Erscheinungen ist. Wenn die Wesen der Antwort auf eine Frage in der Weise entwachsen können, dass diese Antwort die Lösung der Frage überhaupt nicht mehr beinhalten kann, so muss entweder mit den Wesen oder mit der Antwort etwas nicht in Ordnung sein. Da der Umstand, dass sich die Wesen entwickeln und eine größere Einsicht in die Probleme des Lebens bekommen, eine direkte Folge der Drehung der Erde um sich selbst und ihrer Umlaufbahn um die Sonne und aller hieraus entstandenen Erscheinungen ist, kann dieser Umstand nicht verändert werden, ohne das wechselseitige Verhältnis zwischen Sonne und Erde in einem solchen Grad zu verändern, dass jegliche Entwicklung vollkommen unmöglich wäre. Wer kann so etwas tun? Kann sich ein Mensch gegen den Lauf von Sonne und Erde im Universum auflehnen? Wenn er es aber nicht kann, so muss seine Entwicklung doch mit dem Urheber jener Kräfte in Kontakt stehen, die die Ordnung des Universums oder den Lauf der Planeten dirigieren. Wenn die Entwicklung der Wesen also ein Glied im Kreislauf der Planeten ist und damit direkt darauf zurückgeführt werden kann, dass sie durch den Urheber dieses Kreislaufs bestimmt wird, können diese Entwicklung und der hierdurch entstandene Zweifel oder Unglaube keine "Sünde" sein oder dem Individuum zur Last gelegt werden. Dass die Wesen ungläubig werden, ist also eine ebenso natürliche Erscheinung wie das Gesetz von der Schwerkraft oder das Vorkommen von Tag und Nacht, Sommer und Winter. Den Unglauben zu verfolgen und damit die Wesen zu zwingen, Auffassungen zu behalten, denen sie in Wirklichkeit entwachsen sind, steht im Gegensatz zum Kreislauf des Lebens selbst, steht im Gegensatz zum Lauf des Universums selbst. Glaubt man denn nicht, dass es "sündiger" ist, mit "ewiger Verdammnis" zu drohen oder Wesen zu einem ewigen Aufenthalt in der "Hölle" zu verurteilen, weil sie an eine Erscheinung gebunden sind, die am Lauf der Planeten liegt?


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